Zeit mit Pforzheimer Prägung präsentiert Ralf J.F. Kieselbach in seinem Buch über Armbanduhren aus der Stadt. | Foto: Wacker

Pforzheimer Namen und Marken

Ralf J. F. Kieselbach präsentiert Buch über „Zeit und Präzision“

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Eine „Fundgrube für Namen und Marken“ öffnet Ralf J. F. Kieselbach vor ausgewähltem Publikum in den Schmuckwelten. Es ist seine eigene, ausgebreitet auf 317 Seiten unter dem Titel „Zeit und Präzision“. Die Deutsche Schmuck und Uhren (DSU) hatte eingeladen, den Autor des Werks kennenzulernen, das der Bundesverband Schmuck und Uhren (BV) bereits im Februar bei der Messe Inhorgenta in München druckfrisch präsentierte. Es bietet einen Streifzug durch Pforzheims Uhrmacher-Geschichte. Im Mittelpunkt stehen die erst im 20. Jahrhundert entwickelten Armbanduhren.

Technische Meisterwerke

Es sind technische Meisterwerke aus Pforzheim. Daran lässt Kieselbach keinen Zweifel. Er beschäftigt sich seit 30 Jahren mit der historischen Deutschen Armbanduhr. Vor 20 Jahren sei die Idee zu dem Buch entstanden. Denn im Gegensatz zu den Bergen an Literatur über Schweizer Uhren, sei in Deutschland kaum etwas dokumentiert. Und Deutschland meint Pforzheim, sagt Kieselbach sinngemäß. Denn das Gros der bedeutenden Hersteller fabrizierte in der Goldstadt.

Nicht viel überliefert

Viel ist nicht überliefert dazu. Kieselbach hat sich deshalb darauf konzentriert, Menschen zu finden, die etwas wissen zum Thema. Und er hat bei den wenigen Uhrenfirmen, die noch übrig sind, in die Archive geschaut, die 1945 den Bombenangriff auf Pforzheim überstanden haben. Namentliche drei Quellen stellt er in den Mittelpunkt. Kieselbach unterstreicht die Bedeutung des 93-jährigen Uhrmachers Werner Schulz für das Werk. Dieser habe auch wesentliche Stücke für die reichhaltige Bilddokumentation beigesteuert. Außerdem dankt er Uhrenfabrikant Hansjörg Vollmer und der Firma von BV-Präsident Uwe Staib.

Laco-Uhrwerk als Hingucker

Optisch setzt Kieselbach auf die Bedeutung der Militäruhren für die Entwicklung der Armbanduhr. Auf dem Umschlag ist ein Laco-Werk mit 22 Steinen zu sehen. Innen gibt es eine knapp 50-seitige Einführung und dann kommen sie, all die Namen und Marken, von denen zumindest ältere Pforzheimer viel erzählen können. Sie verweisen auch auf den Wandel. „Aus der Stadt der Uhrenindustrie ist eine Stadt der Hightech-Industrie geworden“, lässt Kieselbach einfließen. Forestadent, Lacher und G.Rau stehen für diese Entwicklung.

Viel Qualität ist verloren gegangen

Der Uhrenenthusiast unterstreicht am Beispiel G. Rau aber auch, welche Qualität in Pforzheim verloren gegangen ist. Dabei macht er deutlich, dass die ganze Geschichte natürlich noch lange nicht erzählt ist. G.Rau habe unglaublich gute Gehäuse für Schweizer Prominenz gemacht. Während das Unternehmen selbst kaum noch etwas davon oder auch von den Füllfederhaltern aus eigener Produktion besitzt, kenne er in Bayern einen Sammler, der dies zeigen könnte.

Ausstellungsidee

Kieselbach lässt die Ausstellungsidee einfach so einfließen. Vielleicht greift sie jemand auf, so wie sein eigenes Projekt den BV überzeugte. Das Buch über die Geschichte der Pforzheimer Armbanduhren wurde aus Anlass des Jubiläums Goldstadt 250 von der DSU in Zusammenarbeit mit dem Untitled Verlag herausgeben. Es wird im Buchhandel und in den Schmuckwelten verkauft: ISBN 978-3-9818171-1-9