In Remchingen hat sich am Mittwochvormittag Rauch in einer Dachgeschosswohnung entwickelt. Dabei kam offenbar eine Person ums Leben. | Foto: Aaron Klewer/Einsatz-Report24

Zigarette löste wohl Feuer aus

Brand in Remchingen: 53-Jährige tot geborgen

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Von unserem Mitarbeiter Nico Roller

Gespenstische Stille herrscht am Mittwochmittag in der Singener Blumenstraße gut zwei Stunden, nachdem dort ein Brand im Obergeschoss eines gemeindeeigenen Gebäudes gemeldet wurde. Bei dem Feuer kam eine 53-jährige Frau ums Leben. Schaulustige trifft man keine an, nur selten fährt ein Auto vorbei. Die Straße vor dem Gebäude ist inzwischen zwar nicht mehr abgesperrt, ein Durchfahren aber trotzdem nicht möglich: Zwei Fahrzeuge der Feuerwehr stehen noch vor Ort. Einsatzleiter Sven Krewedl und sechs Kameraden warten vor dem Gebäude.

Die Helme haben sie abgesetzt, einige die dicken Jacken ausgezogen. Zwei Brandermittler seien im Gebäude, erklärt Krewedl. Wenn sie mit ihrer Arbeit fertig sind, stehen für die Feuerwehrleute noch kleinere Nachlöscharbeiten an. Man müsse vor allem den Boden kontrollieren, erklärt der Einsatzleiter, weil dort noch eine leichte Rauchentwicklung zu sehen sei. Mit 30 Einsatzkräften aus Remchingen und Königsbach-Stein war die Feuerwehr vor Ort. Den Brand hatten die Floriansjünger relativ schnell unter Kontrolle.

Ein richtiges Großaufgebot

Ähnliches berichtet auch ein Anwohner, der in einer Nebenstraße gerade den Kofferraum seines Autos einräumt. Den Einsatz hat er mitbekommen. Ein richtiges Großaufgebot sei da gewesen. „Die sind da mit voller Montur rein.“ Am Eck hätten die Feuerwehrleute auch ein paar Ziegel entfernt. Ganze zwei Stunden stand der Rettungswagen vor Ort. Flammen habe er von außen keine sehen können, erzählt der Mann – und sagt, vor ein paar Jahren habe es in der Straße schon einmal gebrannt.

Brand in weiterem Gebäude der Gemeinde

Tatsächlich gab es in der Vergangenheit einen Brand in einem Gebäude in derselben Straße, das ebenfalls der Gemeinde gehört. Das bestätigt auch der Remchinger Feuerwehr-Kommandant Marc Unger gegenüber dem Pforzheimer Kurier. In dem nun betroffenen Gebäude sei die Feuerwehr zwar auch schon hin und wieder im Einsatz gewesen, aber nur wegen Dingen wie Türöffnungen und Wasserschäden.

Wärmebildkamera hilft bei schnellem Auffinden

Der Brand wurde der Feuerwehr am Mittwochmorgen ein paar Minuten nach 10 Uhr gemeldet. Schon von der Leitstelle habe man erfahren, dass unter Umständen eine Person vermisst werden könnte, berichtet Marc Unger. Mit Atemschutzgeräten betraten die Feuerwehrleute das Gebäude. Dank der mitgeführten Wärmebildkamera fanden die Einsatzkräfte die Frau bereits drei Minuten nach Eintreffen. Die Feuerwehrleute übergaben die Frau an das Rote Kreuz, das allerdings nur noch den Tod feststellen konnte. Gebrannt habe es in einem Nebenraum der Wohnung im ersten Obergeschoss, die komplett verraucht gewesen sei. Mit dem Vorgehen der Feuerwehrmitglieder ist der Kommandant sehr zufrieden und betont, wie wichtig die Wärmebildkamera für diesen Einsatz gewesen sei: „Die Wärmebildkamera ist ein wertvolles Instrument. Früher hätte man den Boden noch mit den Händen absuchen müssen.“

Zigarette war wohl Brandauslöser

Die Brandursache steht laut Polizei noch nicht zweifelsfrei fest, dürfte wohl aber nach ersten Erkenntnissen auf den achtlosen Umgang mit Zigaretten zurückzuführen sein. „Ein Fremdverschulden sowie ein technischer Defekt werden derzeit ausgeschlossen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Beamten. Ursache für den Tod der Frau sei wohl das Einatmen der giftigen Rauchgase gewesen. Um mögliche Glutnester ausfindig machen zu können, seien durch die Feuerwehr Teile des Dachs abgenommen worden. Das Haus ist laut Polizei noch bewohnbar, so dass alle evakuierten Nachbarn wieder in ihre Wohnungen zurückkehren konnten. Neben Feuerwehr und Polizei war auch das Rote Kreuz vor Ort: mit einem Notarzteinsatzfahrzeug, einem leitenden Notarzt, zwei Rettungswagen, einem Krankentransportwagen, dem Einsatzleiter sowie Helfern des DRK-Ortsvereins Remchingen. Neben der Verstorbenen seien neun weitere Personen zu betreuen gewesen, teilt der DRK-Kreisverband mit. Sechs davon kamen ins Krankenhaus.