Papst Franziskus bei seiner wöchentlichen Generalaudienz auf dem Petersplatz. | Foto: dpa

„Nicht aus der Form fallen“

Remchinger Museumsleiter erhält Audienz beim Papst

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Jeff Klotz, Künstlerischer Leiter des Römermuseums Remchingen, begibt sich auf eine besondere Reise: Er trifft in wenigen Tagen den Papst. Wie er sich auf die Audienz vorbereitet und über welche Themen er gerne mit dem Kirchenoberhaupt sprechen würde, verrät er im Gespräch.

Herr Klotz, am 22. Mai haben Sie die Gelegenheit, persönlich dem Papst gegenüberzutreten – wie überraschend kam diese Einladung in den Vatikan für Sie?

Klotz: Die finale Zusage, die ich diese Woche erhielt, war nicht mehr ganz so überraschend. Es hatte sich bereits über zahlreiche Vorgespräche angebahnt – die Vorfreude konnte also eine Weile wachsen. Der Hintergrund zur Einladung ist die Veröffentlichung des Buches „50 Kirchen in Rom – ein spiritueller Rundgang“, das Josef Fink und ich an den Papst übergeben dürfen. Da ich seinen bedeutenden Kunstverlag langfristig fortführen darf, ist das auch eine Gelegenheit, einen besonderen Segen für unsere verlegerische Arbeit zu erhalten.

Der Titel klingt jetzt erst einmal nach klassischem Bildband. Es verbirgt sich aber noch mehr dahinter…

Klotz: Ja, das hervorragende Werk von Cornelius Roth ist ein Hybrid: Auf der einen Seite ist es ein Kunst- und Kulturführer mit Informationen über die Architektur und Historie der Gebäude, aber auch eine theologische Handreichung mit kurzen Gebeten, Meditationen oder Liedern. So soll ein praktischer Zugang zu den Gotteshäusern ermöglicht werden.

Jeff Klotz, Leiter des Römermuseums Remchingen und des J. S. Klotz Verlagshauses

Wie bereiten Sie sich auf die Audienz vor?

Klotz: Es gibt ja eine genaue Etikette für solche Anlässe. Dazu gehört die Kleidung – dunkler Anzug, Krawatte – aber auch der gesamte Ablauf. Als Kirchenhistoriker habe ich mich mit der Liturgie schon berufsbedingt genau beschäftigt. Man wird aber auch gut vorbereitet, der Privatsekretär des Papstes, Georg Gänswein, hat hierzu Informationen übermittelt. Bei einem solchen Anlass darf man schließlich nicht aus der Form fallen – und ich würde das auch auf keinen Fall wollen, denn die Audienz beim Papst ist für mich als Verleger von zahlreichen kirchlichen Titeln eine große Ehre.

Über welche Themen würden Sie gerne mit dem Kirchenoberhaupt sprechen, wenn sich die Möglichkeit zu einem etwas freieren Gespräch ergibt?

Klotz: Der Papst ist sprachlich ja sehr beschlagen und hat auch schon zahlreiche deutsche Bücher gelesen. Neben dem Band „50 Kirchen in Rom“, den ich und Josef Fink überreichen dürfen, werde ich auch einen Band zum Kloster Maulbronn mitbringen. Die facettenreiche Geschichte des Klosters würde ich gerne zum Anlass nehmen, um über die Ökumene zu sprechen. Als jemand, der sowohl in der evangelischen wie auch in der katholischen Kirche engagiert ist, liegt mir dieses Thema sehr am Herzen.