Eintauchen und wegdriften: Das "Great Barrier Reef" im Gasometer Pforzheim zieht weiter die Besucher an. | Foto: ron

Bald 200.000 Besucher

Riesenpanorama „Great Barrier Reef“ in Pforzheim länger zu sehen

Anzeige

Der Publikumsstrom ins „Great Barrier Reef“ ist ungebrochen. In wenigen Tagen wird schon Besucher Nummer 200.000 des Riesenpanoramas im Pforzheimer Gasometer erwartet. Die große Resonanz lässt für die Verantwortlichen nur einen Schluss zu: Die Schau wird über das Jahresende hinaus verlängert. Sie soll nun bis mindestens Ende 2020 zu sehen sein.

Das gigantische Naturbild von Künstler Yadegar Asisi hängt seit November im Pforzheimer Osten. Ursprünglich war es bis zumindest Ende dieses Jahres datiert. Man wollte abwarten, wie der Nachfolger von „Rom 312“ angenommen wird, und hielt sich offen, das Motiv nach gut einem Jahr zu wechseln. „Das werden wir nicht machen“, betont nun Betriebsleiterin Angelika Taudien auf Anfrage von bnn.de / Pforzheimer Kurier. Man werde das „Great Barrier Reef“ auch das komplette nächste Jahr zeigen.

Naturbild könnte erfolgreicher werden als Vorgänger „Rom 312“

Der Vertrag mit Asisi in Pforzheim gilt für fünf Kunstwerke. Ursprünglich war ein jährlicher Wechsel vorgesehen. Das Pforzheimer Premierenwerk „Rom 312“ hielt sich dann aber fast vier Jahre und zog nach langsamem Start insgesamt rund 600 000 Besucher an. Noch erfolgreicher könnte nun das „Great Barrier Reef“ werden. Im Schnitt kommen 500 Zuschauer am Tag, in der Spitze sind es an die 800. Das nimmt man auch im Team um den Berliner Künstler selbst wahr. „Wir sind glücklich und zufrieden, dass das Werk in Pforzheim so gut angenommen wird“, sagt Asisis PR-Verantwortlicher Karsten Grebe.

Interesse auch durch Klimawandel

Die Gründe für den Erfolg sind vielfältig. Gasometer-Betriebsleiterin Taudien glaubt, dass man vom medialen Thema Klimawandel profitiere. „Die Korallenbleiche, die Sorge ums Great Barrier Reef ist in diesem Zusammenhang in den Köpfen“, sagt sie. Marketingchef Wolfgang Trautz beobachtet, dass die Schau für Naturschützer in der Tat von großem Interesse ist. Auch Taucher oder Menschen, die schon in Australien waren, zählen zu den Besuchern. Vor allem aber setzt das Team im Gasometer auf gezielte Werbung für verschiedene Phasen des Jahres. In den Sommerferien kommen viele Familien, es gibt Angebote für Kinder. „Für September sind wir dann schon wieder gut von Reisegruppen gebucht“, erklärt Angelika Taudien. Die Besucher kommen dann busweise.

„Leute posten Details, die wir selbst noch nicht kannten“

Obwohl es gerade auf dem Aussichtsturm inmitten des Gasometers manchmal voll wird, beobachtet Marketingchef Trautz eine entspannte Stimmung. „Das kommt auch durch die Sphärenmusik. Sie entschleunigt und holt einen runter“, sagt Trautz. Auf den ersten Blick sehe das 35 Meter hohe und 110 Meter breite 360-Grad-Bild an allen Stellen ähnlich aus. „Man muss sich ein bisschen Zeit nehmen um einzutauchen“, so Trautz. Dann entdecke man ständig neue Details. Ihm selbst gehe es nicht anders. „Die Leute posten bei Facebook gerne Bilder aus dem Gasometer. Sie zeigen oft Details, die wir selbst so noch nicht kannten.“

Über das nächste Asisi-Bild ist noch nicht entschieden

Asisis Werke hängen neben Pforzheim auch in Berlin, Dresden, Leipzig, Hannover, Wittenberg, im französischen Rouen und künftig in Konstanz. Das Portfolio umfasst Naturbilder wie „Everest“ und „Amazonien“, aber auch historische Motive. Über einen Nachfolger des Unterwasserpanoramas in Pforzheim ist noch nicht entschieden. Es kommt auch darauf an, welche Bilder dann auf dem Markt sind, so Trautz. Auf einer zweiten Schiene im Gasometer hängt noch der Vorgänger „Rom 312“. Er könnte übergangsweise gezeigt werden. Trautz glaubt aber nicht recht daran. Man benötige viel Zeit, um die Begleitausstellung wieder aufzubauen.