Die elf Windkraftanlagen sind fertiggestellt und liefern Strom. Derzeit laufen die Rückbauarbeiten. Wirsol-Pressesprecher Jürgen Scheurer (links), Geschäftsführer Simon Schunter und Projektleiterin Susanne Alte haben den Baufortschritt im Blick. Foto: Ehmann

Windpark in Straubenhardt

Rückbau fast fertig

Seit Ende März sind die elf Anlagen im Windpark Straubenhardt am Netz. Derzeit wird die Baustelle zurückgebaut. Spätestens im Juli soll diese Maßnahme abgeschlossen sein. Für September ist die offizielle Einweihungsfeier des Parks geplant.

Feier im September geplant

Mit dem bisher eingespeisten Strom und den Ertragszahlen sei er sehr zufrieden, sagt Simon Schunter, Geschäftsführer der Betreiberfirma Wirsol: „Es gibt keinen Grund zur Sorge, dass ein falscher Standort ausgewählt wurde.“ Pro Jahr sollen die elf Anlagen im Wald zwischen Dennach, Dobel, Neusatz, Schwann, Conweiler und Langenalb 33 Megawatt Leistung liefern, was für die Versorgung von ungefähr 22 000 Haushalten reichen soll. Der Straubenhardter Windpark sei, was die Leistung angeht, der fünftgrößte in Baden-Württemberg, so Schunter.

Geräusche „nicht so dramatisch“

Wanderer und Leute, die durch die Waldwege im Park schlendern, zeigten sich interessiert und fänden sowohl den Platzverbrauch als auch die Geräusche der Anlagen als „nicht so dramatisch“, schildert Schunter. In der Planungsphase seien die Meinungen kritischer gewesen. Wie berichtet, kämpfte vor allem die Bürgerinitiative „Gegenwind“ gegen den Windpark und hat versucht, das Projekt gerichtlich zu stoppen. Zwei Eilanträge der Gemeinde Dobel und von zwei Privatpersonen vor dem Verwaltungsgerichtshof seien noch offen. Dabei gehe es darum, den Sofortvollzug auszusetzen. Ein Baustopp werde es jedoch nicht geben, da die Arbeiten so gut wie fertig sind, so Scheurer.

Zwei Eilanträge vor Gericht noch offen

Auch zwei Widersprüche im Genehmigungsverfahren gelte es noch aufzuarbeiten. Das Landratsamt Enzkreis hatte als Baukontrolleur die „genaue und rigide“ Baugenehmigung für den Windpark erteilt – zwei Jahre, nachdem Wirsol den Bauantrag gestellt hatte.

Park mit langer Historie

„Eine lange Historie“, blickt Scheurer zurück, denn bereits 2011 hat der künftige Betreiber erstmals seine Pläne öffentlich vorgestellt. Im Oktober 2017 wurden die ersten der fast 200 Meter hohen Anlagen gebaut, bis Jahresende waren bereits drei am Netz. Wirsol trägt die Baukosten, einen Betrag im „mittleren, zweistelligen Millionenbereich“. Genauer wollte Scheurer die Summe nicht beziffern. Eine Bankbürgschaft in Höhe von 4,2 Millionen Euro hat Wirsol als Sicherheit dafür gegeben, dass der Windpark nach seiner Laufzeit wieder zurückgebaut werden kann. Diese beträgt 20 Jahre und mit einer Verlängerung weitere fünf Jahre. Wirsol sei es wichtig gewesen, Transparenz zu erreichen, etwa durch Bürgerinformationen, und den Menschen die Angst vor dem Windpark zu nehmen. Viele hatten befürchtet, dass unnötig viel Wald für das Projekt abgeholzt werde. Dabei betrage der einmalige Holzeinschlag 3 500 Festmeter und werde wieder aufgeforstet, betonte Wirsol-Pressesprecher Jürgen Scheurer.

Ausgleichsmaßnahmen „ein großes Paket“

Rund 13,2 Hektar groß ist die gesamte Rodungsfläche, zwei Hektar werden wieder aufgeforstet, erklärt Projektleiterin Susanne Alte. Die Ausgleichsmaßnahmen, die parallel laufen, seien „ein großes Paket“: Sieben Teiche werden unter anderem vergrößert oder neu angelegt. Außerdem 170 Nistkästen, die als Ersatz für Habitat-Bäume in „Inseln“ im Park aufgehängt werden. Mit Rücksicht auf die Fledermäuse werden die Anlagen nachts abgeschaltet – wenn es regnet, es mehr als zehn Grad warm ist und die Windgeschwindigkeit unter sechs Metern pro Sekunde liegt. Die Anlage Nr. 2 ist von Mai bis August ganz abgeschaltet, um das nahe gelegene Revier der Wespenbussards zu schützen.

Zahlung an Naturschutzfonds

Mehr als 1,5 Millionen Euro gibt Wirsol für die Ausgleichsmaßnahmen aus. Dazu zählt auch eine Zahlung an die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg beim Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Kranstellflächen müssen jedoch bleiben, so Scheurer – für den Fall, dass Reparaturen an den Anlagen anstehen. Wenn alles zurückgebaut, begrünt und renaturiert ist, sieht der Park ganz anders aus, sagte Alte, die sich eine Art Erlebnispark vorstellen kann. Mit der Gemeinde Straubenhardt – drei der elf Anlagen liegen auf Gemeindegrundstücken, die übrigen acht im Staatswald – laufen noch die Abstimmungen. Bei den Energietagen am 15. und 16. September soll es zudem ein Rahmenprogramm für die Bevölkerung geben.