Einen reibungslosen Verlauf konnten die Wahlhelfer im Kulturhaus Osterfeld am Wochenende bei der Wahl des neuen rumänischen Präsidenten melden.
Einen reibungslosen Verlauf konnten die Wahlhelfer im Kulturhaus Osterfeld am Wochenende bei der Wahl des neuen rumänischen Präsidenten melden. | Foto: Friedrich

Erster Wahlgang: 3.700 Stimmen

Rumänen stimmen auch bei Stichwahl wieder in Pforzheim über ihren Präsidenten ab

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Die Rumänien haben am Sonntag einen neuen Präsident gewählt. Daran beteiligen durften sich auch Bürger rumänischer Abstammung, die in Deutschland leben. Mussten diejenigen, die in Pforzheim und im Enzkreis wohnen, bei der vorherigen Wahl noch längere Strecken auf sich nehmen, stand ihnen am Wochenende im Kulturhaus Osterfeld erstmals ein Wahllokal in Pforzheim zur Verfügung, das übrigens sogar drei Tage lang geöffnet hatte.

Von unserem Mitarbeiter Stefan Friedrich

Etwa 3.700 Menschen rumänischer Abstammung sind in Pforzheim und im Enzkreis wahlberechtigt, erklärte Wahlleiter Bogdan Dimitrescu im Gespräch mit dem Pforzheimer Kurier. Viele von ihnen hatten schon an den ersten beiden Tagen ihre Stimme abgegeben. Am Freitag waren es rund 160, die ab dem frühen Nachmittag eine der Wahlkabinen im Kulturhaus Osterfeld aufsuchten; am Samstag kamen dann noch einmal deutlich mehr: 600 Wähler haben sie bis zum Nachmittag registriert.

Update: Am 24. November wird eine Stichwahl stattfinden. Auch an diesem Termin kann in Pforzheim wieder abgestimmt werden, bestätigte ein Sprecher der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft auf BNN-Anfrage.

 

Den größten Ansturm erwartete Dimitrescu allerdings für den Sonntag. Bis zur Schließung des Wahllokals um 21 Uhr rechne er mit weiteren 2.000 Wählern, vor allem solchen, die nicht direkt in Pforzheim wohnen. „Wir hoffen, dass wir dann minimum 3.000 Stimmen haben werden“, bemerkte Dimitrescu.

Eines von 22 Wahllokalen im Südwesten

Das wäre eine beachtliche Zahl, doch auch so hat sich schon bewährt, dass bei dieser Wahl auch in Pforzheim ein Wahllokal geöffnet hat, eines von 22 in ganz Baden-Württemberg. Ein Novum, das vor allem der Deutsch-Rumänisches Gesellschaft Pforzheim/Enzkreis zu verdanken ist, deren Vertreter sich für die Möglichkeit einer Stimmabgabe in der Goldstadt eingesetzt hatten.

Nicht nur Adrian Lascu wusste das zu schätzen. Er gab seine Stimme am späten Samstagnachmittag ab. „Hier ging alles schnell und gut“, lobte er die Organisation. Dass er in Pforzheim wählen konnte, sei nicht nur eine „Erleichterung“ für ihn gewesen; vergessen waren damit auch die Erinnerungen an das letzte Mal. „Da waren wir in Stuttgart“, erzählte er. „Sogar umsonst.“ Der Andrang sei dort nämlich so groß gewesen, dass er selbst seine Stimme nicht mehr abgeben konnte. Auch, weil das Wahllokal damals nur einen Tag lang geöffnet hatte.

Viel besser als das letzte Mal

Alexandru Gidinceanu

Anders als jetzt in Pforzheim, wo eine Stimmabgabe von Freitag bis Sonntag möglich war. Hier sei auch alles reibungslos abgelaufen. Ähnlich äußerte sich Alexandru Gidinceanu. Er musste bei der letzten Wahl noch in den Landkreis Calw ausweichen. Hier in Pforzheim sei alles „viel besser als das letzte Mal“ gewesen, versicherte er nach seiner Stimmabgabe. Auch, weil die Wahlhelfer drinnen sehr hilfreich gewesen seien. Entsprechend positiv fällt seine Einschätzung aus: „Super“ sei es gewesen, dass sie dieses Mal hier in Pforzheim wählen durften.

Digitales Programm überprüft jeden Ausweis

Die positive Stimmung bekamen auch die Wahlhelfer zu spüren. „Die Leute sind nett und wir haben eine entspannte Atmosphäre“, verriet Emilia Dimitrescu, die als eine von mehreren Wahlhelfern für jenen reibungslosen Ablauf verantwortlich war. „Niemand regt sich auf“, sagte sie, und Wartezeiten habe es bislang auch keine gegeben. „Wir haben genug Wahlkabinen“, betonte sie.

Und nicht zuletzt auch elektronische Unterstützung: Ein Programm überprüfte zunächst jeden Ausweis, damit unter anderem sichergestellt war, dass keiner versehentlich mehrfach abstimmt, dann ging’s auch schon weiter in die Wahlkabine. „Das geht dieses Mal alles sehr einfach und sehr schnell“, erklärte Bogdan Dimitrescu. Das zu hören, wird nicht zuletzt die Verantwortlichen der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft freuen.