Es hat nicht sollen sein: Die Basketballerinnen der Rutronik Stars Keltern waren gegen Wasserburg chancenlos. | Foto: Harry Rubner (Archiv)

Frauen-Basketball

Rutronik Stars Keltern erleben Final-Debakel

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Der Traum der Rutronik Stars Keltern ist geplatzt. Statt den Gewinn des ersten bedeutenden Titel der Vereinsgeschichte erlebten die Grünen Sterne im Frauenbasketball-Pokal einen rabenschwarzen Finaltag beim Top Four und mussten gegen Titelverteidiger TSV Wasserburg mit 53:78 (28:47) eine herbe Klatsche hinnehmen.

Keltern-Gala im Halbfinale gegen Chemnitz

„Die Enttäuschung ist groß, das sitzt natürlich tief“, sagt Sterne-Coach Christian Hergenröther, „gerade nach so einem tollen Halbfinale“. Am Samstag hatte Keltern noch eine Sternstunde erlebt und die gastgebenden Chemcats mit 97:58 (58:33) regelrecht überrannt. „Vielleicht war der hohe Sieg gegen Chemnitz nicht so gut“, bemerkt Hergenröther, „weil du dann denkst: Hurra, es läuft.“

Wasserburg spielt Keltern an die Wand

Genau andersherum lief es bei den Wasserburgern. Die hatten beim 70:52 gegen die BG Göttingen ordentlich zu kämpfen. Zur Halbzeit hatte der Ligazweite gegen die Niedersachsen zurückgelegen. Dann aber fanden die Bayerinnen den richtigen Hebel, um nicht nur das Spiel zu drehen, sondern auch Traumbasketball zu spielen. Und im Finale machten sie dort einfach weiter. Der Showdown der beiden besten deutschen Frauenbasketball-Mannschaften war entsprechend früh entschieden. Nach dem ersten Viertel lag Wasserburg bereits mit 26:16 vor, baute den Abstand dann auf 19 Punkte zur Pause aus und 26 nach dem dritten Viertel (62:36).

Sterne bekommen Reid und Tobin nicht in den Griff

Die überragende Monique Reid (30 Punkte) sowie die wiedergenesene Rebecca Tobin schalteten Keltern fast im Alleingang aus. Reid – die allein in der ersten Halbzeit 21 Punkte erzielte – wanderte durch die Kelterner Abwehr wie ein heißes Messer durch Butter. Nichts war da zu sehen von den Defensivqualitäten Kelterns. „Wasserburg hat uns gleich am Anfang den Zahn gezogen“, sagt Hergenröther.

Keltern offensiv zu harmlos

Offensiv fand Keltern dank der starken Tobin zudem kaum statt, trotz starker Quote bei den Offensivrebounds. Dass Amber Orrange mit sechs Punkten nach Maillis Pokk (17) und Alicia deVaughn (14) bereits drittbeste Sterne-Werferin war steht beispielhaft für die Ideenlosigkeit der Mannschaft, die mit der Spritzigkeit Wasserburgs nicht mithalten konnte. Hinzu kommen das katastrophale Turnover- und Stealverhältnis sowie im späteren Verlauf zahlreiche Fehlwürfe. Wasserburg war wacher, nutzte die Unkonzentriertheiten der Sterne konsequent aus. „Bei denen geht alles rein, bei uns gar nichts“, bilanziert der frustrierte Hergenröther. Jetzt helfe nur: Analysieren und Abhaken. „Wir müssen diesen Schmerz umwandeln und in den Play-offs wieder angreifen.“