Mit seinem Bulldog und Dackeldame Hexe fuhr Hubert Wirth zur Fußball-WM nach Russland. Archivfoto: Ochs

Mit dem Bulldog zur WM

Schellbronner tuckert nach Russland

Hubert Wirth ist seit drei Wochen mit seinem Lanz Bulldog in Osteuropa unterwegs. Sein Ziel: die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland.

Wie ein Nachbar des Schellbronners erzählt, hat er ihm WM-Tickets an eine Adresse in Warschau geschickt. Inzwischen ist der 69-Jährige in Russland angekommen, wie das ZDF berichtet. Überhaupt ist das Medieninteresse groß an Wirth, der mit seinem Bulldog und Dackeldame „Hexe“ und maximal 20 Stundenkilometern durch die Lande tuckert: Anfragen von Journalisten aus Russland, Norwegen und der Schweiz nach Kontaktdaten gingen per E-Mail beim Pforzheimer Kurier ein. Und auch die ARD hat angerufen und wollte wissen, wie sie Wirth erreichen kann. Der Grund ist der Artikel im Kurier – der immer noch im Internet zu finden ist – über Wirths Reise von vor zwei Jahren. Damals waren er und „Hexe“ mit dem 80 Jahre alten Bulldog und einem Holzhäuschen auf einem Anhänger zu einer Fahrt nach Gibraltar aufgebrochen.

Um den 82 Jahre alten Traktor zu starten, braucht Hubert Wirth zehn Minuten. Aber der Schellbronner hat Erfahrung mit Traktorreisen im Schritttempo. Archivfoto: Ochs

Viele Anfragen von Journalisten aus Russland

Zweieinhalb Jahre hatte der ehemalige Testfahrer bei Daimler-Benz an der Maschine gebastelt und sie aufwändig instand gesetzt. Und das technische Know-how braucht der gebürtige Rottenburger auch auf seiner 2 500 Kilometer langen Fahrt nach Russland, falls es mal etwas zu reparieren gibt – abgesehen vom Luftfilter reinigen und Ölstand messen, denn das fällt regelmäßig an. Zehn Minuten dauert es, bis der Globetrotter mit einer Glühlampe den Glühkopf angeheizt hat und bis er mit dem Lenkrad den Diesel-Zweitakt-Motor in Gang bringt.

2500 Kilometer mit dem Bulldog unterwegs

Aber Wirth hat Erfahrung mit Traktor-Reisen. Kurz nachdem er vor über zwölf Jahren in den Vorruhestand getreten war, ist er mit seinem Traktor, den er „Hummele“ getauft hat, und seiner inzwischen verstorbenen Terrier-Dame „Scotti“ mehrmals losgetuckert: nach Italien, Korsika und Frankreich (der Pforzheimer Kurier berichtete). Sein neues Häuschen, in dem das Reise-Duo wochenlang nächtigt, hat Wirth mit einem Kühlschrank ausgestattet. Außerdem mit Bett, Dusche, Schränken, Herdplatten, Radio und Fernseher, auf dem Wirth die Fußball-WM verfolgen will. Im Mittelpunkt der Reisen stehen jedoch die Begegnungen mit Menschen. Und die reagieren meist euphorisch, wenn Wirth und Hexe vorbeiknattern: „Die Leute flippen alle aus, wenn ich ihnen von meinen Reiseplänen erzähle“, so der Schellbronner.

Die Leute flippen aus

Manchmal wird das Häuschen zum Beichtstuhl, wenn Zufallsbekanntschaften ihm ihre Lebensgeschichte erzählen. Am Reisen im Schritttempo schätzt Wirth die Langsamkeit, bei der die Gedanken zur Ruhe kommen und er die Landschaft genüsslich vorbeiziehen lassen kann.

Wirth hofft auf starke Eindrücke bei der WM

Das große Ziel Gibraltar hatte Wirth vor zwei Jahren übrigens nicht erreicht, weil das Wetter zu schlecht war. Dafür hat er sich in Frankreich Spiele bei der Fußballeuropameisterschaft angeschaut. „Das war der Höhepunkt der Tour“, erzählte er nach der Reise. Auf ähnlich starke Eindrücke hofft er natürlich bei der WM in Russland.