Schüssler Wildenmann
AUSSAGE GEGEN AUSSAGE: Die beiden Grünen-Politiker Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler aus Pforzheim und Kreisrat Joachim Wildenmann aus Birkenfeld. | Foto: str/Stadt Pforzheim

Klapfenhardt-Projekt Pforzheim

Schüssler-Aussagen zu Gewerbegebiet: Protokoll unter Verschluss

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Hat sich Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler (Grüne) vor Parteifreunden von den Klapfenhardt-Plänen der Stadtverwaltung Pforzheim distanziert? Sie selbst bestreitet dies, ihr Parteifreund und Kreisrat Joachim Wildenmann beharrt auf dem Gegenteil. Es steht Aussage gegen Aussage. Und nun?

Zur Wahrheitsfindung beitragen könnten Aufzeichnungen des Grünen-Kreisverbands Pforzheim/Enz, doch diese sollen nicht veröffentlicht werden, wie aus einer Antwort des Vorstandsmitglieds Klaus Fingerhut an den Pforzheimer Kurier, der Pforzheimer Ausgabe der Badischen Neuesten Nachrichten, hervorgeht. Fingerhut zeichnet für das Protokoll der Sitzung des Arbeitskreises Flächenverbrauch verantwortlich. Der Grünen-Vorstand betont, es handle sich um „einen internen und informellen Arbeitskreis“.

Grünen-Protokoll bleibt unter Verschluss

Dieser Arbeitskreis hatte am 7. März die Baubürgermeisterin zu Gast, um mit ihr über ein umstrittenes Bauprojekt zu diskutieren: das zwischen der Wilferdinger Höhe und Ispringen geplante 68-Hektar-Gewerbegebiet Klapfenhardt. Auch weil dafür viel Wald gerodet werden müsste, gibt es heftige Kritik an dem Vorhaben, das dringend benötigte Steuereinnahmen bringen soll. Naturgemäß gerade bei den Grünen.
Dass ausgerechnet die grüne Baubürgermeisterin und Umweltdezernentin das Projekt mit vorantreibe, war vielen Parteimitgliedern und Wählern ein Ärgernis, weshalb ihm der Punkt bei der Sitzung auch besonders wichtig gewesen sei, sagt Kreisrat Wildenmann.

Aus Loyalität zu OB Boch mitgetragen?

Ihm zufolge hat sich die Bürgermeisterin bei der Sitzung deutlich erklärt, dass sie „privat auch gegen Klapfenhardt“ sei, das Projekt aber aus Loyalität zu ihrem Vorgesetzten Oberbürgermeister Peter Boch (CDU) mittrage. Wildenmann habe sich darüber sehr erleichtert gezeigt und Schüssler gefragt, ob er ihre Haltung kommunizieren dürfe, was diese bejaht haben soll. Deshalb sei er überrascht, dass die Bürgermeisterin im Nachhinein in Bausch und Bogen dementierte und von „in den Mund gelegten Zitaten“ sprach, die sie „so nie gesagt“ habe. (BNN.de berichtete.)

„Wir wollen jetzt keine Schlammschlacht“

Ansonsten ist das Bedürfnis nach Aufklärung des Dissens‘ um Schüssler bei den Grünen offenbar wenig ausgeprägt. „Wir wollen jetzt keine Schlammschlacht“, erklärte ein Parteimitglied seine Zurückhaltung bei dem Thema.