Auf der Leinwand verfolgt das Team von „Morotai“ samt Freunden und Familie mit Investorin Dagmar Wöhrl (rote Jacke) die Übertragung der Sendung in der Birkenfelder Firma.
Auf der Leinwand verfolgt das Team von „Morotai“ samt Freunden und Familie mit Investorin Dagmar Wöhrl (rote Jacke) die Übertragung der Sendung in der Birkenfelder Firma. | Foto: Zachmann

Public Viewing bei „Morotai“

„Schüttelt uns, wenn wir abheben“

Anzeige

Von Julian Zachmann
und Tassilo Pfitzenmeier

Euphorischer Jubel brach in der Birkenfelder Carl-Zeiss-Straße aus, wo rund 150 Wegbegleiter, Familienmitglieder und Freunde des Start-up-Unternehmens „Morotai“ den erfolgreichen Deal in der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“ verfolgten. Dabei war es für viele nicht mehr wirklich ein Geheimnis, dass der kreative Gründer Rafy Ahmed und seine Teamkollegen Waldemar Wenzel, Andreas Maier und Werner Strauch den großen Fang gemacht hatten: Wegen einer technischen Panne warb das Modehaus Wöhrl bereits kurz vor der Ausstrahlung mit der neuen Marke, „bekannt aus der Vox-Gründershow“ – obwohl die Seite nur kurzzeitig online war, rief sie das Computermagazin „Chip“ auf den Plan.

„Hier handelte es sich um einen technischen Fehler einer Werbeagentur, die aus Versehen die Seite vorzeitig online gestellt hatte“, erklärte Dagmar Wöhrl im BNN-Interview. „Dieser Fehler wurde nach zwei Minuten korrigiert und die Seite offline gestellt.“ Das komplette Interview mit der „Löwin“ lesen Sie in der Donnerstagsausgabe der BNN.

Man merkt, dass die Gründer für ihr Produkt brennen

Spätestens als Rafy kurz vor Sendebeginn die „Löwin“ Dagmar Wöhrl und ihren Ehemann Hans Rudolf aus dem Büro holte, war die Verbindung klar: „Das Ergebnis ist ja quasi jetzt schon bekannt, aber wir hoffen, ihr werdet trotzdem etwas Nervenkitzel haben“, erklärte er. „Für uns ist das ein sehr wichtiger Abend – schüttelt uns immer wieder mal, wenn wir nachher ein bisschen abheben.“ Auch Dagmar Wöhrl teilte die Freude: „Morotai ist ein fantastisches und vor allem komplementäres Team und man hat von Anfang an gemerkt, dass die Gründer für ihr Produkt brennen.“ Zur Panne sagte sie: „Hier handelte es sich um einen technischen Fehler einer Werbeagentur, die aus Versehen die Seite vorzeitig online gestellt hatte.“

Früherer Professor von Rafy Ahmed bei „Morotai“

Und tatsächlich baute sich langsam aber sicher die Spannung auf unter den Gästen, die es sich an gleich fünf Übertragungsstellen in den Firmenräumen zwischen Kleiderständern und Trainingshanteln gemütlich machten und in den Werbepausen immer wieder ins Gespräch kamen. „Schon im Hörsaal war Rafy eine interessante Persönlichkeit mit eigener Herangehensweise an die Dinge, hatte eine sensible Art und war trotz des Modedesign-Studiums auch immer interessiert am Markt“, stellte sein ehemaliger Hochschulprofessor Matthias Kohlmann fest. Er freute sich, den Weg vom ersten Semester bis hierher begleiten zu dürfen: „Er war schon immer zielgerichtet und geht seinen Weg.“

 

Rafy Ahmed und Waldemar Wenzel bereiten die Gäste auf die Sendung vor. | Foto: Zachmann

WG-Mitbewohner dürfen Probetragen

„Morotai ist bequem, sieht gut aus und hat vor allem eine tolle Funktionalität“. Wenn Ferry und Niklas das sagen, müssen sie es wissen. Schließlich durften die ehemaligen Pforzheimer WG-Mitbewohner von Rafy die erste Lieferung aus Pakistan selbst probetragen. Als „Fan der ersten Stunde“ durfte auch der Galerist Andreas Sarow nicht fehlen, der den jungen Gründern – noch bevor sie ihre neuen Firmenräume hatten – seine Galerie zur Verfügung stellte: „Vor kurzem noch Pforzheim und Umgebung – jetzt ganz Deutschland: Ich freue mich über diesen Werdegang“, erklärte der Immobilienhändler mit Blick auf die Erfolgsgeschichte: „Ich traue Rafy und seinem Team noch mehr zu.“

Teamplayer: Rafy Ahmed, Waldemar Wenzel, Dagmar und Hans Rudolf Wöhrl, Andreas Maier und Werner Strauch (von links). | Foto: Zachmann

Kurz vor halb zehn ist es soweit: Ein Raunen geht durch die Menge, nicht nur weil Morotai vor einem Millionenpublikum durchs Fernsehen flimmert, sondern auch weil eine Zahl auf den Firmenleinwänden plötzlich in den Tausenderbereich steigt.

Internetseite knackt 40.000er Marke

Es sind die aktuellen Klicks von Internet-Nutzern auf die Sportmarkenseite, auf die die jungen Unternehmer ebenso wie das Ehepaar Wöhrl zwischen Bildschirm und Smartphone immer wieder fixiert sind. Während Wöhrl in der Sendung ihre Brille aufsetzt und 100.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile bietet, knacken die aktuellen Seitenbesuche die 40.000er Marke.

Bestellungen schnellen in die Höhe

Ausverkauft – beim Online Versandhändler Zalando ist die Morotai-Kollektion schon vergriffen und muss aufgestockt werden. Morotai-Chef Rafy Ahmed spricht von Bestellungen in vierstelliger Höhe – und das innerhalb von 18 Stunden. Die Ausstrahlung der TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ hat dem jungen Unternehmen einen enormen Schub gegeben. Zumal die Sendung erstmals die Marke von 20 Prozent Marktanteil geknackt hat. Vox war laut Medienberichten sogar Tagesmarktführer bei den Zuschauern zwischen 14 und 49 Jahren – vor RTL und Pro Sieben. Rafy und seine drei Gesellschafter konnten das Sportmodelabel nicht nur den fünf Löwen, sondern fast 3,2 Millionen Zuschauern präsentieren.

Erfolgsgeschichte in den sozialen Medien

Die Erfolgsgeschichte schlägt sich auch in den sozialen Medien nieder. Nach der Ausstrahlung haben laut Rafy über 150.000 Nutzer die Seite von Morotai besucht. Auch die „Likes“ auf der Facebook-Seite seien in die Höhe geschnellt. „Hammer Aktion, Eure Outfits sind wirklich erstklassig und ich würde ausflippen vor Freude, wenn ich damit bald mein Fitness- und Lauftraining absolvieren dürfte“, hat Simone Schnell gepostet. Unter dem Motto „We are ready to win“ hat die junge Firma auf Facebook ein Gewinnspiel ausgerufen, das Begehrlichkeiten weckt. „Ich möchte das gerne gewinnen, dann hab’ ich mehr Motivation, um Sport zu machen“, schreibt Anna Kyn.

Rafy und seine Mitstreiter eilen jetzt von Termin zu Termin, ein Vox-Team war für einen Nachdreh in Birkenfeld, Gespräche mit weiteren Modehäusern stehen an. Der Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft scheint gelegt, ob die Bestellzahlen auch nach dem TV-Hype hoch bleiben, wird sich zeigen.