Die grüne Landtagsabgeordnete Stefanie Seemann ist nach vier Jahren im Amt motivierter denn je. Foto: Ehmann

Eine klare Botschaft

Grüne Abgeordnete Seemann tritt bei der Landtagswahl 2021 wieder an

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Ja, sie will! Die grüne Abgeordnete Stefanie Seemann tritt bei der Landtagswahl am 14. März 2021 wieder an. „Ich sende eine klare Botschaft: Ich werde kandidieren“, bestätigte die 60-Jährige im Redaktionsgespräch mit dem Pforzheimer Kurier. Die Nominierungs- veranstaltung soll Anfang April stattfinden, aber schon jetzt habe sie in Gesprächen mit ihrer Fraktion viel Rückendeckung erhalten.

Noch immer ist Seemann überrascht von dem „sensationellen Ergebnis“ bei der Landtagswahl 2016, als sie auf Anhieb mit fast 27 Prozent der Stimmen das Direktmandat holte. Die Konstellation sei im nächsten Jahr aber eine ganz andere – und auch der Anspruch ihrer Partei.

Ich habe gute Arbeit gemacht

„Das wird kein Selbstläufer, wir werden im Wahlkampf in der Region ordentlich zu ackern haben“, ist Seemann überzeugt. Dennoch blickt die Mühlackerin selbstbewusst auf ihre erste Wahlperiode im Landesparlament zurück: „Ich habe gute Arbeit gemacht und bin sehr präsent“, sagt die Abgeordnete, die ihre Stärke nicht in den lauten Tönen sieht, sondern lieber auf die Menschen zugeht und versucht, gemeinsam eine Lösung zu finden.

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AfD bei Terminen kaum präsent

Die Gefahr, im Vergleich zu „lauten“ Politikern in der Wahrnehmung der Wähler unterzugehen, sieht Seemann nicht. Der Tiefenbronner AfD-Fraktionsvorsitzende Bernd Gögel etwa sei bei Veranstaltungen in der Region nie zu sehen und bei Terminen nicht präsent. FDP-Landtagsmitglied Hans-Ulrich Rülke, der ebenfalls einen anderen Politikstil habe, leiste gute Arbeit, findet Seemann, allerdings erlebe sie ihn als wenig aufgeschlossen. Es gebe wenig Berührungspunkte und das Verhältnis sei eher distanziert, so Seemann.

Beim Gespräch mit Kurier-Redaktionsleiter Daniel Streib (von links), Torsten Ochs, Claudia Kraus und Kübra Kilic blickte Stefanie Seemann auf die Landtagswahl 2021 und zieht nach vier Jahren im Amt eine positive Bilanz. Foto: Ehmann

Motivation hat sich gesteigert

Ihre Motivation, bei Themen, für die sie brennt – wie Naturschutz –, etwas zu erreichen, habe sich nach vier Jahren im Amt sogar noch gesteigert, freut sich die gelernte Landschaftsgärtnerin. Die Fridays-for-Future-Bewegung findet sie „super“: „Die Umweltproblematik ist der Grund, warum ich in die Politik gekommen bin.“ Die Umsetzung von Maßnahmen für die Umwelt gestalte sich allerdings schwierig, räumt Seemann ein. Auch das Klimapaket hätte anders ausfallen können.

Seemann findet „Fridays for Future“ super

Auch der Flächenverbrauch in den Gemeinden treibt sie um. Um den Verbrauch zu vermeiden, brauche es andere Konzepte. „Wir müssen mit den vorhandenen Flächen auskommen. Es sind höchstens Abrundungen möglich“, betont Seemann, die damit eine andere Position einnimmt als viele Stadtoberhäupter, die hoffen, dass durch Neuansiedlungen Geld in die Gemeindekasse fließt. „Die Rechnung geht nicht auf, weil viele große Firmen keine Gewerbesteuern zahlen“, so Seemann.

Unterstützung für Ornamenta in Pforzheim

Um die Finanzen der Stadt Pforzheim drehte sich auch ein Gespräch mit OB Peter Boch und den Amtsleitern. Zuweisungen müssten an den Bedarf gekoppelt werden und nicht wie von der CDU gefordert an die Fläche. Für 2020 stellte Seemann Zuweisungen in Höhe von 25 Millionen Euro in Aussicht.
Auf ihre eigene Fahne schreibt die grüne Landespolitikerin ihre Initiative für kleine Heimatmuseen wie etwa die Einrichtung in Eutingen.

Hier geht es um ein Programm, wie diese Museen im ländlichen Raum zukunftsfähig gemacht werden. Eine Herzensangelegenheit ist für Seemann das Thema Bio-Musterregion, wo es unter anderem um die Förderung regionaler Lebensmittel geht. Schade findet die Mutter von fünf Kindern, dass es mit der Kulturhauptstadt Pforzheim nichts wird. „Das hätte der Stadt gut getan“, sagt Seemann, die die Ornamenta in der Goldstadt unterstützt.

Seemann begrüßt Kretschmanns Kandidatur

Begrüßt hat Seemann auch die Ankündigung von Landesvater Winfried Kretschmann, wieder anzutreten – trotz seiner 71 Jahre. „Man sollte nicht nur auf sein Alter schauen. Viele Jüngere wären nicht fähig, seine Arbeit zu machen“, ist Seemann überzeugt.