Preisgekrönt ist Bruno Jilkes Fantasiefilm „Super Power“, den er für die Aktion „Zurückgespult“ beim Pforzheimer Kurier abgegeben hat. | Foto: Ochs

BNN-Projekt „Zurückgespult“

Seifenkistenrennen auf Film festgehalten

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„Das war schon etwas Außergewöhnliches im Enzkreis“, sagt Jürgen Böttcher aus Eisingen über das Seifenkistenrennen, mit dem der TV Eisingen 1976 das 85-jährige Bestehen des Vereins gefeiert hat.
Der Hobby-Filmer hat das Ereignis auf einem Super-8-Film festgehalten, den er für die Aktion „Zurückgespult“ beim Pforzheimer Kurier abgegeben hat.

Rennen 1976 in Eisingen gefilmt

Vor circa zehn Jahren hat Böttcher den Streifen zuletzt angeschaut. Zu sehen ist der Ortseingang von Eisingen und das Zentrum, das Vereinsgelände und das Clubhaus, wo die Seifenkisten kontrolliert und freigegeben wurden. Der Start für das Rennen fiel in den Weinbergen. Von hier sausten die Kisten zum Ziel im Ort. An den Sieger kann sich Böttcher nicht erinnern – wahrscheinlich habe einer der vielen Teilnehmer aus dem Stuttgarter Raum gewonnen, denn das seien „Profis“ gewesen, während die Kisten der anderen Teilnehmer „zusammengebastelt“ waren.

Stummfilm im Verein aufgeführt

Den farbigen Stummfilm habe er für sich privat gedreht, erzählt Böttcher. Das Werk sei damals aber im Verein aufgeführt worden, bei dem der Goldschmiedemeister 18 Jahre lang Übungsleiter war. Gefilmt habe er damals viel, allerdings fast nur Familienfeste und Ausflüge mit Freunden, sagt der 71-jährige Pforzheimer, der 1974 nach Eisingen gezogen ist.

Auf Film hat Jürgen Böttcher aus Eisingen 1976 das Seifenkistenrennen in Eisingen festgehalten. Foto: Ehmann

Preisgekrönter Fantasiefilm

„Super Power“ heißt der preisgekrönte Super-8-Film, den Bruno Jilke für die Aktion „Zurückgespult“ beim Pforzheimer Kurier abgegeben hat. Mit dem dreiminütigen Fantasiefilm hat der 76-Jährige 1987 beim Amateur-Landesfilm-Wettbewerb Baden-Württemberg in Bad Krozingen den dritten Platz belegt und den Sonderpreis für den außergewöhnlichen Film gewonnen. Ein Jahr später erhielt er bei den Deutschen Amateur- und Video-Festspielen in Karlsruhe auch noch die Silbermedaille. In dem Film gehe es darum, wie es in der Sinneswelt des Zuhörers aussehen kann, wenn er ein Musikstück aus den Ätherwellen mit dem Radio empfängt, erklärt Jilke, der das Musikstück in Linien, Kurven, Farbreflexen und einer Art Feuerwerk umgesetzt hat. Für die Einleitungssequenz seines Experimentalfilms hat Jilke auch den Sender in Mühlacker gefilmt.

Dabei sind viele Erinnerungen geweckt worden

Auf weiteren Filmen, die der ehemalige Schmuck-Designer für „Zurückgespult“ archivieren lässt, ist auch das Peter-und-Paul-Fest und der Waldtierpark in Bretten zu sehen sowie das Bruchsaler Schloss und sein Tonfilm zur Mosel, den Jilke auch schon vor vielen Besuchern bei der vhs in Pforzheim und der Region vorgeführt hat.
Seine ersten Erfahrungen als Amateurfilmer hat der Steiner 1970 beim Verein der Pforzheimer Goldstadtfilmer gesammelt. Später war er Mitglied der Karlsruher Filmgemeinschaft.
20 bis 30 Filme habe er in seinem Archiv zuhause, erzählt Jilke. Gemeinsam mit seiner Frau Anne hat er die Filme gesichtet und für „Zurückgespult“ ausgesucht, so der 76-Jährige: „Dabei sind natürlich auch viele Erinnerungen geweckt worden.“