Vom Festnetz abgeschnitten sind seit drei Wochen Bewohner des Gebiets Heiligenäcker/Eichäcker in Ottenhausen. Foto: Bilderbox

Störung in Ottenhausen

Seit drei Wochen ohne Festnetz

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Sonja Armbruster ist sauer. Am Tag vor Weihnachten hat sie mittags noch einen Anruf bekommen, abends ging dann nichts mehr. Seit fast drei Wochen kann sie über ihren Festnetzanschluss nicht mehr telefonieren. Das geht nicht nur ihr so, sondern auch rund 20 Nachbarn im Wohngebiet Heiligenäcker/Eichäcker im Straubenhardter Ortsteil Ottenhausen.

Jeder sagt etwas anderes

Anrufe – mit dem Handy – bei der Telekom hätten bis jetzt nichts gebracht, sagt die Rentnerin. Das Problem sei, dass sie bei jedem Anruf einen anderen Sachbearbeiter an der Strippe habe und: „Jeder sagt etwas anderes“, so Armbruster. Zunächst hieß es, am 28. Dezember käme ein Techniker vorbei – aber dem war nicht so. Dann sagte ein Sachbearbeiter, das Problem könne nicht bei ihr im Haus liegen, sondern außerhalb  – möglicherweise am Verteilerkasten am Ortseingang oder bei den Kabeln. Für etwaige Aufgrabungen brauche es aber erst eine Genehmigung. „Es kann nicht sein, dass es eine so große Firma nicht schafft, das zu regeln“, empört sich Armbruster. Das Problem sei außerdem, dass viele ihrer Nachbarn kein Handy oder Internet haben und auf ihren Festnetzanschluss angewiesen seien.

Bewohner auf Festnetz angewiesen

Bei einem Anruf kurz vor dem Jahreswechsel kündigte die Telekom Armbruster an: „Am 2. Januar um 17 Uhr haben Sie wieder Festnetzanschluss.“ Dem war allerdings wiederum nicht so. Stattdessen erhielt die Rentnerin von dem Unternehmen zehn Kurznachrichten auf ihr Handy und wurde darin aufgefordert zu bewerten, wie sie mit dem Service der Telekom zufrieden ist. Als dann Tage später tatsächlich zwei Techniker in Ottenhausen auftauchten, hätten diese nur festgestellt, dass es an den Kabeln liegen müsse und sagten, sie leiten das Problem weiter, erzählt Armbruster.

Die Leute werden vertröstet

Pforzheimer-Kurier-Mitarbeiter Siegfried Hörner, dessen Bekannte seit dem 20. Dezember ebenfalls von dem Festnetz-Ausfall betroffen ist, hat Techniker am Verteilerkasten am Ortseingang angetroffen. Die Männer hätten ihre Arbeit aber abgebrochen, weil ein wichtigerer Termin in Freudenstadt dazwischen gekommen sei. „Die Leute werden von der Telekom vertröstet“, ist sich Hörner sicher.

Sonja Armbruster und ihre Nachbarn verlieren langsam die Geduld und wollen vor allem wissen, wann sie endlich wieder über das Festnetz telefonieren können. Auffällig ist für sie, dass nur analoge Anschlüsse von dem Ausfall betroffen seien.

Feuchtigkeit in Hauptkabel Ursache für Störung

Die Telekom arbeite an der Beseitigung der Störung; der Fehler im Kabel sei lokalisiert. Sie liege mitten im Wald und sei aufgrund der Witterungsverhältnisse schwer räumlich einzugrenzen gewesen, teilt Firmensprecher Andreas Leigers auf Anfrage mit. Er rechnet damit, dass die Reparaturarbeiten am Donnerstagabend abgeschlossen werden können. In eines der Hauptkabel sei Feuchtigkeit eingedrungen. Dadurch seien der Telefonverkehr sowie Verbindungen in das Internet gestört.
Betroffen sind laut Leigers rund 50 Kunden in der Tiergartenstraße, Eichäckerweg, Arnbacher Straße, Zur Samsruhe, Brunnenstraße und Hochmühle.