Rafy Ahmed (Vierter von links), kreativer Kopf der Birkenfelder Sportmode-Firma Morotai, hat sich in Sialkot mit den Produzenten seiner selbst entworfenen Sportbekleidung getroffen. | Foto: Morotai

Morotai erweitert Netzwerk in Pakistan

Seit TV-Auftritt über 3.000 Bestellungen

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Die Lagerbestände sind fast leergeräumt, die junge Birkenfelder Sportmodefirma Morotai kommt mit den Aufträgen kaum noch hinterher. Seit dem TV-Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“  hat sich für die jungen Gründer einiges getan. „Wir haben seit der Ausstrahlung über 3.000 Bestellungen erhalten“, sagt Firmenchef Rafy Ahmed. Es gebe mittlerweile auch Anfragen aus der Schweiz. Die Nachfrage übersteigt derzeit den Warenbestand. „Wir haben manche unserer Partner sogar fragen müssen, ob wir unsere Ware zurückkaufen können“, erzählt der Start-up-Gründer nicht ohne Stolz.

Logistik soll ausgelagert werden

Vier Mitarbeiter seien zusätzlich eingestellt worden, die sich um Kundendienst, Logistik und Firmenkunden kümmern. Insgesamt seien bei Morotai jetzt fast 20 Leute beschäftigt. Weil besonders die Logistik zeitaufwendig ist, soll dieser Komplex ab 2018 ausgelagert werden. Das Verpacken und Verschicken der Ware wird dann von einem externen Dienstleister übernommen, sagt Ahmed im Gespräch mit dem Pforzheimer Kurier.

Kreativer Kopf: Rafy Ahmed passt die Produktion seinen Vorstellungen an. Foto: Morotai

Bis zu 150 Pakete am Tag verschickt

100 bis 150 Pakete werden derzeit täglich von Birkenfeld aus auf die Reise geschickt. Der Jungunternehmer will durch das „Outsourcen“ der Logistik den Schwerpunkt wieder auf Kreatives und Kundenservice legen. Gleichzeitig halte man schon Ausschau nach Erweiterungsmöglichkeiten, verrät Ahmed. Allerdings fühlten sich die Mitarbeiter in Birkenfeld wohl, ein Abzug der Firma aus dem Enzkreis sei derzeit nicht geplant.

450 Arbeitsplätze sind in Pakistan entstanden

Nicht nur im Enzkreis hat der Absolvent der Pforzheimer Hochschule für Gestaltung Arbeitsplätze geschaffen. In seinem Geburtsland Pakistan lässt der 28-Jährige bereits in zwei Fabriken produzieren, zwei weitere sind im Aufbau. Seit der Firmengründung von Morotai seien durch die Aufträge aus Birkenfeld im pakistanischen Sialkot, einer Industriestadt im Norden, 450 Arbeitsplätze entstanden, so Ahmed. Die hochwertigen Textilien werden nicht unter ausbeuterischen Bedingungen produziert, betont der kreative Kopf von Morotai. Davon habe er sich bei einem Besuch der Fabriken in Sialkot selbst überzeugt.

Keine Überstunden bis in die Nacht

Produziert wird nach ausgeklügelten Tagesplänen, Überstunden seien da nicht vorgesehen. Die geplanten Produktionszahlen pro Tag sollen innerhalb einer Schicht erreicht werden können. „Da schiebt keiner Überstunden bis tief in die Nacht“, ist Ahmed überzeugt. Alle Mitarbeiter haben einen Fünf-Jahres-Vertrag bekommen, man plane längerfristig und wolle den Menschen eine Zukunft bieten. Warum lässt er eigentlich nicht in Deutschland produzieren, wird Rafy Ahmed häufiger gefragt. Zum einen hat Morotai auch in Deutschland Arbeitsplätze geschaffen, lautet Ahmeds Antwort, zum anderen gebe es Länder wie Pakistan, in denen es den Menschen viel schlechter gehe als hier. Darüber hinaus gebe es zwischen Deutschland und Pakistan eine Zollfreiheit bei Textilwaren, um die Wirtschaft in dem gebeutelten Land anzukurbeln.

Ziel: 6 Millionen Euro Umsatz für 2018

Der Firmenchef muss auch wirtschaftlich denken: Bei den im Vergleich mit den Marktführern relativ geringen Stückzahlen, die Morotai produziert, würden in Deutschland die Herstellungskosten und damit auch die Preise für den Verbraucher deutlich steigen. Es läuft gut für Rafy Ahmed und sein Team. Da werden die Ziele für die Zukunft gleich mutiger formuliert. Die Firma rechne mit einem Jahresumsatz von 1,6 Millionen Euro. Das Planziel für 2018 werde mit sechs Millionen Euro Umsatz angesetzt. Momentan arbeitet Morotai bundesweit mit 40 Händlern zusammen. Langfristig sollen es 100 Kooperationspartner werden, bei denen die Sportbekleidung angeboten wird.