Die Sihn GmbH in Mühlacker ist in finanzielle Schwierigkeiten geraten. | Foto: IG Metall Pforzheim

Betrieb mit 325 Beschäftigten

Sihn in Mühlacker rutscht in die Insolvenz

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Mühlacker. Der Automobilzulieferer Sihn GmbH mit Sitz in Mühlacker ist in die Insolvenz gerutscht. Das Unternehmen mit rund 325 Beschäftigten hat die Belegschaft laut IG Metall Pforzheim am Mittwoch darüber informiert. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde vom Amtsgericht Pforzheim Rechtsanwalt Marc Schmidt-Thieme bestellt.

Probleme in der Fertigung

Sihn zählt zu den Marktführern für Ringstücke und Hohlschrauben im Automobil- und Nutzfahrzeugbereich in Europa. Der Vorgängerbetrieb, die Robert Sihn GmbH mit Sitz in Niefern, war bereits 2011 in finanzielle Probleme geraten. Mit einem neuen Gesellschafter und unter neuer Firmierung erfolgte schließlich der Umzug nach Mühlacker. Dort liefen die Geschäfte zunächst gut, ehe Probleme in der Fertigung auftauchten. Auf steigende Kosten reagierte die Unternehmensführung Ende des vergangenen Jahres unter anderem mit der Ankündigung eines Stellenabbaus.

Die IG Metall hat laut eigenen Angaben „bereits zahlreiche Sanierungsmaßnahmen mit tariflichen Verzichten der Beschäftigten begleitet“. Dies blieb jedoch offenbar ohne Erfolg. Insolvenzverwalter Schmidt-Thieme ist nun in die Gespräche mit den Beteiligten eingestiegen, um einen Sanierungsplan zu erarbeiten, wie dessen Sprecher Matthias Braun betonte. „Es gilt zunächst zwei Fragen zu klären: Wie lässt sich die Fertigung aufrecht erhalten? Und wie können wir die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes sicherstellen? Das hat oberste Priorität“, so Braun. Es gehe darum, dass die Mitarbeiter auch in den kommenden Monaten pünktlich ihr Gehalt bekommen.

Sanierungsplan wird erarbeitet

Im nächsten Schritt sollen dann die Gründe für die finanzielle Schieflage herausgearbeitet werden. Anschließend müssten Maßnahmen dagegen ergriffen werden. „Jetzt ist es aber schlicht noch zu früh, um dazu etwas zu sagen“, machte Braun im Gespräch mit den BNN deutlich.

Der Sihn-Betriebsratsvorsitzende Andreas Ahner sieht bei den Produkten und Beschäftigten „durchaus Potenzial für eine erfolgreiche Fortführung der Firma“. Die IG Metall Pforzheim teilt diese Einschätzung. Es gehe darum, „möglichst effizient zu produzieren, das Verfahren mit den notwendigen Einnahmen liquide zu halten und so ein reibungsloses Weiterproduzieren zu ermöglichen“. Mit Schmidt-Thieme sei ein erfahrener und erfolgreicher Insolvenzverwalter gefunden worden.