Einige Hindernisse gibt es noch auf dem Weg zur den Bädersanierungen und -neubauten, etwa im Emma-Jaeger-Bad.
Einige Hindernisse gibt es noch auf dem Weg zur den Bädersanierungen und -neubauten, etwa im Emma-Jaeger-Bad. | Foto: Ronge

Vorab zur Gemeinderatssitzung

So will die Stadt die Bäder-Krise in Pforzheim lösen

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Der große Befreiungsschlag soll sie werden, die Sondersitzung des Pforzheimer Gemeinderats am 28. Januar (ab 16 Uhr) zur Bädersituation. Es ist zugleich die erste Bewährungsprobe für den neuen Bäderchef Lutz Schwaigert. Dessen Plan wurde nun von der Stadt durch die Vorab-Sitzungsunterlagen veröffentlicht – und ist nicht ohne Risiko.

„Der aktuelle Vorschlag entspricht dem, was im Gemeinderat mehrheitsfähig ist“, sagt Pforzheims Erster Bürgermeister Dirk Büscher (CDU). Zumindest, wenn es beim ausgehandelten Kompromiss bleibt. 20 Millionen Euro vom erwarteten Haushaltsüberschuss möchte die Verwaltung an die Pforzheimer Verkehrs- und Bäderbetriebe (EPVB) geben, zusätzlich zu den bereits zugesagten zehn Millionen.

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Das Geld soll unter anderem in die Neubauten Emma-Jaeger- und Huchenfelder Bad gesteckt werden – die Kosten sind bei 36,52 Millionen Euro geplant. Allerdings möchte man die Gelder teils auch dazu verwenden, die Defizite des EPVB auszugleichen. Seit 2020 darf die Stadt das aber nicht mehr, verstößt dann gegen die Auflagen des Regierungspräsidiums Karlsruhe. „Diesen Beschluss muss man aufheben“, sagt der Erste Bürgermeister Dirk Büscher. „Ich werde nun das Gespräch mit Karlsruhe führen.“

Schwaigert nennt in Vorlage weitere Risiken

Und es gibt noch andere Risiken. Sollte außerplanmäßig ein Bad geschlossen werden müssen, stünden für dessen Sanierung keine Mittel mehr zur Verfügung. Zudem ist man abhängig von den SWP-Ausschüttungen, dem Ergebnis der EPVB-Verkehrsabteilung und der Preisentwicklung. Um den Investitionsstau zu lösen, fordert Schwaigert vier weitere Mitarbeiter. Das ist beantragt:

Emma-Jaeger-Bad mit Tribüne

Sechs Bahnen à 25 Meter sollen es werden bei einer Tiefe bis 3,60 Meter. Dazu kommen ein Ein-Meter und ein Drei-Meter-Brett sowie ein Lehrschwimmbecken. Für den Wettkampfsport soll es eine Tribüne bis 199 Plätze geben. Geschätzte Kosten: 23,62 Millionen Euro. Eine Ausschreibung soll es nicht geben, ebenso breche man aus Zeitgründen die Suche nach einem Investor ab. Der Plan ist weitgehend der des – offiziell nicht beschlossenen – Kompromisses nach der geplatzten Abstimmung vor einem Jahr.

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Huchenfelder Bad ohne barrierefreies Kinderbecken

Fünf Bahnen à 25 Meter mit einer Tiefe von 1,80 Metern sind geplant. Die Verwaltung setzt die Kosten bei 12,9 Millionen Euro an. Man bemühe sich um eine Finanzierung durch das Bundes-Innenministerium (maximal vier Millionen Euro). Das von den Vereinen gewünschte barrierefreie Kinderbecken allerdings soll nicht kommen. Das würde noch einmal 1,2 Millionen Euro kosten und sei zu teuer. Eine vom Förderverein ins Spiel gebrachte Erbschaft zur Finanzierung reiche für diese Summe nicht aus.

Mast kämpft um Bundesmittel für Erler-Bad

Bei der Sanierung des Fritz-Erler-Bads mit Kosten von 8,22 Millionen Euro setzt die Stadt ebenfalls auf eine Teilfinanzierung durch das Bundes-Innenministerium. „Ich will, dass das Fritz-Erler-Bad in das Förderprogramm des Bundes kommt“, ließ dazu die SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast ausrichten. „Jedes Kind soll schwimmen lernen. Die erste Hürde ist genommen.

Das neue Förderprogramm nimmt nur Sportstätten auf, die sich bereits beworben hatten. Das ist beim Fritz-Erler-Bad der Fall.“ Da der Haushaltsausschuss des Bundes mit involviert sei, komme der zuständige SPD-Haushälter auch im ersten Quartal nach Pforzheim, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen.
Die Sanierung des Konrad-Adenauer-Bades soll 4,75 Millionen Euro betragen. Die Sanierungen sollen umgehend beginnen – wodurch während der Neubauten an Emma und Huchenfeld weitere Wasserflächen wegfielen.

Freibäder sollen vorerst nicht saniert werden

Generalsanierungen sind vorerst in Wartberg- und Nagoldbad nicht geplant, um die Wasserflächen während der anderen Maßnahmen nicht noch weiter zu senken. Die Stadt rechnet mit Unterhaltungskosten von 250.000 Euro.