Zufrieden mit dem Start des Pforzheim Shuttle sind Alex Riedlinger und Nicolas Haller (von links). Die beiden Verkehrsplaner von DB Südwestbus begleiten das Projekt. Vorerst wird ein Bus in der Pforzheimer Nordstadt eingesetzt. Dieser kann mit einem normalen Busticket individuell genutzt werden
Zufrieden mit dem Start des Pforzheim Shuttle sind Alex Riedlinger und Nicolas Haller (von links). Die beiden Verkehrsplaner von DB Südwestbus begleiten das Projekt. Vorerst wird ein Bus in der Pforzheimer Nordstadt eingesetzt. Dieser kann mit einem normalen Busticket individuell genutzt werden | Foto: aoe

Bessere Fahrten für Ältere

Pforzheim Shuttle startet pünktlich mit überschaubaren Fahrgastzahlen

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Gegen 11.30 Uhr fährt der moderne Kleinbus mit der Aufschrift Pforzheim Shuttle am Leopoldplatz vor. Wartende Busfahrgäste schauen überrascht, steigen aber nicht ein. Shuttle-Fahrer Enrico Hess kontrolliert gut gelaunt ein Fahrticket und einen Code auf dem Handy. Dann fährt er los – mit einem Fahrgast.

„Es startet mühsam“, sagt Hess über das Projekt Pforzheim Shuttle, das seit Montag in der Stadt fährt und das der Pforzheimer Kurier am Starttag getestet hat.

20 Stationen in der Nordstadt

Der Kleinbus, mit zehn Sitzplätze und behindertengerecht, ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt mit DB Südwestbus. Insgesamt werden 20 Stationen in der Nordstadt – von der Auerbachstraße im Westen bis zur Gutenbergstraße im Osten – angefahren und mit der Innenstadt verbunden. Eine Mischung aus aktiven Bus- und neu errichteten Haltestellen. Das alles funktioniert on-demand, also auf Abruf, und nicht an feste Routen oder Fahrpläne gekoppelt.

Über das Tablet an seinem Lenkrad bekommt Fahrer Enrico Hess angezeigt, ob neue Fahrten gebucht wurden.
Über das Tablet an seinem Lenkrad bekommt Fahrer Enrico Hess angezeigt, ob neue Fahrten gebucht wurden. | Foto: aoe
Bei einer ersten Kurier-Testfahrt waren die zehn Sitzplätze unbesetzt.
Bei einer ersten Kurier-Testfahrt waren die zehn Sitzplätze unbesetzt. | Foto: aoe

Buchung per App oder Telefon

Die erste Kurier-Testfahrt im regulären Betrieb geht vom Leopoldplatz zur Auerbachstraße. Die Buchung funktioniert per App , nach vorheriger Registrierung. Eine telefonische Buchung ist auch möglich. „Sie sind heute mein dritter Fahrgast“, verrät Hess knapp vier Stunden nach dem Start des neuen Angebots. Die Fahrt an den westlichen Rand des Gebiets des Pforzheim Shuttles verläuft problemlos und dauert rund acht Minuten. Mit dem Bus würde es laut Verkehrsauskunft der VPE gut 15 Minuten dauern. Da Hess während der Fahrt keine weiteren Buchungen auf das Tablet in seinem Cockpit bekommen hat, kann er die Rückfahrt in die Innenstadt direkt und ohne Umwege antreten. „Ich bin guter Dinge, dass es noch wird“, sagt er bevor er mit dem Kleinbus zum Betriebshof fährt, um auf weitere Buchungen zu warten. „Und ich glaube, dass es vor allem für das Heim am Hachel ist.“

Auf der interaktiven Karte der App sieht man in Echtzeit den aktuellen Standort des Pforzheim Shuttles.
Auf der interaktiven Karte der App sieht man in Echtzeit den aktuellen Standort des Pforzheim Shuttles. | Foto: aoe

 

Projekt soll Linie 7 entlasten

Hess’ Einschätzung können die beiden Südwestbus-Verkehrsplaner Nicolas Haller und Alex Riedlinger bestätigen. „Das Projekt soll die Linie 7 entlasten und das Heim am Hachel besser anbinden“, so Haller, der das Projekt seit der Planung begleitet. Die 20 Ziele in der Nordstadt sind so angelegt, dass gerade Menschen mit Rollator oder Rollstuhl ohne Umsteigen in die Innenstadt und zurück kommen. Daneben sollen Kunden individueller, fernab des Fahrplans, ans Ziel kommen. Das Gebiet wurde für die erste Testphase auf die Nordstadt begrenzt, um „in einem kleineren Gebiet genau beobachten zu können, was gut läuft und was nicht“, verrät Haller.

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Positives Fazit

Eine zweite Testfahrt zwischen Gutenbergstraße und Innenstadt verläuft ebenso reibungslos und zügig wie die erste. Zeitersparnis gegenüber der regulären Bus- und Fußwegverbindung: knapp drei Minuten. Das Fazit von Verkehrsplaner Haller fällt positiv aus: „Wir sind zufrieden mit dem ersten Tag“, sagt er auch mit Blick auf bereits gebuchte Fahrten für die nächsten Tage. Das ist ebenfalls möglich, auch wenn das Pforzheim Shuttle explizit „keine Taxi-Konkurrenz“ darstellt, sondern lediglich das vorhandene Liniennetz punktuell ergänzen soll.

Ausweitung möglich

Das Angebot ist sicher nicht für jedermann interessant. Gerade am Wochenende und außerhalb der Fahrzeiten (8 bis 20 Uhr) gibt es weiterhin keine Alternative zum Linienbus. Sollte das Projekt gut angenommen werden und sich die Fahrgastzahlen im Vergleich zum Starttag erhöhen, ist eine Ausweitung denkbar. „Eventuell fahren wir dann auch am Wochenende oder in anderen Stadtgebieten. Mal abwarten“, sagt Haller. Übrigens: Wer sich wundert, auf der Strecke der neuen Buslinie 17 das Shuttle zu sehen: Hier wird ein identischer Bus für die Route zwischen Heim am Hachel und Enzauenpark eingesetzt.

Alle Haltestellen, Preise und weitere Informationen findet man auch online auf der Seite von DB Südwestbus.