IN DEN BUNDESTAG? Uwe Hück will sich in der SPD auch über sein Amt als Stadtrat in Pforzheim hinaus einbringen. | Foto: str

Neue Ratsfraktion vorgestellt

SPD Pforzheim: Hück wird „Außenminister“, Fuhrmann spricht von Verletzungen

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Die Fraktion der SPD im Gemeinderat hat sich neu aufgestellt. Einen Vorsitzenden wird es künftig nicht mehr geben.  Partei-Promi Uwe Hück wird „Fraktionssprecher“, Ralf Fuhrmann, der bisherige Fraktionschef  und künftige „Geschäftsführer“, räumt ein: Der Prozess der Neuaufstellung sei mit Verletzungen verbunden gewesen.

Zur politischen Rollenverteilung prägte einst SPD-Kanzler Gerhard Schröder den legendären Satz von Koch und Kellner. Die neue Pforzheimer SPD-Fraktion stellte sich am Dienstag zwar im Rathaus-Restaurant vor, die Titel lauten bei ihr natürlich trotzdem anders.

DIE NEUE SPD-FRAKTION: Thomas Müller (Bau, Planung), Uwe Hück (Sport, Soziales, Haushalt), Ralf Fuhrmann (Finanzen, Kultur), Jacqueline Roos (Soziales, Schulen), Annkathrin Wulff (Wirtschaft, Digitalisierung) bei der Vorstellung ihrer Ziele. | Foto: str

Hück und Fuhrmann teilen sich Führung auf

Gab es früher einen Fraktionsvorsitzenden, so wird die Führungsrolle künftig geteilt. Stimmenkönig und Partei-Promi Uwe Hück wird „Fraktionssprecher“, der bisherige Vorsitzende Ralf Fuhrmann bekommt den Titel „Fraktionsgeschäftsführer“. Hück und Fuhrmann betonten, die Fraktion sei so künftig optimal den besonderen Fähigkeiten ihrer Mitglieder entsprechend aufgestellt.

Wie berichtet hatte es in der SPD Pforzheim in den vergangen Wochen zahlreiche Gespräche über eine mögliche Verteilung von Posten gegeben.

Der Prozess der Neuaufstellung, so räumte Fuhrmann vor Pressevertretern ein, „war mit Verletzungen verbunden“. Stellvertretende Sprecherin wird die Stadträtin Jacqueline Roos, bislang stellvertretende Vorsitzende der Fraktion.

Die Pforzheimer sind müde geworden zu hören, was nicht geht, sie wollen wissen, was geht.

Hück zufolge wird er als Sprecher der neue „Außenminister“ der Fraktion. Sein Hauptanliegen: Eine konstruktivere bessere Zusammenarbeit der Fraktionen und Gruppierungen. Ein Weiter-so „geht gar nicht“ betont Hück, der dabei selbst schon schmunzeln muss, weil die empörte Feststellung, das etwas „gar nicht geht“ mittlerweile so etwas wie sein Markenzeichen geworden ist. Andererseits weiß der ehemalige Porsche-Betriebsratschef auch: „Die Pforzheimer sind müde geworden zu hören, was nicht geht, sie wollen wissen, was geht.“

Uwe Hück hat große Pläne für Pforzheim

Und diesbezüglich hat der „Außenminister“ ambitionierte Pläne. Uwe Hück will Mehrheiten im Rat organisieren. Dazu habe er schon vielversprechende Gespräche geführt, unter anderem mit Marianne Engeser von der CDU, Hans-Ulrich Rülke („Bäder-Fraktion“) und Axel Baumbusch (Grüne Liste).

Sein wichtigstes Ziel: mehr Jobs für die Jugend. Das sei der entscheidende Faktor bei den Themen Integration und Sicherheit. Zudem will Hück mehr Geld für Vereine und eine Aufwertung des Internationalen Beirats. Die inhaltlichen Schwerpunkte des bisherigen Vorsitzenden Ralf Fuhrmann liegen unter anderem bei Finanzen und Kultur.

Roos will sich für Bäder stark machen

Jacqueline Roos kümmert sich um Öffentliche Einrichtungen, Soziales, Schulen und Jugendhilfe. Dabei will sie sich auch für Erhalt beziehungsweise Neubau der Schwimmbäder einsetzen, betonte Roos, die die Verwaltung für die Bädermisere verantwortlich machte. Annkathrin Wulff, die SPD-Kreisvorsitzende, übernimmt unter anderem die Schwerpunkte Wirtschaft und Digitalisierung.

Thomas Müller – wie Hück und Wulff neu im Rat – übernimmt Bau und Liegenschaften sowie Planung und Umwelt. Ihre Schwerpunkte vertreten die SPD-Räte im neuen Sprecher-Modell in den entsprechenden Ausschüssen, aber auch selbstständiger als bisher im Rat.

Zum Wirbel um die Vergütung von Uwe Hück als langjähriger Porsche-Betriebsratschef hat bnn.de unter anderem hier berichtet.