SCHEIDENDE CHEFIN: Stadträtin Annkathrin Wulff tritt bei der SPD-Kreisversammlung am Mittwoch nicht mehr für den Vorsitz an. Nachfolger könnte Christoph Mährlein werden, der als Vertrauter von Fraktionssprecher Uwe Hück gilt. Hück (rechts, beim Benefiz-Boxtraining) will als Beisitzer in den Kreisvorstand. | Foto: str,rub

SPD wählt Kreisvorstand

SPD Pforzheim stellt sich neu auf: Uwe Hück will in den Kreisvorstand

Anzeige

Schicksalstage für die SPD: Nicht nur an der Bundesspitze der ältesten Partei Deutschlands gibt es große Umwälzungen. Auch in Pforzheim werden die Karten neu gemischt. An diesem Mittwoch sind die mehr als 260 Genossen des Kreisverbands Pforzheim dazu aufgerufen, einen neuen Vorstand zu wählen.

Die SPD-Kreisvorsitzende Annkathrin Wulff hatte unlängst angekündigt, aus persönlichen Gründen nicht mehr anzutreten.

Im Pforzheimer SPD-Kreisvorstand dürfte es zu einem größeren Umbau kommen. Wulffs Nachfolger könnte ihr bisheriger Stellvertreter Christoph Mährlein werden. Der Rechtsanwalt ließ bereits durchblicken, dass er neuer Kreisvorsitzender werden möchte.

Hück-Vetrauter Mährlein kandidiert

Mährlein gilt als Vertrauter von Uwe Hück, dem einflussreichen Fraktionssprecher im Pforzheimer Gemeinderat. Einen Gegenkandidat zu Mährlein gibt es offenbar nicht, obwohl es dem Vernehmen nach weitere Interessenten gab. Zudem war zu hören, dass Uwe Hück einen Beisitzerposten im Kreisvorstand anstrebt.

Inwieweit der Umbau des SPD-Kreisvorstandes sich bereits auf die Kandidatenfindung für die 2021 geplanten Land- und Bundestagswahlen auswirken könnten, halten sich die Sozialdemokraten derzeit sehr zurück. Mährlein, der sich im Sommer öffentlich für eine Bundestagskandidatur Hücks im Wahlkreis Pforzheim ausgesprochen hatte, betonte auf Nachfrage: „Ich gehöre keinem Lager an und fühle mich auch Katja Mast sehr verbunden.“

Mast: Bekenntnis zu Pforzheim

Die stellvertretende Bundestagsfraktionschefin Mast bekräftigt indes: „Ich bin Bundestagsabgeordnete hier in Pforzheim/Enzkreis und ich habe im Juli klar gemacht, dass ich wieder kandidieren werde.“ Eine Kampfkandidatur bleibt also denkbar.

Auch die Bewerberlage zur Landtagswahl im Frühjahr 2021 ist ungeklärt. Zur letzten Landtagswahl hieß die SPD-Kandidatin noch Annkathrin Wulff.

Wir müssen endlich darüber diskutieren, wie wir die Probleme der Menschen lösen, und nicht mit welchem Spitzenpersonal wir das tun wollen

Überhaupt nicht über Personalfragen reden, will derzeit SPD-Schwergewicht Uwe Hück. „Es geht um Arbeit und Qualifizierung. Wir müssen endlich darüber diskutieren, wie wir die Probleme der Menschen lösen, und nicht mit welchem Spitzenpersonal wir das tun wollen“, wettert der frühere Porsche-Betriebsratschef auf Anfrage.

Klare Meinung zur SPD-Regierungsbeteiligung

Auch in Sachen Regierungsbeteiligung hat Hück eine klare Meinung. „Wenn ich in den Ring steige, dann trete ich für zwölf Runden an und steige nicht nach der Hälfte aus.“ Es gehe um Glaubwürdigkeit und Vertragstreue, da dürfe man nicht zu früh das Handtuch schmeißen, so Hück mit Blick auf die designierten Vorsitzenden Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken, die gegebenenfalls „den geordneten Rückzug“ antreten wollen. Das gehe gar nicht, so Hück. „Die Leute wollen, dass wir über zwölf Runden gehen, auch wenn es wehtut.“

Bei diesem Thema herrscht große Einigkeit zwischen Uwe Hück und Katja Mast, die als eine wesentliche Kraft der Arbeits- und Sozialpolitik im Bund gilt.

Hält die schwarz-rote Koalition? Mast zögert auf die Frage aller Fragen. Dann sagt sie: „Es hängt jetzt viel davon ab, wie die neuen Vorsitzenden die Herausforderungen dieser Woche anpacken.“