Sponsoren fürs Schmuckjubiläum
ÜBER MAGAZINE ist das Jubiläum 250 Jahre Goldstadt bereits gut präsent, berichten Daniel Wensauer-Sieber, Gerhard Baral und OB Gert Hager (von links). | Foto: Wacker

Goldmedaille für Pforzheim

Sponsoren verdoppeln das Budget fürs Goldstadtjubiläum

Wo Inhaber regieren, da geht es voran: Zumindest in Sachen Goldstadtsponsoring kann Pforzheim die vielen familiengeführten Unternehmen in der Region als echtes Plus verbuchen. Ende des Jahres werden 78 Chefinnen und Chefs unterzeichnet und zusammen 2,4 Millionen Euro Bargeld, Sach- und Dienstleistungen fürs Schmuckjubiläum versprochen haben. Das ist nicht nur mehr Geld als Karlsruhe 2015 (53 Sponsoren/3,6 Millionen bei 15 Millionen Budget und 300 000 Einwohner) oder München 2008 (60/vier Millionen bei sieben Millionen Budget) hatten, bezogen auf die Größe der Stadt. Es ist auch mehr, als die 2,2 Millionen Euro aus der Stadtkasse.

Erfolg auf der ganzen Linie

Erfolgsbilanz also auf der ganzen Linie für das Trio, das vor gut einem Jahr die Werbemaschinerie anwarf, um mehr Jubiläum zu bekommen als das Budget her gibt. Oberbürgermeister Gert Hager hatte sich dafür Kulturhaus-Chef Gerhard Baral als Organisator geholt und Daniel Wensauer-Sieber engagiert, der schon beim Jubiläum 300 Jahre Karlsruhe mitwirkte. „Die Erwartungen lagen bei 25 bis 30 Partnern und einer halben Million“, sagt Baral. Jetzt verleiht Wensauer-Sieber Pforzheim die Goldmedaille. Normalerweise kämen über Partnerschaften 15 bis 30 Prozent Budgetanteil in die Festkasse. In der Goldstadtstadt sind es über 50 Prozent.

Jubiläum zieht weiter Kreise

„Nicht nur die bekannten fünf bis sechs, sondern Firmen aus der ganzen Region und Firmen, die niemand auf der Rechnung hatte“, tragen dazu bei, erläutert der OB. Das Jubiläum ziehe weite Kreise, lenkt er den Blick auf Magazine und Publikumsheftchen. Hager wertet dies als eine Bestätigung für das Jubiläumskonzept, das über die Vergewisserung der Vergangenheit in die Zukunft zielt. Die eng mit den Feierlichkeiten zu 250 Jahre Goldstadt verknüpfte Ornamenta II im Jahr 2022 sei wichtig für das jetzt angestoßene Standortmarketing für Pforzheim, wo heute gerade noch 15 Prozent der Menschen Wurzeln bis in die 1960er-Jahre hätten, erläutert Hager weiter.

Erfolgfaktoren bei der Sponsorenwerbung waren aus Sicht von Wensauer-Sieber die Zusammenarbeit an der Spitze, die Qualität der Jubiläumsgeschichte sowie der Vertrauensvorschuss, den manche Unternehmen gaben und sich früh zu Pforzheim und zum großen Goldstadtfest bekannten. Die Kombination ließ die Finanzierungsidee geradezu zu einem Selbstläufer werden, ist den Ausführungen zu entnehmen. Selbst aus Berlin sei ein Anruf mit Geldzusage gekommen.
Das Unternehmen ist auf dem großen Sponsorenplakat in der Rubrik „Wir sind dabei“ zu finden. Der Satz steht für 2 500 Euro. „Freunde“ des Jubiläums haben 5 000 Euro locker gemacht, für Bronze flossen 25 000, für Silber 90 000 und das Sponsoring in Gold kostete 250 000 Euro. Über alledem schwebt dann noch das Engagement der Wild-Stiftung. Ohne diese 700 000 Euro gäbe es keinen AKS-Turm, betont Baral. Weiter erläutert er, die Spendierfreudigkeit der Unternehmen habe viel mit Nachwuchsgewinnung zu tun.

Image überzeugt Geldgeber

„Am Thema Image haben alle Interesse“, sagt auch Wensauer-Sieber und verweist auf Fachkräftebedarf. Entsprechend offensiv treten viele Unternehmen mit dem, was sie individuell zu bieten haben, für die Goldstadt ein. Wo der eine das Logo über die Autobahnen fahren lässt, setzt der andere auf Verpackungen oder limitierte Kollektionen.
Die Zielgruppen sind so unterschiedlich wie die Unternehmen. Hotelgäste erfahren über ein Hochglanzmagazin von Pforzheims großer Goldgeschichte wie Lottospieler über ein Heftchen in der Annahmestelle, wo sie auch um Schmuck oder eine Uhr aus der Goldstadt spielen können. Preziosen dieser Art hatte Karlsruhe nicht zu bieten. Wesentlich aus Sicht von Wensauer-Sieber ist aber die Größe der Stadt, die Nähe zu den Menschen und zu einem aktiven inhabergeführten Mittelstand.

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