Wegen Untreue angeklagt: Die frühere Pforzheimer Oberbürgermeisterin Christel Augenstein wird im Prozess am Mannheimer Landgericht von ihren Anwälten Wolfgang Kubicki (links) und Jürgen Leibold vertreten. | Foto: dpa Archiv

Derivate-Prozess beginnt

Strafverfahren gegen ehemalige Pforzheimer Stadtspitze in Mannheim

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Am Landgericht Mannheim hat am Dienstagmorgen der Strafprozess zum Pforzheimer Derivateskandal begonnen. Die frühere Oberbürgermeisterin Christel Augenstein, ihre frühere Kämmerin und deren Stellvertreter haben der Stadt mit dem Kauf von Derivaten Millionenverluste beschert. Sie sind wegen Untreue beziehungsweise Beihilfe zur Untreue angeklagt. Ihre Verteidiger wiesen die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zurück. Augensteins Anwalt Wolfgang Kubicki, der stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP, erklärte, der Vorwurf der Untreue sei absurd und haltlos. Das werde sich im weiteren Verlauf des Verfahrens zeigen.
Staatsanwalt Uwe Siegrist warf den Angeklagten vor, mit dem Kauf von Derivaten – sowohl von der Deutschen Bank, als auch von J.P. Morgan – gegen das kommunale Spekulationsverbot verstoßen zu haben. Die hohen finanziellen Risiken, die sie der Stadt damit aufladen, seien den drei Angeklagten bekannt gewesen. Dennoch habe man immer wieder versucht, drohende Verluste mit dem Kauf weiterer Derivate auszugleichen. Auch der Gemeinderat sei unzureichend informiert worden, so Siegrist. Mit einem „modernen Schuldenmanagement“, welches sich die Kämmerin als Ziel gesetzt hatte, hat das für den Staatsanwalt nichts mehr zu tun. Nach dem  Auftakt wird der Prozess am Donnerstag am Landgericht Mannheim fortgesetzt.