Über die Auszeichnung Fairtrade-Gemeinde freut sich die Gemeinde Straubenhardt mit Janine Greif (von links) von der Grundschule Langenalb mit Schülern, Bürgermeister Helge Viehweg (hinten, Zweiter von links), Angela Gewiese, Manfred Holz, Jannis Hoek (Landratsamt), Susanne Hopfinger, Gustav Bott und Tina Waltenberg (alle Steuerungsgruppe). Foto: Ehmann

Gemeinde erhält Zertifikat

Straubenhardt ist Fairtrade-Kommune

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Straubenhardt kann sich nun Fairtrade-Gemeinde nennen. Bei der Zertifizierungsfeier am Donnerstag im Conweiler Bürgerhaus erhielt Bürgermeister Helge Viehweg von Fairtrade-Ehrenbotschafter Manfred Holz die Urkunde überreicht.

Den „fairen“ Gedanken hat die Gemeinde längst verinnerlicht. Das wurde bei der Zertifizierungsfeier deutlich: Faire Produkte von Keksen bis Gartenhandschuhen waren auf einem Tisch ausgestellt, Informationen zum Thema lagen bereit und für die Gäste wurde fairer Kaffee und Tee ausgeschenkt.

Mehrere Kriterien müssen erfüllt werden

Auf dem Weg zur Fairtrade-Kommune müssen mehrere Kriterien erfüllt werden: Der Rat muss beschließen, fairen Handel zu unterstützen. Und das auch ganz praktisch – etwa indem bei Sitzungen oder Veranstaltungen fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt wird. Eine Steuerungsgruppe wird gegründet, die die Aktivitäten vor Ort auf dem Weg zum Zertifikat koordiniert. In Läden und Lokalen am Ort müssen außerdem mindestens zwei faire Produkte angeboten und auch in Schulen, Vereinen und Kirchen verwendet werden. Wie viele teilnehmen müssen, richtet sich nach der Einwohnerzahl der Kommune, erklärt Angela Gewiese, Gemeinderätin und Mitglied der Fairtrade-Steuerungsgruppe.

Kirche, Verein und Schule beim Projekt dabei

Die Kirche setzt das Thema regelmäßig beim Kirchenkaffee um: Hier gibt es entsprechenden Kaffee und Kekse, sagt Gustav Bott von der evangelischen Kirche Ottenhausen. Der Tennisclub Ottenhausen bietet bei Spielen am Ort fair gehandelte Produkte an und wirbt für das Thema bei Sitzungen. In der Langenalber Grundschule wird das Thema im Unterricht behandelt; zudem wird im Lehrerzimmer fairer Kaffee getrunken.

In einem Atemzug mit London und Paris

Den Weg zur Fairtrade-Kommune zeichnete Bürgermeister Viehweg nach. 2016 seien bei der Klausurtagung die Anregung von Angela Gewiese aufgenommen worden. Im Oktober 2017 habe der Gemeinderat den entsprechenden Beschluss gefasst und 2018 erstmals die Steuerungsgruppe getagt. Mitte Mai 2019 wurde bekannt, dass Straubenhardt die 616. Fairtrade-Kommune in Deutschland wird und sich in einem Atemzug mit Metropolen wie London, Rom und Paris nennen kann. „Global denken und lokal handeln“ sei das Motto, verdeutlichte Viehweg.

„Global denken und lokal handeln“

Zertifiziert ist auch der Landkreis selbst sowie die Enzkreis-Gemeinden Mühlacker, Heimsheim und Wimsheim. Maulbronn sei auf dem Weg zum Siegel, so Gewiese. Bei Veranstaltungen wie Neujahrsfeier und Frühlingsfest will die Gemeinde künftig stärker auf fair gehandelte Produkte hinweisen und noch mehr Aktive gewinnen.

Jede Menge Kreativität und geballtes Engagement

„Jede Menge Kreativität“ bescheinigte Ehrenbotschafter Manfred Holz der Gemeinde und ein „geballtes Engagement für den fairen Handel“. Deutschland sei der dynamischste Fairtrade-Markt mit einem Umsatz von 1,8 Milliarden Euro. Fast jeder Laden biete inzwischen entsprechende Produkte an. Das Zertifikat bekomme man nicht geschenkt, Straubenhardt habe die Kriterien mit Bravour geschafft.