Neuer Betreiber, gleiche Kulisse: Seit dem 31. Oktober 2019 gehört der Windpark Straubenhardt mit seinen elf Windrädern der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden Aktiengesellschaft (KMW). | Foto: Helbig

Mögliche Bürgerbeteiligung

Straubenhardter Bürgermeister äußert sich zu Windpark-Übernahme

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Weil sich die Firma Wircon aus Waghäusel aus der Windkraftsparte zurückzieht, haben die elf Windräder in Straubenhardt seit Ende Oktober 2019 einen neuen Betreiber: die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG (KMW) beziehungsweise deren Tochtergesellschaft, die Altus AG in Karlsruhe. Für die Gemeinde Straubenhardt ändert sich nichts. Für eine Bürgerbeteiligung – ein Anliegen von Rathauschef Helge Viehweg – gibt es positive Signale.

Von unserem Mitarbeiter Bernd Helbig

Wie aus einer Mitteilung des Energiedienstleisters Wircon aus Waghäusel hervorgeht, will sich das Unternehmen mit einer neuen strategischen Ausrichtung auf die Projektentwicklung für Solarparks und große Fotovoltaikanlagen konzentrieren. Die Entwicklung von Windparkprojekten in Deutschland werde man künftig nicht mehr fortsetzen, heißt es weiter.

Verkauf schon Ende Oktober

Dies ist der Hintergrund für den Verkauf des Wirsol Windparks Straubenhardt an die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG (KMW), der am 31. Oktober 2019 vollzogen wurde. Die Projektgesellschaft firmiert jetzt unter dem Namen „KMW Windpark Straubenhardt GmbH & Co KG“.

Die beiden Gesellschafter der KMW sind die Mainzer Stadtwerke AG und die ESWE Versorgungs AG. Eigentümer der Mainzer Stadtwerke AG ist die Stadt Mainz. Aktionäre der ESWE Versorgungs AG sind Stadt Wiesbaden und die Thüga AG, die übrigens auch an den Stadtwerken Pforzheim beteiligt ist.

Straubenhardt ist größter Windpark der KMW

Die KMW haben ihr Engagement im Bereich erneuerbare Energien massiv ausgebaut. 2019 wurden Anteile an Windparks mit einer installierten Leistung von mehr als 60 Megawatt (MW) erworben. Der größte Anteil davon entfällt auf den Windpark Straubenhardt. Die elf Windenergieanlagen (WEA), die hier seit 2018 in Betrieb sind, haben jeweils eine Nennleistung von 3 MW, sodass der gesamte Windpark eine Nennleistung von 33 MW aufweist, und damit der größte Windpark der KMW ist.

Für die technische Betriebsführung ist die KMW-Tochtergesellschaft Altus AG Karlsruhe zuständig, die bereits die Planung, Bauleitung und Betriebsführung des Windparks im Auftrag des bisherigen Eigentümers durchgeführt hat.

48.000 Megawattstunden in 2018

Wie der NetzeBW Energiemonitor ausweist, hat der Windpark Straubenhardt im Jahr 2018 knapp 48.000 Megawattstunden Strom ins Netz eingespeist. Der Kaufvertrag wurde am 31. Oktober 2019 abgeschlossen, die Änderung wurde am 6. November im Handelsregister Mannheim eingetragen.

Durch den Handelsregistereintrag und die vorherige Abberufung des Wirsol-Geschäftsführers Peter Vest waren wir aber sensibilisiert.

Straubenhardts Bürgermeister Helge Viehweg zu dem Umstand, dass die Gemeinde erst kurz vor Weihnachten von dem Verkauf erfahren hatte.

Wie aus dem Straubenhardter Rathaus verlautet, hat man von der Transaktion persönlich und offiziell bei einem Termin mit den Stadtwerken Mainz Wiesbaden und Wirsol/Wircon im Rathaus in Feldrennach kurz vor Weihnachten erfahren. „Durch den Handelsregistereintrag und die vorherige Abberufung des Wirsol-Geschäftsführers Peter Vest waren wir aber sensibilisiert“, räumt Bürgermeister Helge Viehweg ein. Für die Kommune Straubenhardt ändere sich nichts.

Bürgerbeteiligung als besonderes Anliegen

Die neue Eigentümerin trete in alle Rechte und Pflichten des Vertrags ein. Da Straubenhardt nicht Vertragspartner oder Eigentümerin des Windparks ist, sei man an den Verhandlungen und der Veräußerung nicht beteiligt gewesen. „Vorteilhaft ist die kommunale Verankerung durch die Stadtwerke. Ebenso gibt es positive Signale, dass die Bürgerbeteiligung möglich sein soll. Dies war uns immer ein besonderes Anliegen“, bekräftigt Viehweg.