Mehr Würm als sonst: Das Hochwasser zeigt sich in Pforzheim. | Foto: Björn Fix

Nur wenige Einsätze

Sturmtief Petra macht’s in Pforzheim gnädig – Hochwasser flacht ab

Anzeige

Entwarnung nach den Unwettern: Die Bilanz der Rettungskräfte nach Hochwasser und Sturm für Pforzheim und die Region ist überschaubar. Drei Bäume stürzten auf Straßen, einige Keller liefen voll – und ein Trampolin machte in Bad Herrenalb den Abflug. An den Pegeln von Enz, Nagold und Würm zeichnet sich am Dienstagmittag nach dem Hochwasser-Peak schnelle Entspannung ab.

In Ispringen stürzte in der Nacht ein Baum auf eine Straße und touchierte dabei ein Auto. Die Feuerwehr räumte die Fahrbahn ebenso wie in Wiernsheim-Serres. Die Technischen Dienste Pforzheim beseitigten die Spuren eines umgestürzten Baums im Stadtgebiet.

Auch interessant: Milder Winter: Schneemangel trifft Liftbetreiber im Nordschwarzwald hart

Vollgelaufene Keller

Keller liefen in der Nacht zum Dienstag voll in Sternenfels, Engelsbrand-Salmbach und im Pforzheimer Hohenäcker. Dort drohte auch ein Lebensmittelmarkt unter Wasser gesetzt zu werden, doch die Feuerwehr pumpte das Wasser vom Parkplatz ab und verhinderte damit Schlimmeres. Am Entsorgungszentrum Hohberg lief das Regenrückhaltebecken voll. Auch hier wurde die Feuerwehr aktiv. Gegenüber einer Nacht ohne Unwetterwarnung sei das „nicht wirklich spektakulär“, hieß es dazu aus der Intergrierten Leitstelle.

Bereits am Montag rutschte durch Starkregen in Höfen an der Enz ein Teil des Hangs auf die Bundesstraße 294, ein Teil der Straße war blockiert. In Bad Herrenalb wirbelte der Sturm ein Garten-Trampolin durch die Luft. Es landete auf der Gernsbacher Straße, richtete aber keinen Schaden an.

Mehr zum Thema: Rhein-Schifffahrt wird wohl unterbrochen – muss das Hochwasser-Tor schließen?

An Pegeln von Enz, Nagold und Würm sinkt der Wasserstand wieder

An den Pegeln von Enz, Nagold und Würm gab es zwei Hochwasser-Höhepunkte, nach dem Montagnachmittag auch am Dienstagmittag. Danach zeichnete sich Entspannung ab. Die Werte blieben unter den Kennzeichen für ein zweijährliches Hochwasser. „Wir haben den zweiten Peak erreicht“, sagte Manuela Nied, Hydrologin an der Hochwasservorhersagezentrale in Karlsruhe am Dienstagmittag unserer Redaktion. „Die Lage wird sich jetzt entspannen.“

Sie rechnete damit, dass sich die Werte an der Enz am Pegel Pforzheim gegen Mitternacht wieder unterhalb eines Hochwassers einpendeln. An dieser Stelle spricht man ab 1,70 Meter von Hochwasser. Ein ähnliches Bild zeichnet sich am Enz-Pegel in Eutingen sowie an der Würm und der Nagold in Pforzheim ab. Für die kommenden Tage rechnet die Expertin nicht mit einer neuen Verschärfung der Lage. Regen sei laut offiziellen Prognosen erst für Sonntag angekündigt – und nicht in dem Maß wie in den zurückliegenden Tagen.

Auch interessant: Neue Müllsheriffs sollen in Pforzheim Abfallsünder aufspüren

100 Minuten Verspätung und Zugausfälle: Pendler müssen sich am Dienstag wegen Problemen am Bahnhof in Stuttgart auf Chaos einstellen. Die Auswirkungen zeigen sich wie auf dem Bild auch in Pforzheim. | Foto: Roland Wacker

Chaos im Bahnverkehr – aber aus anderen Gründen

Sturmtief Petra sorgte im Bahnverkehr für Unruhe. Für das größte Chaos am Dienstag sorgt aber nicht das Wetter, sondern ein Feuerwehreinsatz am Hauptbahnhof in Stuttgart. Der Bahnhof ist für den Zugverkehr gesperrt, was auch im Regionalverkehr um Pforzheim für ausgefallene Verbindungen, große Verspätungen und viel Frust sorgt. Auch Landtagsabgeordnete sind von den Problemen betroffen. Ulli Hockenberger (Wahlkreis Bruchsal) etwa machte ungewollt Station in Pforzheim und sagte unserer Redaktion am späten Vormittag: „Das ist schon meine vierte Station heute.“