Surfspot Metzelgraben: Das Fundament für die Citywelle ist seit fast einem Jahr eingebaut. Im Frühjahr sollte das Angebot starten. Doch die Pläne änderten sich. Die zweite Bauphase hat noch nicht mal begonnen. | Foto: Visualisierung: Phillip Kragl

Zeitplan nicht haltbar

Surfin´ Pforzheim: Die Black Forest Wave im Metzelgraben verspätet sich weiter

Anzeige

Schon länger plant der Verein „Black Forest Wave“, im Metzelgraben in Pforzheim eine Surfwelle zu installieren. Und tatsächlich schreitet das Projekt voran. Mittlerweile allerdings ist es in Verzug geraten. Wann genau es „Surfin Pforzheim“ heißen wird, ist aktuell unklar.

Mit den Wellen im Atlantik waren die Vertreter der Black Forest Wave zufrieden. Vor einigen Tagen kehrten sie zurück von ihrem ersten offiziellen Surftrip als Verein. Was im Baskenland so gut funktionierte, lässt beim eigenen Projekt in Pforzheim dagegen noch auf sich warten: Der Start fürs Surfen in der City ist abermals nach hinten verschoben. Die Welle im Metzelgraben kommt mit weiterer Verzögerung.

Ursprünglich wollten die Surffreunde ihr Projekt in diesem Jahr vollenden. Beim Baubeginn vor zwölf Monaten ging man noch davon aus, dass es im Frühjahr losgehen könne. Dann wurde es stückchenweise später. Erst war vom Spätjahr 2019 die Rede, dann von Frühling 2020. Aktuelle Prognose: Im Sommer soll es wirklich so weit sein – wenn man dem Social-Media-Auftritt des Projekts glaubt.

Kristin Bechtold, im Verein fürs Marketing zuständig, schränkt gegenüber unserer Redaktion ein: „Wann genau der offizielle Startschuss fallen wird, können wir momentan noch nicht sagen.“ Das hänge davon ab, wann die zweite Bauphase beginnt und und wie gut sie vorankommt.

Fehlt es an Manpower?

Bundesweit gibt es viele ähnliche Initiativen. Die meisten scheitern an den Finanzen, an Genehmigungen – oder daran, dass den Initiatoren der Aufwand zu groß wird. Die Mitglieder des Vereins Black Forest Wave, der hinter dem Projekt in Pforzheim steht, arbeiten in ihrer Freizeit an der stehenden Welle im Metzelgraben. In den sozialen Netzwerken werden noch Helfer und Mitstreiter gesucht. Aus der Szene ist zu hören, dass es aktuell auch etwas an Manpower fehlt. Grund zur Sorge?

Auch interessant: Auktionshaus aus Region Pforzheim versteigert umstrittenes Nazi-Kinderbuch

Frank Nauheimer von Sponsor Admedes & G. Rau sagt: „Bei jungen Initiatoren kann es schon mal sein, dass eine Idee im Sand verläuft. Aber hier habe ich ein gutes Gefühl.“ Man stehe weiter hinter dem Projekt. „Wir finden, es ist eine tolle Idee gerade für die Jugend der Stadt.“ Das Unternehmen sorgte für eine Anschubfinanzierung im mittleren fünftstelligen Bereich.

Bauphase eins war mit großem Elan und viel Hilfe schnell erledigt. Noch vor dem offiziellen Spatenstich Mitte Dezember war das Fundament fertig im Metzelgraben eingebaut. Darauf sollte eine Holzkonstruktion gebaut werden, die einen Surfbetrieb für wenige Wochen im Jahr zulässt. Doch dann wurde der Wunsch nach einer langfristigen Lösung lauter.

Die zweite Bauphase soll noch dieses Jahr starten

Bechtold zufolge waren sich Verein, Sponsoren und Stadt Pforzheim einig in dem Wunsch, dass die dauerhafte Variante verfolgt werden soll. „Wenn man so ein großes Projekt schon über Jahre hinweg ehrenamtlich sowie mit zahlreichen Unterstützern aufzieht, dann wäre es natürlich schön und auch konsequent, von dem Endresultat auch längerfristig profitieren zu können“, sagt die Marketing-Beauftragte des Vereins.

Das verschob allerdings den Zeitplan: Es musste neu gerechnet und konstruiert werden. Laut Bechtold hofft man, dass es mit der zweiten Bauphase zumindest noch in diesem Jahr losgeht. „Das hängt alles auch mit den verfügbaren Ressourcen beziehungsweise Kapazitäten zusammen. Wir sind ein wirklich leidenschaftliches Team, das das ganze Projekt in Eigeninitiative und ehrenamtlicher Arbeit – neben unseren Jobs – vorantreibt.“

OB Boch steht hinter dem Projekt

In der Pressestelle der Stadtverwaltung weiß man zwar nicht so recht, wer konkret den Wunsch nach einer langfristigen Lösung geäußert haben soll. Man stehe aber hinter der neuen Lösung. „Aus Sicht unseres Oberbürgermeisters Peter Boch ist die Black Forest Wave ein großartiges Projekt, das durch das große Engagement einer privaten Initiative die Chance hat, das Sport- und Freizeitangebot Pforzheims und der Region um ein reizvolles Alleinstellungsmerkmal zu erweitern“, heißt es.

Die Stadtwerke, die durch den Metzelgraben Nagoldwasser zum Flusskraftwerk Auerbrücke an der Enz bringen, stehen ebenfalls weiter zu dem Projekt. Einzige Einschränkung für die Nutzung des Grabens: Die Nagold muss aus Umweltgründen genug Wasser führen. Ist der Wasserstand zu niedrig, darf nichts in den Metzelgraben abfließen.