Ehrenamt macht glücklich: Das weiß auch Nina Born von der Freiwilligenagentur Pforzheim-Enzkreis, die potenzielle Ehrenamtliche berät. | Foto: J. Müller

Vielfältige Möglichkeiten

Tag des Ehrenamtes: Beratungsstelle in Pforzheim hilft Menschen, passendes Engagement zu finden

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Ehrenamtliche Tätigkeiten spielen eine wichtige Rolle für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Am 5. Dezember ist wird daher weltweit der „Tag des Ehrenamtes“ gefeiert. Was bringt ehrenamtliches Engagement Menschen in Pforzheim – und welche Wege gibt es, sich einzubringen?

Ein Witwer, Mitte 70, erzählt unter Tränen, dass er sich engagieren und wieder einen Sinn in seinem Leben finden will. Seine Frau ist vier Monate zuvor gestorben. Heute engagiert sich der Senior ehrenamtlich im Repair Café und in der Stadtbibliothek. „Das ist schön, wenn man sieht, wie man den Menschen ein Stück weit auf ihrem Weg geholfen hat“, schildert Nina Born von der Freiwilligenagentur Pforzheim-Enzkreis den Fall, der sie auch persönlich bewegt. Es ist nur einer von vielen.

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Rund 100 Beratungsgespräche werden bei der Freiwilligenagentur im Jahr geführt. Das Ziel: Menschen, die sich engagieren wollen, zu beraten. Die Vereinten Nationen haben zur Würdigung den „Tag des Ehrenamtes“ ins Leben gerufen, der am 5. Dezember begangen wird.

Vielfältige Möglichkeiten des Engagements

Die Bandbreite an ehrenamtlichen Aktivitätsmöglichkeiten ist vielfältig. Von Hausmeistertätigkeiten bis hin zum Beetpaten beim Naturschutzbund. „Umweltschutz ist ein großer Bereich“, weiß Born. Der Schwerpunkt bei den Ehrenamtlichen liege aber im sozialen Bereich. „Beschäftigung mit Kindern, Senioren, auch Jugendlichen ist immer gefragt.“ Die städtische Anlaufstelle berät dabei die potenziellen Ehrenamtlichen und nimmt anschließend Kontakt mit den Einrichtungen auf. Danach folgt ein Kennenlernen. „Und dann geht alles seinen Weg“, schildert Born. Das letzte Wort hätten aber die Einrichtungen.

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Besonder Voraussetzungen bedarf es im Übrigen keine. „Zeit sicherlich. Und man sollte ein kommunikativer, offener Mensch sein“, beschreibt Born und stellt auch klar, dass jeder Ehrenamtliche selbst festlege, wie viel er leisten kann. „Es gibt kein Muss, es ist freiwillig. Man kann auch im Kleinen etwas bewegen“, so Born.

Die Mitarbeiterin der Freiwilligenagentur übt selbst auch ein Ehrenamt aus. Einmal im Monat geht sie mit ihrem Hund für eine Stunde ins Seniorenheim. „Ehrenamt macht glücklich, das kann man gar nicht beschreiben“, versucht sie, ihre Eindrücke in Worte zu fassen. „Natürlich ist das Arbeit, aber man bekommt da so viel zurück.“

Apps erleichtern den Weg ins Ehrenamt

Neben der persönlichen Beratung gibt es auch noch diverse Aktionstage, etwa in den Quartierzentren. „Daraus ergibt sich auch häufig noch etwas“, sagt Born. Andere Wege ins Ehrenamt, etwa über die App „Lets Act“, sieht Born nicht als Konkurrenz. „Im Gegenteil, ich sehe das als eine Ergänzung“, so Born.

„Das Tolle ist“, beschreibt der städtische Pressesprecher Michael Strohmayer, „dass das Ehrenamt hier nicht isoliert betrachtet wird. Es ist ein Bestandteil von vielen Formaten der Bürgerbeteiligung.“ Hierzu gehören unter anderem Nachbarschaftsformate, Bürgerbeteiligungsrat oder Internationaler Beirat. „Und wenn man den Bürger an der einen Stelle nicht erreicht, dann vielleicht an der anderen“, so Strohmayer.

Den Tag des Ehrenamtes nimmt die Stadt Pforzheim zum Anlass, Engagierte aus der Region zu würdigen. Dazu findet an diesem Donnerstag ab 19 Uhr eine Veranstaltung mit Podiumsdiskussion in der Bergdorfhalle Büchenbronn statt.