Harmonische Vorstellungsrunde: Tiefenbronns Bürgermeister Frank Spottek (hier mit seiner Frau Edyta) zog vor rund 70 Besuchern in der Mühlhausener Würmtalhalle Bilanz und nannte wichtige Projekte für die kommenden Jahre. Foto: Ochs

Wahlgang am 8. März

Tiefenbronner Noch-Bürgermeister und einziger Kandidat für Wahl stellt sich den Bürgerfragen

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Bürgermeisterwahlen mit einem einzigen Kandidaten klingen erst einmal nicht besonders aufregend. Ist der einzige Kandidat dann auch noch der Amtsinhaber, lässt sich der Grad der Zufriedenheit der Bürger an der Wahlbeteiligung ablesen. Mit dem Tiefenbronner Bürgermeister Frank Spottek, der bei der Wahl des Ortsoberhaupts am 8. März als Solist ins Rennen geht, scheint die Bevölkerung zufrieden zu sein.

15-minütige-Rede bei „Kandidaten“vorstellung

Zur Vorstellungsrunde am Montagabend in der Würmtalhalle in Mühlhausen kamen immerhin 70 Besucher, um die 15-minütige Rede von Spottek zu hören – die Regularien sehen diese Redezeit bei Kandidatenvorstellungen vor.

Die Situation ist also eine komplett andere als vor acht Jahren. Damals war Spottek einer von sechs Kandidaten und wurde im ersten Wahlgang mit über 78 Prozent zum Nachfolger von Friedrich Sämann gewählt. Auch ohne Gegenkandidat will Spottek in den nächsten Wochen Präsenz zeigen, sein Wahlkampfprogramm durchziehen und Vor-Ort-Termine absolvieren.

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Bürgerbeteiligung im Mittelpunkt der Politik

In seiner Rede ließ der Bürgermeister die Aufgaben seiner ersten Amtszeit Revue passieren und nannte wichtige Projekte für seine zweite Amtszeit. Im Mittelpunkt seiner Gemeindepolitik stehe die Bürgerbeteiligung, so Spottek. Gemeinsam sei das Gemeindeentwicklungskonzept „Zukunft Tiefenbronn 2025“ angestoßen worden und Maßnahmen wie Klimaschutzkonzept, Innenentwicklung und Jugendbeteiligung umgesetzt.

Klimaschutz sei seine „Herzensangelegenheit“, verriet Spottek.

Eine Elektro-Ladesäule verbunden mit E-Carsharing wurde in Tiefenbronn installiert und könnte es auch in Lehningen und Mühlhausen geben, sagte Spottek auf Nachfrage einer Besucherin.

Neue Wohnform für Senioren

Thema Bildung und Betreuung: Ab diesem Jahr soll eine zentrale Vormerk- und Anmeldeplattform die Formalitäten im Kindergarten erleichtern. Der Neubau für die Betreuung ab dem ersten Lebensjahr im Tiefenbronner Kindergarten könnte im September 2020 fertig werden. Sanierungen stehen auch in den Kindergärten in Lehningen und Mühlhausen an.

Senioren: Eine neue Wohnform einer ambulant betreuten Pflegewohngruppe und seniorengerechten Wohnungen entstehen ab Frühjahr in der Mühlhausener Straße in Lehningen. Dieses Seniorenwohnen soll Vorbild für die beiden anderen Ortsteile sein, antwortete der 46-jährige Rathauschef auf die Frage eines Besuchers.

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Bezahlbarer Wohnraum soll entstehen

Innenentwicklung: Mehr als 100 Baulücken gebe es in der gesamten Gemeinde. Eigentümer sollen 2020 erneut angeschrieben werden. Bezahlbarer Wohnraum soll außerdem in Form zweier Doppelhäuser in einem Gebäude mit fünf Wohnungen im geförderten Mietwohnungsbau entstehen.

Auch die mehr als 40 Jahre alte Gemmingenhalle müsse saniert werden. Hier soll eine Grundsatzentscheidung fallen, ob die Halle umgebaut werden oder ein Neubau an anderer Stelle entstehen soll. Der Schuldenstand der Gemeinde hat sich seit 2012 von 1,1 Millionen Euro auf 350.000 Euro verringert und die Rücklagen leicht erhöht. Allerdings stehen in den nächsten Jahren viele Investitionen an.

Internet: Lücken sollen geschlossen werden

Bei den wenigen Fragen der Besucher ging es um Themen von Blühwiesen für Bienen bis zur Lage der Asylbewerber in der Gemeinde. Ein Tiefenbronner hakte beim Thema Internetausbau nach. Derzeit werde ein Konzept für den Glasfaserausbau erarbeitet, um Lücken in schlecht versorgten Gebieten zeitnah zu schließen. Ein Antrag beim Bund für den Breitbandausbau laufe, antwortete Spottek und versprach: „In Tiefenbronn sind wir dran.“

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