Ein gewohntes Bild: Sonja Pfrommer vom TSV Dennach stemmt den Europapokal in die Höhe. | Foto: Kammer/Europäischer Faustballverband

Faustball

TSV Dennach schafft Europapokal-Hattrick

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Was macht eigentlich Faustball zum Mannschaftssport? Irgendwann zwischen den zahlreichen mehr oder weniger direkt verwandelten Angaben von Sonja Pfrommer, Spielführerin des TSV Dennach, konnten die Beobachter beim Europacup darüber ins Grübeln kommen. Dieses Turnier hätte auch den Titel „Alle gegen Pfrommer“ haben können – und die Königin der „Pink Ladies“ gewann trotzdem.

TSV Dennach in leichter Vorrunde mühelos ins Halbfinale

Ins Schweizer Jona waren die Dennacherinnen zwar als Titelverteidiger gefahren, vom Titelhattrick hatte Trainer Rudolf Reuster aber nicht viel wissen wollen. Das Halbfinale war das Ziel. Und das wurde ohne Satzverlust erreicht, auch weil der TSV Dennach die deutlich leichtere Gruppe erwischt hatte. Gastgeber und Favorit TSV Jona schied in der Parallelgruppe früh aus, mit dem Ahlhorner SV (deutscher Vizemeister) und FBC Abau Linz Ufahr (österreichischer Meister) warteten zwei harte Brocken in der K.o.-Phase.

Linz fordert TSV Dennach, Reuster stellt entscheidend um

Als erstes versuchten sich die Österreicherinnen am TSV Pfrommer. Mit ihrer starken Angriffsspielerin Ines Mayer setzten die Linzerinnen auf Offensive. Die Neuenbürgerinnen hatten zunächst sichtbar Probleme mit dem nassen Rasen, der die Bälle schnell und unkontrollierbar machte. „Mit so schnellen Bällen hatten wir nicht gerechnet“, sagt TSV-Dennach-Trainer Rudolf Reuster. Der erste Satz ging mit 7:11 verloren. Reuster reagierte, stellte auf eine V-Aufstellung um, zudem brachte die eingewechselte Jugendspielerin Tabea Kälber Stabilität in die Defensive. Und vorne? War ja Sonja Pfrommer, die aus allen Lagen traf.

Ahlhorner SV gegen Sonja Pfrommer

Nach 11:7, 11:9 und 11:7 war es dann Zeit für die Revanche gegen den Ahlhorner SV. Die Niedersachsen hatten den TSV zuletzt zweimal bei deutschen Meisterschaften besiegt. Dennach und Pfrommer machten im ersten Satz (11:7) da weiter, wo sie aufgehört hatten. Doch dann gönnte sich Pfrommer eine Art kreativer Auszeit, viele leichte Angabefehler und zielgerichtete Anspiele der Ahlhorner auf Pfrommer, um sie aus dem Spiel zu nehmen, drehten die Partie. 6:11 ging der zweite Satz verloren, im dritten vergab Ahlhorn gleich zwei Satzbälle (13:11 für Dennach). Erst im vierten Satz (11:9) trat der TSV Dennach wieder souverän auf. Lena Wahl sowie Tabea Kälber, Jasmin Fischer, Annkatrin und Anna-Lisa Aldinger, die neben Pfrommer in die Mannschaft des Turniers gewählt wurde, durften feiern, als – natürlich – Pfrommer den entscheidenden Ball per Angabe in die Lücke der Ahlhorner Defensive spielte.

„Wir haben jetzt mehr Europacup- als Meistertitel gewonnen“, freut sich Reuster und hofft, den Schwung nun auch in die Liga mitnehmen zu können. Dort wird allerdings ausgerechnet Sonja Pfrommer fehlen.