Für einen barrierefreien Bahnhof in Wilferdingen/Singen könnte frühestens 2021 der Startschuss fallen. Momentan warten Gemeinde und Architekt noch auf einen Gesprächstermin mit der Deutschen Bahn. Foto: Zachmann

Bahnhof in Remchingen

Umbaupläne auf Abstellgleis

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Seit Jahren kämpfen die Remchinger um einen barrierefreien Bahnhof. Die große Umbau-Variante für rund sechs Millionen Euro scheiterte, weil sich die Grundstückseigentümerin, die Deutsche Bahn, aus dem Projekt zurückgezogen hatte. „Andere Dinge waren wohl wichtiger“, vermutet der Remchinger Bauamtsleiter Markus Becker.

Bahn muss Pläne noch absegnen

Wie berichtet, hat die Gemeinde den Umbau mit einer kleineren Variante erneut aufs Gleis geschoben. So recht ins Rollen kommt das Vorhaben dennoch nicht, weil die Bahn die Umbaupläne des beauftragten Kelterner Ingenieurbüros Infra Plan noch absegnen muss. Das Büro hofft auf einen Gesprächstermin in den nächsten zwei Wochen mit „Deutsche Bahn Station&Service“ in Karlsruhe. „Das erste Gespräch ist in Vorbereitung, wir warten auf Rückantwort“, erklärt Stephan Klotz, Geschäftsführer von Infra Plan. Ein Gespräch muss außerdem mit der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) geführt werden, der auch ein Teil des Bahnhofgrundstücks gehört.

Umbau eines der Top-Projekte in Remchingen

Für einen baldigen Umbaustart ist der Zug aber abgefahren, weil die Pläne bei der Bahn zwei Jahre vorher eingereicht werden müssen. Das heißt, wenn die „wasserdichte Entwurfsplanung“ nun abgesegnet wird, besteht die Möglichkeit, ins Jahresbauprogramm der Bahn für 2021 hineinzukommen, so Klotz. Der Remchinger Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon hält aber auch diesen Termin für „sportlich, aber nicht ausgeschlossen“. Der Umbau sei eines der „Top-Projekte“ in Remchingen. Dass es nun in Rollen kommt, hänge von den Ingenieuren ab, so Prayon.

Kosten auf zwei bis drei Millionen geschätzt

Was die Kosten angeht, so hat die Gemeinde zwei Millionen Euro im Haushalt eingeplant. Das Land will 50 Prozent der Baukosten zuschießen, die Planungskosten trage die Gemeinde. Bei geschätzten Gesamtkosten von zwei bis drei Millionen Euro müsse die Gemeinde also rund 1,8 Millionen Euro tragen, so Prayon. Dass sich die Bahn an den Kosten beteiligt hält der Bürgermeister für „völlig ausgeschlossen“.

Bahnsteige sollen angehoben werden

Die Pläne des Ingenieurbüros hat der Gemeinderat wie berichtet bereits im vergangenen September abgesegnet. Demnach sollen die Bahnsteige von 36 auf 55 Zentimeter angehoben werden, wie in Königsbach ein Dach bekommen und auf 170 oder 210 Meter ausgebaut werden. Auf Wilferdinger Seite bleibt der Treppenabgang laut Plan bestehen; als barrierefreier Zugang zur Unterführung soll jedoch eine Rampe mit einer eingebauten Kehre entstehen. Auf der Seite in Richtung Singen soll die Unterführung um 15 auf 60 Meter verkürzt werden. Aus dem Grund muss auch die Dajastraße ein Stück verlegt werden.

Fahrstuhl auf dem Mittelbahnsteig geplant

Die Unterführung würde ein Entwässerungssystem erhalten, außerdem soll eine bessere Beleuchtung installiert werden, führte Klotz bei der Gemeinderatssitzung aus. Auf dem Mittelbahnsteig soll ein Fahrstuhl für Barrierefreiheit sorgen. Die Treppe müsste wegen der Vorschriften ans Ende des schmalen Bahnsteigs verlegt werden. Das würde auch einen neuen kurzen Treppenzugang-Tunnel in der Unterführung nötig machen. Während der Bauarbeiten würde der Bahnsteig stillgelegt. Der Park-and-Ride-Parkplatz an der Dajastraße würde entfallen. Die Gemeinde sieht darin keinen Mehrwert.