Zeichnung des Angeklagten von sich und seinen Anwälten Ulrich Sommer (links) und Cornelius Schaffrath (rechts)
Zeichnung des Angeklagten von sich und seinen Anwälten Ulrich Sommer (links) und Cornelius Schaffrath (rechts) | Foto: Ekart Kinkel

Am 7. November geht es weiter

Fortsetzung im Simon-Paulus-Prozess: Verteidigung will Zweifel säen

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Beim Prozess um die mutmaßliche Ermordung des Birkenfelder Büchsenmachers Simon Paulus will die Verteidigung des 30-jährigen Hauptangeklagten einen weiteren Zeugen hören und dadurch die Glaubwürdigkeit des 42-jährigen Mitangeklagten untergraben.

Dieser habe mehrere Jahre lang finanzielle Probleme gehabt und seine Gläubiger belogen, begründete Verteidiger Ulrich Sommer seinen Antrag. Das könne der Chef eines Pforzheimer Fitnessclubs, in dem der 42-Jährige als Kampfsportlehrer arbeitete, mit seiner Zeugenaussage bestätigen.

Prozess wird am 7. November fortgesetzt

Die Schwurgerichtskammer um den Vorsitzenden Richter Leonhard Schmidt will am 7. November über den Beweisantrag entscheiden und die Verhandlung dann auch weiterführen. Staatsanwältin Christine Roschinski trat dem Antrag bei ihrer Stellungnahme entgegen. Dass der 42-Jährige finanzielle Schwierigkeiten hatte und selbst seine Freundin immer wieder angelogen habe, sei schließlich bereits ebenso bekannt wie die Vorstrafen des Angeklagten. „Ich weiß nicht, was uns ein weiterer Zeuge noch Neues erzählen kann“, so Roschinski.

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Staatsanwältin tritt Beweisanträgen entgegen

Sommer will mit seinen Beweisanträgen vor allem weitere Zweifel an der Schuld seines Mandanten säen. Der 30-Jährige hatte bei seiner Einlassung behauptet, dass der 42-Jährige Simon Paulus getötet habe. Der 42-Jährige hatte den 30-Jährigen der gewaltsamen Tötung des 50-jährigen Büchsenmachers bezichtigt. „Es gibt zwei unterschiedliche Versionen der Tat“, betonte Sommer. Deshalb könne es nicht angehen, dass ein Gericht den Ermittlungen der Kriminalpolizei ohne eine genaue Überprüfung des Sachverhalts einfach vertraue.

Zeichnung des Angeklagten von sich und seinen Anwälten Ulrich Sommer (links) und Cornelius Schaffrath (rechts)
Zeichnung des Angeklagten von sich und seinen Anwälten Ulrich Sommer (links) und Cornelius Schaffrath (rechts) | Foto: Ekart Kinkel

Verteidigung kritisiert Gericht

Nach Sommers Einschätzung reichen die bisher vorgebrachten Beweise und Indizien für eine Verurteilung seines Mandanten aus. „Allerdings wird Zweifel den Gerichten immer auch als persönliche Schwäche ausgelegt“, so Sommer. Deshalb würden Richter gerne Stärke und Entscheidungsfreudigkeit demonstrieren und durch ein hartes Urteil mitunter auch Existenzen zerstören.

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