Wald wurde in den vergangenen Wochen (wie hier am Dreimarkstein) für den geplanten Windpark Straubenhardt gerodet. Foto: Ehmann

BI entsetzt über Flugblatt

Vertrag für Windpark unterzeichnet

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Der geplante Windpark Straubenhardt erhitzt die Gemüter: Ein unbekannter Dobler Bürger behauptet, die Bürgerinitiative (BI) „Gegenwind“ Straubenhardt rufe mit einem Flugblatt zur Gewaltanwendung im Straubenhardter Rodungsgebiet gegen die Windkraftaktivitäten auf.

Anonymes Flugblatt verteilt

Wie berichtet, werden derzeit Vorbereitungen für die geplanten Windkraftanlagen im Gebiet zwischen Straubenhardt, Dobel, Neuenbürg und Bad Herrenalb getroffen und Wald gerodet.
Die BI reagiert entsetzt auf den Inhalt des verteilten Flugblattes: „Offensichtlich versucht man nun mit allen Mitteln, die BI in Misskredit zu bringen. Wir behalten uns auch vor, Anzeige gegen unbekannt zu erstatten“, teilt BI-Sprecherin Christel Olivier mit. Der Dobler Bürger selbst habe zwar handschriftlich, aber anonym geschrieben, eine Kontaktaufnahme sei somit nicht möglich. Auch sei das verteilte Flugblatt der Bürgerinitiative nicht bekannt, so Olivier.

Wir lehnen Gewalt ab

„Wir lehnen jegliche Form von Gewalt ab. Ganz im Gegenteil fordern wir alle Bürger auf, dem politisch angeordneten Unsinn mit Sachargumenten, rationalem Denken und rechtsstaatlichen Mitteln entgegenzuwirken“, teilt die BI mit, die derzeit 329 Mitglieder hat.

Forderungen der Gemeinde erfüllt

Währenddessen schreiten die Planungen für den Windpark voran: Am gestrigen Montag hat die Gemeinde Straubenhardt den Gestattungsvertrag mit dem künftigen Betreiber des Windparks, der Firma Wirsol aus Waghäusel, unterzeichnet. „Nachdem die zentralen Forderungen der Gemeinde erfüllt wurden, konnte die Vertragsunterzeichnung erfolgen“, teilte der Straubenhardter Bürgermeister Helge Viehweg gestern mit.
„Wir sind froh, nach zähen Verhandlungen eine gemeinsame Basis gefunden zu haben“, kommentiert Simon Schunter von der Firma Wirsol die Vertragsunterzeichnung. Die Verhandlungen liefen über Jahre und wurden gemeinsam mit dem Straubenhardter Gemeinderat vorbereitet.

Widerspruch gegen Baugenehmigung

Der Gestattungsvertrag betrifft die gemeindeeigenen Flächen. Auf Straubenhardter Gemarkung sollen drei der insgesamt elf Windkraftanlagen gebaut werden. Die übrigen acht sollen im Staatswald stehen. 3 500 Festmeter Holz werden für den Windpark geschlagen. Das Landratsamt Enzkreis hat die Baugenehmigung für den Windpark am 16. Dezember erteilt. Gegen die Genehmigung haben die Gemeinden Dobel, Bad Herrenalb und Neuenbürg Widerspruch eingelegt. Die Bürgerinitiative versucht außerdem, die Bauarbeiten mit einem Eilantrag an das Verwaltungsgericht in Karlsruhe und einer einstweiligen Verfügung zu stoppen.