WILL ER IHREN JOB? Pforzheims SPD-Spitzenmann Uwe Hück (links) und Landeschef Andreas Stock blicken ernst in Richtung Katja Mast, der SPD-Bundestagsabgeordneten für den Wahlkreis Pforzheim. Das Bild entstand während der Nominierungsversammlung der Pforzheimer Sozialdemokraten für die Kommunalwahl im Awo-Familienzentrum. | Foto: str

Stadt, Land, Bund

Wegen Uwe Hück: Posten-Poker bei der SPD Pforzheim

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Wer führt die SPD-Fraktion in der kommenden Wahlperiode im Pforzheimer Gemeinderat? Kommunalpolitik-Quereinsteiger Uwe Hück oder doch der erfahrene bisherige Fraktionschef Ralf Fuhrmann? Das ist derzeit nicht die einzige Frage im Posten-Poker bei der SPD Pforzheim. Es geht auch schon um die  Land- und Bundestagskandidaturen.

Nach einer Klausursitzung sagte der amtierende Fraktionsvorsitzende Fuhrmann auf  Anfrage: „Wir sind auf einem guten Weg diese und andere Fragen einvernehmlich zu beantworten.“ Voraussichtlich werde es keinen Fraktionsvorsitzenden mehr geben, sondern einen Fraktionssprecher und womöglich weitere Funktionen. Dabei müsse man die besonderen Kompetenzen der fünf Fraktionsmitglieder berücksichtigen und bestmöglich nutzen, so Fuhrmann, der nach BNN.de-Informationen eine Art Fraktionsgeschäftsführer neben Fraktionssprecher Hück werden könnte. Dieser verwies auf Anfrage auf eine baldige Pressekonferenz und sagte lediglich: „Wir sind ein starkes Team, aber jedes Team hat auch einen Teamführer.“ Der Ex-Porsche-Betriebsratschef war im Februar vom SPD-Kreisverband zum Spitzenkandidaten für Pforzheim gewählt worden. Aus der Gemeinderatswahl im Mai ging er als Stimmenkönig hervor.

Vorbehalte gegen Hück in der SPD Pforzheim

Nach Kurier-Informationen gibt es in Partei und Fraktion aber Vorbehalte, ob der lautstarke Neuzugang auch genügend Expertise und Geduld für den Fraktionsvorsitz aufbringt. Nichtsdestotrotz gibt es in der Partei auch Spekulationen die weitere Parteilaufbahn des prominenten Neupolitikers betreffend. Hück hatte immerhin in mehreren Interviews angekündigt, es nicht bei einer Tätigkeit als Pforzheimer Stadtrat belassen zu wollen. Frühere Aussagen Hücks, er wolle bei der Landtagswahl 2021 SPD-Landeschef Andreas Stoch unterstützen, wurden teilweise so interpretiert, dass Hück für sich eine Landtagskandidatur anstrebe.
Andererseits heißt es in SPD-Kreisen, Hück strebe in den Deutschen Bundestag und wolle der Pforzheimer Bundestagsabgeordneten Katja Mast die Direktkandidatur abjagen. Den Überlegungen zufolge könnte der volksnahe Hück dem Direktmandat-Inhaber Gunther Krichbaum von der CDU gefährlicher werden als Katja Mast.

Auch Katja Mast in der Kritik

Hück sagte zu den Spekulationen: „Man sollte einen Schritt nach dem anderen machen, sonst stolpert man. Jetzt gilt es, mit voller Kraft für Pforzheim zu arbeiten.“ Ob er womöglich für ein Landtags- oder Bundestagsmandat kandidieren werde, stehe derzeit nicht zur Debatte. Ausschließen wollte Hück auf Kurier-Anfrage allerdings beides nicht.

In welches Parlament will Uwe Hück?

Somit müssen sich nicht nur seine Anhänger in der Partei gedulden, sondern auch die potenziell betroffenen politischen Mitbewerber – parteiintern wie extern. Bei der vergangenen Landtagswahl war für die SPD im Wahlkreis Pforzheim Annkathrin Wulff angetreten, die nun mit Uwe Hück in den Gemeinderat einzieht und die als Kreisvorsitzende den überraschend aufgetauchten Porsche-Mann bislang gut integriert hat. Was den Bundestag anbelangt, stellte Katja Mast gegenüber dem Kurier klar: „Für Wahlen im Jahr 2021 wird in der Regel 2020 nominiert, das veranlasst die Partei.“ Der Zeitplan geht freilich von einem regulären Ende der Legislaturperiode aus.
WEGGEFÄHRTINNEN: Andrea Nahles und Katja Mast (links) beim Pforzheimer Oechslefest im Sommer 2017. | Foto: Ehmann (Archiv)