Hunderte Bräute waren dem Pforzheimer Aufruf gefolgt und kamen ins Volksbankhaus. Für den Weltrekord reichte es am Ende zwar nicht, ihre gute Laune ließen sich die Feiernden dadurch aber nicht nehmen.
Hunderte Bräute waren dem Pforzheimer Aufruf gefolgt und kamen ins Volksbankhaus. Für den Weltrekord reichte es am Ende zwar nicht, ihre gute Laune ließen sich die Feiernden dadurch aber nicht nehmen. | Foto: Eschmann

Weltrekordversuch in Pforzheim

Jahr für Jahr eine Liebeserklärung im Brautkleid

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Es sind die vielen kleinen Geschichten und Begegnungen, die den Weltrekordversuch der Trauringhersteller zu einem besonderen Erlebnis machen. Da ist es am Ende fast egal, dass es für den Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde deutlich nicht reicht. 398 Bräute sind anlässlich des Jubiläums „250 Jahre Goldstadt“ angereist. Ein Meer aus weißen Brautkleidern wirbelt durch das Volksbankhaus. Zweifelsohne ein einzigartiger Anblick, aber für einen Rekord nicht groß genug.

Verpasster Rekord trübt die Feierlaune nicht

„Dann sollen die Chinesen eben ihren Rekord behalten. Wir lassen uns die Party nicht vermiesen“, sagt Moderator Marco Schreyl. Musik von Frank Sinatra setzt ein. Die Party-Nacht beginnt. Und so steht weniger das verpasste Ziel im Mittelpunkt, sondern es stehen vielmehr diejenigen im Zentrum, die den frühen Abend zu einem besonderen Ereignis machen.

Jedes Jahr ein Foto im Brautkleid

„Als ich den Aufruf in der Zeitung gelesen habe, war für mich sofort klar, dass ich mitmachen werde“, sagt Marina Lambertz-Simonova. Seit 17 Jahren ist sie mit ihrem Mann verheiratet und jedes Jahr zieht sie ihr Brautkleid an, macht ein Foto und klebt es in ein Album. „Dann schreibe ich immer Gedichte über die Liebe dazu.“

Eigentlich stammt Marina aus St. Petersburg. Um den Bund fürs Leben einzugehen, sind sie und ihr Partner im Jahr 2000 nach Baden-Baden gekommen. Inzwischen hat sie in Pforzheim eine neue Heimat gefunden.

Bräute jeden Alters machten beim Rekordversuch mit

Unter den fast 400 Teilnehmerinnen finden sich Bräute jeden Alters. Die jüngste Braut ist erst sechs Tage, die älteste stolze 61 Jahre verheiratet. Und die erzählen sich fleißig von ihrer Hochzeit. Früher sei man zu Fuß zur Kirche gegangen. An eine festlich geschmückten Kutsche oder gar einer Limousine war oftmals nicht zu denken.

So schwelgen 398 Bräute in ihren Erinnerungen und knüpfen neue Kontakte. Auch das ist sicher ein Erfolg der Veranstaltung, wenn man ihn auch nicht in Zahlen messen kann.

Pforzheim hätte 909 Bräute für den Eintrag im Guinness-Buch benötigt

Es war ohnehin ein ambitionierten Ziel, das sich die fünf Pforzheimer Trauringhersteller, die Deutsche Schmuck und Uhren (DSU) und Ben Epple von Glamourös Media-Event gesteckt haben. Erst im Januar legten die Chinesen die Messlatte für einen neuen Weltrekord nochmal ein bisschen höher. 909 Bräute hätte die Goldstadt benötigt, um einen Platz im berühmten Guinness-Buch der Rekorde zu ergattern. Verheiratete wie ledige Frauen von 18 bis 88 Jahren durften an dem Rekordversuch teilnehmen, sofern sie ein weißes oder cremefarbenes Kleid trugen.

Dann sollen die Chinesen eben ihren Rekord behalten.

Die Bräute ließen jedoch auf sich warten. Trotz einer großen Werbekampagne waren Ende Juni erst rund 200 von ihnen angemeldet. Vor wenigen Tagen berichteten die Veranstalter, dass 600 Teilnehmerinnen gefunden seien (der Pforzheimer Kurier berichtete). Am Ende ist nun die ein oder andere Braut doch noch im letzten Moment abgesprungen.