Mit einem Fest am neuen Kreisverkehr „Mostklinge“ hat die Gemeinde Straubenhardt die sanierte Conweiler Ortsdurchfahrt und den Kreisel feierlich eingeweiht. Vorne Mitte: Bürgermeister Helge Viehweg und der Erste Landesbeamte Wolfgang Herz. Foto: Ehmann

Conweiler Ortsdurchfahrt

Wichtige Verkehrsachse modernisiert

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Jahrelang hat die Gemeinde Straubenhardt um die Sanierung der Conweiler Ortsdurchfahrt gekämpft, kurz vor Ostern ist die Landesstraße 565 nach fast zweijähriger Bauzeit frei gegeben worden. Am Donnerstag  hat sich die Gemeinde mit einem Fest vor der Wohnidee und mehr als 50 Gästen erkenntlich gezeigt.

Weichen für Datenautobahn gestellt

Lange sei die Gemeinde darauf angesprochen worden, wie schlecht die Straße sei und wie unsicher die Kreuzung, erinnerte der Straubenhardter Bürgermeister Helge Viehweg. Aber das Ergebnis könne sich sehen lassen. Was die Maßnahme so in die Länge gezogen habe, seien Dinge, die nicht gleich ins Auge fallen: unter anderem eine barrierefreie Bushaltestelle und Leerrohre für die Breitbandverlegung. „Die Infrastruktur ist da, nun brauchte es nur noch die Glasfaserkabel“, sagte Viehweg. Auch die von Fahrradfahrern gewünschte Spur entlang der Landesstraße sei registriert, aber „da müssen wir noch dickere Bretter bohren“, so der Bürgermeister.

Eine runde Sache

Die frisch sanierte Ortsdurchfahrt bezeichnete der Erste Landesbeamte Wolfgang Herz als „runde Sache“. Es sei wichtig, dass die stark beanspruchte „Nordschwarzwaldrand-Route“, die von durchschnittlich 14 000 Fahrzeugen am Tag benutzt werde, verbessert und die Kreuzung als „Unfallhäufungsstelle“ entschärft sei. An der Datenautobahn in Straubenhardt müsse die Gemeinde dranbleiben. Die Weichen seien nun gestellt; Herz geht davon aus, dass ein Netzbetreiber vor den Sommerferien gefunden wird.

Netzbetreiber soll vor den Sommerferien gefunden werden

Der Erste Landesbeamte ließ in seinem Grußwort vor den Gästen – unter ihnen Gemeinderäte, Kreisräte, Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung, vom Landratsamt und der Bauleitung – die Historie der Maßnahme Revue passieren: 2011 stand die Vorplanung, drei Jahre später fasste der Kreistag den Planungsbeschluss und im November 2016 den Baubeschluss. Viehweg und Herz ließen auch das Intermezzo vom Sommer 2016 nicht unerwähnt, als der frisch geflickte Belag in der Juli-Hitze schmolz. Klar war damals, dass die große Lösung her muss – dafür hatten sich die Bundestagsabgeordneten Katja Mast und Gunther Krichbaum eingesetzt, erinnerte sich der Straubenhardter CDU-Gemeinderat Jörg Gube, der an der Unterschriftensammlung beteiligt war, die mit rund 1 400 Unterzeichnern die Baumaßnahme mit ins Rollen gebracht hat.

1400 Unterschriften für Baumaßnahme gesammelt

Mehr Sicherheit und ein besserer Verkehrsfluss erhofft sich die Gemeinde durch den neuen Kreisel „Mostklinge“ bei der Wohnidee. „Mit dem Kreisverkehr und der Ortsdurchfahrt geht ein langersehnter Wunsch in Erfüllung“, sagte Viehweg. Ausschlaggebend für den Umbau der Einmündung Hauptstraße/Feldrennacher Straße  war vor allem die mangelhafte Verkehrssicherheit: Oft war es in diesem Bereich zu Unfällen gekommen. Der neue Kreisel schließt an die Kalkstattstraße an; dafür musste die Kreisstraße um etwa 120 Meter verlegt werden.

Drei zusätzliche Querungshilfen für Fußgänger

Durch die Sanierung der Straße mit einer Länge von rund 2,5 Kilometern – vom Kreisel am Hasenstock bis zum Kreisel beim Rathaus Schwann – sei nun eine wichtige Verkehrsachse modernisiert worden. Drei zusätzliche Querungshilfen für Fußgänger wurden zudem angelegt.

5,2 Millionen Euro investiert

In Conweiler erfolgten die ersten Arbeiten des Großprojekts unter der örtlichen Bauleitung von Armin Keller. Planung und Bauleitung übernahm das Ingenieurbüro Fröhlich aus Karlsruhe. Zunächst wurden die Leitungen der Wasserversorgung und Kanalisation sowie der Straßenentwässerung saniert. Das Investitionsvolumen lag  bei 5,2 Millionen Euro. Davon übernahm die Gemeinde Straubenhardt 2,2 Millionen Euro für Kanalisation, Wasserleitung, Straßenbau und Busbucht. Das Regierungspräsidium Karlsruhe beteiligte sich mit 2,7 Millionen Euro. Davon gingen 730 000 Euro in die Finanzierung des Kreisverkehrs, der 930 000 Euro kostete und vom Enzkreis mit 200 000 Euro mitfinanziert wurde. Der Zweckverband Breitbandversorgung im Enzkreis steuerte 314 000 Euro bei, die Gasversorgung Pforzheim 42 000 Euro. An den Kosten des Kreisels musste sich die Gemeinde wegen der geringen Verkehrsbelastung nicht beteiligen.