Dank für Hilfe in der Krise: Mit einer Fotoaktion bedankt sich das Pforzheimer Tierheim bei Spendern und Unterstützern, die in den vergangenen Wochen geholfen haben. Das Tierheim hat 113 Katzen bei sich aufgenommen, die aus einer Messie-Wohnung befreit wurden. Den Tieren geht es gut. Rund 50 Samtpfoten sind inzwischen an befreundete Tierheime weitergegeben worden.
Dank für Hilfe in der Krise: Mit einer Fotoaktion bedankt sich das Pforzheimer Tierheim bei Spendern und Unterstützern, die in den vergangenen Wochen geholfen haben. Das Tierheim hat 113 Katzen bei sich aufgenommen, die aus einer Messie-Wohnung befreit wurden. Den Tieren geht es gut. Rund 50 Samtpfoten sind inzwischen an befreundete Tierheime weitergegeben worden. | Foto: Tierheim

Strafanzeige gegen Halterin

Wie es den 113 Katzen aus der Pforzheimer Messie-Wohnung heute geht

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Verdreckt und abgemagert – so sind die 113 Katzen aus der Pforzheimer Messie-Wohnung im Tierheim gelandet. Inzwischen haben sie sich erholt und blühen regelrecht auf. 50 von ihnen sind sogar schon in ein anderes Tierheim umgezogen.

Die gute Nachricht vorneweg: Den 113 Katzen, die wie berichtet aus der Pforzheimer Messie-Wohnung befreit wurden, geht es gut. Da das Tierheim derzeit bis auf weiteres für Besucher geschlossen ist, haben die Mitarbeiter mehr Zeit, sich um die Tiere zu kümmern.

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Aufnahme war für Pforzheimer Tierheim eine große Herausforderung

Verdreckt, verängstigt und abgemagert – so sind die 113 Katzen Ende Februar von Feuerwehr und dem städtischen Veterinärdienst ins Tierheim gebracht worden. „Keine von ihnen hat miaut oder einen Ton von sich gegeben. Das hat uns bis ins Mark erschüttert“, sagt René C. Maier-Stadtaus, Vorstandsvorsitzender im Pforzheimer Tierschutzverein, rückblickend.

Mit einer Fotoaktion bedankt sich das Pforzheimer Tierheim bei Helfern und Spendern. Foto: Tierheim

Inzwischen haben sich die Katzen erholt, fassen Vertrauen, entdecken ihren Spieltrieb und „lernen jeden Tag ein Stück mehr, was es heißt, eine Katze zu sein und wie schön das Leben sein kann“, so Maier-Stadtaus.

113 Katzen in wenigen Tagen aufnehmen, versorgen und behandeln – das sei eine „Megakrise“ gewesen. Die Ausnahmesituation habe aber auch gezeigt, „wie leistungsfähig wir sind“, sagt Maier-Stadtaus und bedankt sich für die Unterstützung von Feuerwehr, Polizei und Behörden – und nicht zuletzt der zwölf festen und 20 freien Mitarbeitern im Tierheim.

Die Katzen lernen, wie schön das Leben sein kann,

René C. Maier-Stadtaus, Vorsitzender

„Platt“ ist der Vorstandsvorsitzende immer noch über die Spendenfreudigkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen in der Krisensituation. Auch jetzt stellen noch Spender Pakete vor dem Tor ab. Klingel und Gegensprechanlage sind allerdings defekt und müssen repariert werden. 50 der 113 Katzen sind aus Platzgründen an befreundete Tierheime abgegeben worden.

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Katzen aus Messie-Wohnung müssen sich erst an Menschen gewöhnen

Vermittelt werden können die Tiere noch nicht. Zum einen, weil sie sich erst noch mehr an Menschen gewöhnen müssen und zum anderen, weil das Tierheim noch geschlossen ist. Auch die Besucher, die mit den Hunden regelmäßig spazieren gehen, dürfen nicht aufs Gelände.

Das Personal, das den Tieren in der Corona-Zeit mehr Aufmerksamkeit schenken kann, kümmert sich darum, dass die Tiere genug Auslauf erhalten. Außerdem können die Hunde das Freilaufgelände nutzen.

Die Mitarbeiter des Tierheims (hier Leiterin Kristin Hinze) hatten in den vergangenen Wochen gut zu tun, um die Katzen aus der Messie-Wohnung zu versorgen. Archivfoto: ro

Neues Quarantäne-Gebäude soll gebaut werden

Auch baulich tut sich einiges im Tierheim: Das Katzenzimmer wird renoviert. Es diente zuletzt als Quarantäneraum für die Neuankömmlinge aus der Messie-Wohnung. Der neue Parkplatz ist fertig und sollte eigentlich beim Tierheimfest am 26. April eingeweiht werden. Bekanntlich fällt das Fest wegen Corona aus.

In den nächsten vier bis acht Wochen soll zudem der Grundstein für das neue Quarantäne-Gebäude gelegt werden. Die Baugenehmigung liegt vor, die Bäume auf dem Platz zwischen Tierheimbüro und Wohngebäude sind gerodet und die Gewerke vergeben, so der Vorstandsvorsitzende.

Stadt Pforzheim und Enzkreis beteiligen sich am Neubau

Das Gebäude ist gedacht für Fälle, in denen schnell ein Quarantäne-Platz gebraucht wird. Die Kosten für den Neubau, der schlüsselfertig übergeben werden soll, beziffert Maier-Stadtaus mit rund zwei Millionen Euro.

Da das Tierheim hier Aufgaben für Pforzheim und Enzkreis übernehme, hätten Stadt und Kreis schriftlich zugesagt, sich mit jeweils 700.000 Euro am Quarantäne-Haus zu beteiligen. Maier-Stadtaus will in der Sache dennoch Kontakt zu OB Peter Boch und Landrat Bastian Rosenau aufnehmen.

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Tierheim nimmt auch Katzen und Hunde von Corona-Betroffenen

Momentan sind unter anderem 70 Katzen und 50 Hunde im Tierheim untergebracht. Das Tierheim nimmt auch Tiere von Corona-Betroffenen auf. Derzeit ist ein Pensions-Hund aus einer Enzkreis-Gemeinde untergebracht, dessen Besitzer sich in Quarantäne befindet.

Das Coronavirus sei für Tiere nicht gefährlich, betont Maier-Stadtaus. Es gebe keine Beweise, dass sich Tiere infizieren oder das Virus übertragen können. Zudem werde im Tierheim Wert gelegt auf einen hohen hygienischen Standard. Das Team sei gewohnt, mit Hand- und Schuhdesinfektion sowie Einmalhandschuhen zu arbeiten.

Stadt stellt Strafanzeige gegen ehemalige Katzenhalterin

Gegen die ehemalige Halterin der Katzen hat die Stadt Pforzheim Strafanzeige gestellt. Sie erhielt ein Katzenhaltungs- und Betreuungsverbot, teilte die Pressestelle der Stadt mit.