Wer künftig die Winzerhalle in Ellmendingen nutzt, ist derzeit unklar, solange das Verwaltungsgericht nicht entschieden hat. Im vorderen Teil des Anbaus befindet sich noch die Verkaufsstelle vom Weinhaus Keltern, die am Samstag schließt. Foto: Ossmann

Wirtschaftliche Basis entzogen

Weinhaus in Keltern schließt

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Weil die Ellmendinger Winzerhalle aus Sicherheitsgründen nicht mehr für Veranstaltungen genutzt werden darf, schließt das Weinhaus am Samstag. Eine Sanierung verzögert sich, solange die Entscheidung des Verwaltungsgerichts über das Vorkaufsrecht der Halle aussteht.

Wie geht es weiter mit der Winzerhalle in Ellmendingen? Die Gemeinde Keltern hat die Räume von der in Auflösung begriffenen Ellmendinger Weinbaugenossenschaft angemietet und an das Weinhaus untervermietet. Vor Gericht streitet die Gemeinde mit einem Ehepaar aus Ellmendingen wegen des Vorkaufrechts. Die Klage des Paars aus Ellmendingen ist seit längerer Zeit anhängig. Gemeindekämmerer Frank Kern hofft jedoch, dass das Verwaltungsgericht in Karlsruhe vor dem Sommerferien eine Entscheidung fällt.

Gerichtsentscheid vor den Sommerferien?

Solange kann Edda Santucci, die das Weinhaus in der Winzerhalle betreibt, nicht warten. Sie schließt ihren Laden am Samstag. Die wirtschaftliche Basis sei ihr entzogen worden, sagt sie auf Anfrage des Pforzheimer Kurier. Der Grund ist, dass die Halle seit etwa einem halben Jahr nicht mehr für Veranstaltungen genutzt werden darf, weil der Boden stark sanierungsbedürftig und nach Meinung eines Statikers einsturzgefährdet ist.

Hallenboden als Sicherheitsrisiko

16 große Veranstaltungen habe sie in der Halle organisiert, das sei wichtig für das Weinhaus gewesen und nur so habe sich der Laden wirtschaftlich getragen, erzählt Santucci, die das Weinhaus seit dreieinhalb Jahren geführt hat – erst vier Tage pro Woche und zuletzt nur noch freitags und samstags.
Solange die Gemeinde die Halle nicht kaufen und sanieren kann, darf sie nicht mehr für große Veranstaltungen genutzt werden, doch nun sei es zu spät, so Santucci, die hauptberuflich eine Heilpraktikerschule in Birkenfeld hat und das Weinhaus auch als Dienst an der Allgemeinheit und als Unterstützung des Weinbaus in Ellmendingen gesehen hat. Von der Gemeinde habe sie viel Rückhalt erfahren, die Genossenschaft dagegen habe ihr das Leben schwer gemacht und kein Interesse am Erhalt des Weinhauses gezeigt – warum, darüber könne sie nur spekulieren. Sie sehe sich als Opfer eines Konflikts, auf den sie keinen Einfluss habe, so Santucci.

Betreiberin sieht sich als Opfer eines Konflikts

Die Gemeinde bedauere, dass das Weinhaus schließt, sagt Gemeindekämmerer Kern, auch weil es schwierig werden dürfte, etwas Neues in der Halle zu installieren. Er sei auch überrascht, weil das Ende kurzfristig komme. Der Laden selbst sei nicht das Problem gewesen, sondern der Hallenboden beziehungsweise die Kellerdecke, die saniert werden müsse. Die Gemeinde will die Winzerhalle künftig für Veranstaltungen rund um den Wein nutzen und für den Radsport. Wo das traditionelle Kelterner Weinfest in diesem Jahr stattfindet, stehe ebenfalls in den Sternen.

Gemeinde will Halle für Veranstaltungen nutzen

Dass sich das Gerichtsverfahren ziehe, tue auch der Halle nicht gut. Kern hofft, dass die baulichen Maßnahmen noch vor dem Winter vorgenommen werden können. Vorher muss allerdings das Gericht entscheiden. Laut Baugesetzbuch habe die Gemeinde das Vorkaufsrecht. Einen Bebauungsplan der Gemeinde für die Halle gibt es jedenfalls schon.