Viele Hände schütteln und Glückwünsche entgegennehmen durfte Thomas Zeilmeier kurz nach seiner Wahl zum Bürgermeister von Ispringen. | Foto: Ehmann

Vorfreude auf neue Aufgabe

Zeilmeier: Goodbye Australien, Hello Ispringen

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Als Thomas Zeilmeier in der Nacht auf Montag gegen 1 Uhr vor dem Fernseher sitzt und verfolgt, wie die New England Patriots gegen die Atlanta Falcons beim Super Bowl – dem sportlichen Großereignis in den USA – Punkt um Punkt aufholen, hat der frisch gebackene Bürgermeister von Ispringen einen langen, ereignisreichen Tag hinter sich. So ereignisreich und kräftezehrend, dass der Football-Fan gar nicht mehr mitbekommt, dass die Patriots am Ende eines langen Spiels als Sieger vom Feld gehen – Zeilmeier ist einfach zu müde. Der „Australier“, wie er von manchen im Ort auch genannt wird, setzte sich am Wahlsonntag, wie berichtet, gegen Amtsinhaber Volker Winkel durch. Am Tag nach seinem Triumph muss er den Erfolg noch sacken lassen, wie Zeilmeier im Gespräch mit dem Pforzheimer Kurier sagt. Gefeiert habe er mit Ehefrau Selina bei einem guten Essen. Um die zweijährige Tochter Jana kümmerte sich die Oma.

Zeilmeier fliegt nochmal nach Brisbane

Bevor der frühere Ispringer Bauamtsleiter (2004 bis 2009), der am 4. Februar 45 Jahre alt wurde, in das Amtsgeschäft Ende April einsteigt, hat er noch eine dicke Agenda abzuarbeiten. „Wir werden nochmal nach Brisbane fliegen, wollen dort unser Auto verkaufen und unsere Sachen, die in Containern lagern, nach Deutschland schicken“, zählt Zeilmeier nur ein paar Punkte auf. Und „Goodbye“ wolle er seinen Freunden und Kollegen auf dem fünften Kontinent sagen. Die junge Familie hatte in Australien ein Haus. Das sei aber schon verkauft. Zeilmeiers Chef weiß auch schon, dass er künftig auf die Arbeitskraft des „Auswanderers“ verzichten muss.

Schade, dass wir dich gehen lassen müssen

„Schade, dass wir dich jetzt gehen lassen müssen“, habe dieser ihm geschrieben. Bei der Kandidatenvorstellung am 26. Januar hatte Thomas Zeilmeier angekündigt, im Falle seiner Wahl nach Ispringen zu ziehen. Deshalb sondiere er auch schon seit einiger Zeit den Immobilienmarkt. Doch: „Der Markt in Ispringen ist momentan nicht groß.“ Ein Eigenheim wäre natürlich schön für die dreiköpfige Familie, drei bis vier Zimmer bräuchte es deshalb schon, um alles unterbringen zu können, meint der künftige Rathauschef.

Bis April ist Zurückhaltung angesagt

Zurückhaltung sei jetzt aber erst mal angesagt: „Ich werde mich in den nächsten zwei Monaten zurückziehen, schließlich ist Herr Winkel noch bis 22. April Bürgermeister“, betont Zeilmeier. Bei der Gemeinderatssitzung im April wolle er dann aber dabei sein. „Ich freue mich darauf, dass Ispringen unser Lebensmittelpunkt wird, dass ich die Verwaltung und Gemeinderäte kennenlernen und die Gemeinde mitgestalten darf.“ Dass er nun in dieser Position ist, Gestalter sein zu können, Dinge anzupacken und die Ärmel für Ispringen hochzukrempeln, hat er, so vermutet der gebürtige Landshuter, vor allem seiner großen Präsenz im Ort zu verdanken.

Ein Ruck ging durch die Bevölkerung

„Bei meinen Hausbesuchen habe ich gemerkt, dass ein Ruck durch die Bevölkerung ging“, sagt Zeilmeier. „Deshalb hatte ich vor der Wahl auch ein gutes Gefühl. Ich habe viel positives Feedback bekommen, die Bürger haben mich ermutigt und gesagt: ,Wir wollen eine Wahl haben‘.“ Ende April tritt Thomas Zeilmeier sein Amt als Bürgermeister an, in der Aprilsitzung des Gemeinderats soll dann auch die Vereidigung Zeilmeiers stattfinden, sagt Hauptamtsleiter Thomas Ruppender auf Nachfrage.