Kommentar
Foto: ©jd-photodesign - stock.adobe.com

Pforzheimer Stadtgespräch

Zu wenig für einen echten Bruddler

Anzeige

Es ist viel los in Pforzheim. Allerorten wird die Goldstadt gefeiert; wer sich dafür interessiert, kann dabei sein und muss dafür eher selten in die Tasche greifen. Selbst jetzt während der Pfingstferien schiebt die Vielzahl der Angebote jeden Anflug von ereignisloser Stille in der Stadt in weite Ferne. Wer da etwas von zu wenig Nachhaltigkeit murmelt oder gar über viel zu hohe Ausgaben für eine doch eher durchschnittliche Präsentation im Schmuckmuseum munkelt, macht sich unbeliebt.

Schmuckjubiläum braucht Kritik

Das ist schade. Denn gerade die kritische Auseinandersetzung mit dem Jubelgeschehen zu 250 Jahre Goldstadt knüpft an das große Ziel an, das die Stadt mit dem Festival verbindet. Pforzheim will als Glanzpunkt zurück auf die Deutschlandkarte. Viele Sponsoren haben nur deshalb den Geldbeutel aufgemacht für goldene Momente in Pforzheim, weil sie sich eine langfristige Wirkung erhoffen – sei es für den Ruf von Made in Pforzheim, sei es für eine Stadtentwicklung, die Arbeitskräften so attraktiv erscheint, dass sie gerne kommen.

Keine Analyse zur Strahlkraft

Es wäre gut, wenn die Verantwortlichen hier deutlich machen, was es bringt, der Goldstadt ein ganzes Jahr lang ein Ständchen zu bringen. Besucher zählen, kann dabei nur ein Aspekt sein. Wünschenswert wäre beispielsweise eine Analyse der Strahlkraft des Festgeschehens über die Region hinaus sowie ein Nachweis der Imagewirkung. Zumindest bei Wirtschaft und Stadtmarketing ist ähnliches nicht in Arbeit. Bliebe nur die Erinnerung an facettenreiches Fest mit vielen schönen Ereignissen, mag das die Pforzheimer Seele erfreuen. Einem echten Bruddler allerdings müsste das zu wenig sein. Schließlich setzt der auf Pforzheimer Innovationskraft. Und das ist mehr als viel lautes Getrommel.

Eine Zwischenbilanz zum Jubiläumsfestival 250 Jahre Goldstadt Pforzheim zieht Chefkoordinator Gerhard Baral hier.