Große Sprünge sind momentan nicht möglich: Beim bisher letzten Goldstadt-Cup auf dem Gelände des Pforzheimer Reitervereins überzeugte Chloe Reid auf Codarco 2015 mit guter Haltung. Seitdem machen die internationalen Springreiter einen Bogen um Pforzheim. | Foto: Harry Rubner

Neues Gelände weiter gesucht

Zukunftsplanung beim Pforzheimer Reiterverein stockt

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Die Zukunftsplanung beim Pforzheimer Reiterverein kommt nicht voran. Ein Comeback für das renommierte Springreitturnier „Goldstadt-Cup“ rückt zeitlich in immer weitere Ferne. Und eine Fusion mit dem Reitverein Pforzheim-Hohberg wird aktuell nicht weiterverfolgt. Für beides wäre der Wechsel auf ein neues, größeres Gelände nötig. Man hofft auf einen Flächentausch mit der Stadt. Doch bisher gibt es offenbar nicht mal die Andeutung einer Lösung.

Zwar sieht sich der Reiterverein dabei nicht unter Zeitdruck. Man habe noch 20 Jahre Erbpacht. Gut vier Jahre nach dem bislang letzten Goldstadt-Cup scheint so langsam aber die Unzufriedenheit zu wachsen. Präsident Christian Kraus sagt dem Pforzheimer Kurier über die Gespräche mit der Stadt: „Es kommt relativ wenig Input.“ Zuletzt habe man sich Anfang des Jahres getroffen, seither habe er nichts mehr gehört.

Verein will Areal im Altgefäll mit Stadt tauschen

Dem Präsidenten schwebt ein Flächentausch vor. Sein Verein habe auf dem Buckenberg eine attraktive Lage zu bieten, findet Kraus. Das Areal liegt im Altgefäll direkt beim Gewerbegebiet. „Die Stadt könnte ein Gelände haben für Wohnungsbau oder Industrie. Es gäbe Gewinner auf beiden Seiten“, sagt Kraus und untermauert die Position seines Vereins in der Sache: „Wir brauchen einen Gegenwert, eine Art Tausch.“

Anlage für internationales Turnier zu klein

Für den Pforzheimer Reiterverein ist das Gelände schlichtweg zu eng geworden. Deswegen pausiert der Goldstadt-Cup der Springreiter, seit die Veranstalter 2015 nach einem schwierigen Event die Reißleine zogen. „Ein großes internationales Turnier können wir aus logistischen und infrastrukturellen Gründen nicht mehr stemmen. Die Anlage ist einfach zu klein“, erklärt Kraus das bekannte Problem. Parkplätze und ein komplettes Stallfeld, alles musste irgendwo untergebracht werden. „Dazu noch die Zuschauer, die erfreulicherweise in so großer Zahl kamen. Das ist auf dem Niveau einfach nicht machbar.“

Zwei Turniere bleiben im Portfolio

Im Portfolio des Reitervereins bleiben somit zwei Turniere, die Kraus in die Kategorie „überregional und national akzeptiert“ einordnet. Dabei geht es um das Dressurturnier im Frühjahr und um das Finale des Landesjugendcups, das diesmal am 20./21. September stattfinden soll. Ein Datum für das nächste Springreitturnier dürfte es dagegen noch auf Jahre nicht geben.

Wohl doch keine Fusion mit Reitverein Pforzheim-Hohberg

Die Fusion mit dem Reitverein Pforzheim-Hohberg könnte sogar für immer vom Tisch sein. „Da sind wir nicht mehr im Gespräch. Wenn von der Stadt nichts kommt, brauchen wir nicht mit einem anderen Verein über ungelegte Eier sprechen“, sagt Kraus. Vonseiten des Reitvereins Pforzheim-Hohberg (RVH) bestätigt Präsident Ralf Schwarzien, dass man sich inzwischen ganz anders orientiert. Man habe unter dem Titel „RVH 2020plus“ ein eigenes Konzept für die Zukunft erarbeitet, als klar wurde, dass die Fusionspläne im zweistelligen Millionenbereich für ein gemeinsames Vereinsgelände auf dem Katharinentaler Hof wohl keine Aussicht auf Erfolg haben. Schwarzien meint, durch die Pforzheimer Haushaltsmisere und den OB-Wechsel von Gert Hager zu Peter Boch sei das Thema vollends in den Hintergrund gerückt.

Hohberger verfolgen ganz andere Pläne

Der RVH-Präsident schildert die neue Ausrichtung: „Der Vorstand hat gewechselt, neue Pachtverträge konnten geschlossen werden, die mittlerweile jetzt aktiven Mitglieder haben keinerlei Interesse an einer derart großen und somit unpersönlichen Reitanlage, deren Bau vollkommen ungeklärt ist.“ Man habe in Eigenregie ohne Hilfe der Stadt neue Koppelflächen gewonnen. Die Sanierung der Reitanlage ist absehbar. Und die Reitschüler seien bei regionalen Turnieren auf hohem Niveau unterwegs.