Das grüne Band verbindet die Mitglieder im neuen Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen in Tiefenbronn und Neuhausen: Robert Hansel, Reiner Brückner, Silke Brose, Michael Haug, Timo Dotzauer und Pina Stähle (von links) bei der Gründungsversammlung im Bürger- und Kulturhaus "Rose" in Tiefenbronn. Foto: Ochs

Trend hält an

Zulauf zu den Grünen auch im Enzkreis: neuen Ortsverband gegründet

Anzeige

Die Zahl der grünen Mitglieder in Pforzheim und Enzkreis ist in den vergangenen anderthalb Jahren um fast 50 Prozent gewachsen. Ein Ende dieses Trends ist nicht in Sicht. Auf der Höhe der grünen Welle hat sich am Mittwoch im Tiefenbronner Bürger- und Kulturhaus „Rose“ ein weiterer Ortsverband gegründet – mit 13 Mitgliedern zwar in eher intimem Rahmen, aber die Stimmung war bestens.

Den Zulauf zu den Grünen und die positive Grundstimmung bringt der Vorsitzende des Kreisverbands, Klaus Fingerhut, mit der klaren Meinung der Grünen zu gesellschaftlichen Themen in Verbindung und dem Ziel der Partei, mit Bürgerbeteiligung mehr gesellschaftspolitische Transparenz zu erreichen. Aber es gebe auch örtliche Gründe: In Königsbach-Stein etwa seien die Grünen mit vier Sitzen gut im Gemeinderat vertreten.

Dass der „grüne Trend von Bund und Land rüberschwappt“ hängt für Sandra Rixen auch mit „Fridays for Future“ zusammen. „Die Grünen werden stärker wahrgenommen und sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen, sagt das Vorstandsmitglied im ersten Pforzheimer Ortsverband, der im November gegründet wurde.

Auch interessant: Grüner Stadtrat Herkens will für Pforzheim in den Landtag

Partei will Flagge zeigen bei Bürgermeisterwahlen

Der neue Doppel-Ortsverband Neuhausen/Tiefenbronn will eine Plattform für seine künftige Arbeit in den Gemeinden schaffen. Darüber hinaus haben die Kreis-Grünen vor, auch bei Bürgermeisterwahlen im Enzkreis Flagge zu zeigen und vor Ort stärker in Erscheinung zu treten. Eine wichtige Hilfestellung biete hier die Landtagsabgeordnete Stefanie Seemann, die sehr präsent sei und Leuten die Möglichkeit biete, sich kreisweit bei den Grünen zu engagieren, so Fingerhut.

In Tiefenbronn und Neuhausen sei die Idee gewachsen, einen grünen Ortsverband zu gründen: „Eine Gruppe von Leuten hat sich zusammengefunden, die etwas tun wollen“, erklärt die Tiefenbronner Gemeinderätin Pina Stähle. Als junge Frau und Landwirtin sei sie doppelt in der Minderheit im Kreistag. Im Vorstand des neuen Ortsverbands wurde sie zur Beisitzerin gewählt.

Vorstandsmitglied will Rechtsruck entgegentreten

Das Thema Inklusion hat Timo Dotzauer aus Schellbronn zu den Grünen gebracht. Der Vater eines behinderten Kindes möchte, dass das Thema stärker in der Gesellschaft ankommt. Außerdem will er mit seinem Engagement als Kassier im Ortsverband dem „erschreckenden Aufkommen der AfD entgegentreten“.

„Es hilft nicht nur, Grün zu wählen; man muss mehr tun“, sagt Michael Haug aus Neuhausen, der genau wie Silke Brose aus Tiefenbronn zum Kassenprüfer gewählt wurde. Reiner Brückner aus Hamberg ist seit Juli Mitglied der Grünen und bildet mit Robert Hansel aus Tiefenbronn den geschäftsführenden Vorstand des Ortsverbands. Hansel will seine IT-Kompetenz einbringen, da er einen Mangel an Kompetenz in dem Bereich in den Kommunen festgestellt hat.

Mitglieder sprudeln vor Ideen

Stefanie Seemann ging in ihrem Grußwort ebenfalls auf den Mitgliederzuwachs ein. 90.000 seien es bundesweit – „es ist Wahnsinn, was da dazu gekommen ist“, so die Abgeordnete. Die Gruppen in den Kommunen seien wichtig, weil sie auf Themen hinweisen, die vor Ort „brennen“.

An Ideen für Aktivitäten mangelt es dem neuen Verband nicht. In Frage kommen eine Beteiligung bei „Mobil ohne Auto“, ein Open-Air-Konzert, ein Reparatur-Café und ein grüner Hackathon für Fahrrad-Sharing und elektrische Anzeigentafeln für Busse. Seemann fand das eine „Superidee“, weil das viele junge Menschen interessieren könnte.