Ein möglicher Kandidat für die Landratswahl ist der Engelsbrander Bürgermeister Bastian Rosenau (Mitte) – hier bei seiner Wiederwahl im Februar 2015 mit Ehefrau Nathalie und Gemeinderat Arthur Beffert. Foto: Archiv/Ochs

Landratswahl im Enzkreis

Zwei mögliche Kandidaten

Seit Landrat Karl Röckinger bekannt gegeben hat, dass er bei der Wahl am 14. Dezember nicht wieder antritt, wird im Enzkreis spekuliert, wer als möglicher Kandidat in Frage kommt. Sozialdezernentin Katja Kreeb wurde in diesem Zusammenhang genannt, der Bad Wildbader Bürgermeister Klaus Mack und immer wieder der Remchinger Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon. Kreeb und Prayon haben abgewunken. Sie habe nie daran gedacht, sich zu bewerben, so Kreeb. Und Prayon machte den Spekulationen ein Ende, als er Mitte des Jahres bekannt gegeben hat, dass er bei der Bürgermeisterwahl in Remchingen am 12. November wieder antritt.

Engelsbrander Bürgermeister erwägt Kandidatur

Und noch ein Bürgermeister aus dem Enzkreis ist als Bewerber im Gespräch: der Engelsbrander Bürgermeister Bastian Rosenau. „Jein“ antwortete der 37-Jährige auf die Frage, ob er bei der Landratswahl im Dezember antritt. Die Entscheidung soll nach Gesprächen mit den Kreistagsfraktionen fallen. „Auf diese Gespräche kommt es an. Wenn die Fraktionen sagen, dass sie sich das gar nicht vorstellen können, überlege ich es mir vielleicht anders“, sagte Rosenau gegenüber dem Pforzheimer Kurier. Rosenau ist seit 2014 Mitglied im Kreistag – in der Fraktion der Freien Wähler.

Gespräche mit Kreistagsfraktionen

Seit etwa drei oder vier Wochen denke er über eine Bewerbung nach und seit Landrat Röckinger erklärt habe, dass er nicht mehr antritt, sei eine Bewerbung für ihn überhaupt erst in Betracht gekommen, so Rosenau. Das Thema sei dann „gewachsen“. Den Gemeinderäten hat der Bürgermeister in persönlichen Gesprächen bereits gesagt, dass er mit dem Gedanken spielt, sich zu bewerben. Und auch seine Familie würde ihn bei einer Kandidatur unterstützen, so Rosenau, der mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Salmbach lebt.

Amt ist spannend und reizvoll

Das Amt des Landrats bezeichnet Rosenau als „spannend und reizvoll“. Zum einen wegen der Themen, mit denen er sich befassen müsste und zum anderen wegen der Möglichkeit, die Gemeinden des Enzkreises zusammenzubringen. Beim Flüchtlingsthema beispielsweise habe man gesehen, wie wichtig das gewesen sei. Hier brauche man ein Netzwerk und eine starke Gemeinschaft.

Der 37-Jährige war einer der jüngsten Rathauschefs in Baden-Württemberg, als er im März 2007 erstmals in das Amt des Engelsbrander Bürgermeisters als Nachfolger von Frank Kreeb gewählt wurde. Im Februar 2015 wurde er mit fast 90 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Der Tiefenbronner war zuvor Hauptamtsleiter der Gemeinde.

Auch Kreiskämmerer denkt über Bewerbung nach

Für Kreiskämmerer Frank Stephan ist die Bewerbung „selbstverständlich“ ein Thema. Genau wie Rosenau führt der 49-Jährige derzeit Gespräche mit den Kreistagsfraktionen. Auf die Wahl sei er oft angesprochen worden, erklärt Stephan. Ein ernsthaftes Thema sei es aber für ihn erst geworden, als Röckinger seinen Rückzug aus dem Amt erklärt habe. In den kommenden Wochen will er sich endgültig entscheiden, so Stephan.

Auch Kreiskämmerer Frank Stephan (rechts) – hier mit Landrat Karl Röckinger – erwägt eine Bewerbung. Foto: Archiv/Kollros

Stelle wird Ende September ausgeschrieben

Das Prozedere zur Wahl ist festgelegt: Landrat Röckinger ist offiziell bis 31. Januar 2018 im Amt. Über die Ausschreibung der Stelle will der beschließende Ausschuss zur Vorbereitung der Landratswahl bei der Sitzung am 14. September entscheiden. Die Stelle soll am 22. September im Staatsanzeiger ausgeschrieben werden. Die Bewerbungsfrist endet nach einem Monat am 23. Oktober. Am 9. November legt der Ausschuss die Bewerbungen dem Innenministerium vor. Das Benennungsverfahren dauert anschließend vier Wochen. Der neue Landrat wird am 14. Dezember vom Kreistag gewählt.