Wer wird künftiger Bürgermeister in Ispringen? Zwei Kandidaten haben sich für den Posten beworben. Bis 9. Januar läuft die Bewerbungsfrist. Gewählt wird am 5. Februar. Foto: Ochs

Thomas Zeilmeier bewirbt sich

Zweiter Kandidat für Wahl in Ispringen

Die Spatzen haben es schon länger von den Dächern gepfiffen, nun ist es amtlich: Der ehemalige Ortsbaumeister von Ispringen, Thomas Zeilmeier, tritt bei der Bürgermeisterwahl am 5. Februar an und ist bisher der einzige Gegenkandidat von Bürgermeister Volker Winkel. Die Bewerbungsfrist endet am 9. Januar.

Zeilmeier war Ortsbaumeister in Ispringen

Die Entscheidung sei über Weihnachten gefallen, sagt der 44-Jährige. Von 2004 bis 2009 leitete Zeilmeier, der als unabhängiger Kandidat antritt, als Ortsbaumeister das Bauamt der Gemeinde samt Bauhof. Vor acht Jahren wechselte der Diplom-Bauingenieur vom Kämpfelbachtal in die große weite Welt, trat im australischen Brisbane in die Dienste des Bundesstaates Queensland. Der Kontakt in die Heimat riss aber nie ab, sagt Zeilmeier, der verheiratet ist und eine zweijährige Tochter hat. Die Wahl zum Ispringer Bürgermeister wäre für ihn ein schöner Grund zurückzukehren, sagt er.

2009 nach Australien ausgewandert

Seit Zeilmeier mit seiner heutigen Frau 2009 den weiten Sprung bis ans andere Ende der Welt wagte, verantwortet er dort als Direktor die Abteilung Infrastruktur (ÖPNV) des Bundeslandes Queensland im Nordosten des fünften Kontinents. In Brisbane führt er 20 Mitarbeiter und würde in den nächsten vier Jahren ein Haushaltsvolumen von rund 100 Millionen Euro verantworten. Im November haben Zeilmeier und seine Frau in Ispringen Quartier bezogen – vorübergehend. Bis einschließlich März 2017 nehmen sie sieben Monate bezahlten Urlaubs in Anspruch, derlei Sabatticals seien in Australien durchaus üblich, so Zeilmeier.

Von Unzufriedenheit auch in Australien gehört

„Natürlich wussten wir um die Bewerberfrist und kannten auch den Wahltermin“, macht der frühere Bauamtsleiter keinen Hehl daraus, dass er seit geraumer Zeit auf den nahenden Wahltermin hingewiesen worden sei. Die wachsende Unzufriedenheit mit dem jetzigen Rathauschef sei schon länger bis ins „Land der Kängurus“ gedrungen, so Zeilmeier.

Posten reizvolle Aufgabe

Das Ispringer Bürgermeisteramt sei eine reizvolle Aufgabe. Um sorgfältig und sachlich zu ergründen, warum wie berichtet einige Gemeinderäte auf einen Wechsel an der Spitze der Gemeindeverwaltung hoffen, flog Zeilmeier mit seiner Familie nach Deutschland. Seitdem schaut und hört er sich in Ispringen um. Für ihn habe sich bestätigt, „dass Ispringen zunehmend auf der Stelle tritt“, wie es ihm von vielen Seiten geschildert worden sei, erzählt er. Tatsächlich sei „nicht zu übersehen, dass es dieser Gemeinde an einem Plan fehle. An Visionen.“

Ich bin ein Macher-Typ

Entsprechend seiner beruflichen Ausrichtung sieht sich der studierte Bauingenieur und gelernte Vermessungstechniker weniger als Verwalter, sondern mehr als Gestalter. „Ich bin ein Macher-Typ. Einer, der gerne die Ärmel hochkrempelt und zupackt“, beschreibt sich Zeilmeier.

Thomas Zeilmeier ist ehemaliger Ortsbaumeister von Ispringen. Er bewirbt sich für die Bürgermeisterwahl am 5. Februar. Foto: PK
Thomas Zeilmeier ist ehemaliger Ortsbaumeister von Ispringen. Er bewirbt sich für die Bürgermeisterwahl am 5. Februar. Foto: PK

Der 44-Jährige ist in Landshut geboren worden und wuchs in Illingen auf, wo er die Grundschule und die Realschule besuchte. Von 1988 bis 1991 durchlief er beim Staatlichen Vermessungsamt in Pforzheim die Ausbildung zum Vermessungstechniker. Am Berufskolleg in Mühlacker machte er die Fachhochschulreife, um schließlich von 1992 bis 1997 an der Hochschule für Technik in Stuttgart Bauingenieurwesen zu studieren. Am Mittwoch, 18. Januar, 20 Uhr lädt Zeilmeier zum Bürgergespräch ins Gasthaus Lamm ein.