Auf einem Motorrad sitzend versuchen die Spieler, einen 40 Zentimeter großen und 1.200 Gramm schweren Ball ins gegnerische Tor zu bringen.
Auf einem Motorrad sitzend versuchen die Spieler, einen 40 Zentimeter großen und 1.200 Gramm schweren Ball ins gegnerische Tor zu bringen. | Foto: privat

Absage der Saison 2020 möglich

Abschreckende Hygieneregeln: Kuppenheimer Motoball-Team pausiert nach Corona-Stopp weiter

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Eigentlich dürften die Motoball-Fahrer des MSC Puma Kuppenheim nach der Corona-Zwangspause schon längst wieder mit dem Training loslegen. Dennoch bleibt es weiter ruhig im Stadion. Aus Kostengründen verzichtet der Verein auf Übungsstunden für die erste Mannschaft, zugleich verderben Hygienevorschriften den Spaß. Über der ganzen Saison 2020 steht ein großes Fragezeichen.

Geruch, Geschwindigkeit, Geräusche: Dieser Mix ist Motoball für Jacqueline Janz, die Pressesprecherin des MSC Puma Kuppenheim. Gleich nach ihrer Geburt meldeten die Eltern sie im Verein an. Von spritzendem Matsch und quietschenden Reifen können sie und alle anderen Fans derzeit allerdings nur träumen.

Europameisterschaft und Deutsche Jugendmeisterschaft sind abgesagt

Die Auflagen zur Bekämpfung des Coronavirus verhagelten den Saisonstart. Und während Menschen in Fitnessstudios längst schon wieder schwitzen, ist für den Motoball aktuell kaum Land in Sicht. „Die Europameisterschaft in Russland, die Deutsche Jugendmeisterschaft und die ADAC-Runde wurden alle abgesagt“, sagt Motoballfahrer Max Schmitt.

Drei mögliche Szenarien für die Saison 2020

Auch in Kuppenheim hängt das Damoklesschwert „Absagen“ über der Saison 2020. Drei Szenarien schlägt der Fachausschuss vor. In zweien davon würde in diesem Jahr gar nicht mehr gespielt. Die „Pumas“ haben die Spielzeit trotzdem nicht komplett abgeschrieben. Schließlich gibt es noch Möglichkeit drei. „Dabei würde die Saison am 1. September mit einem saisonübergreifenden Spiel beginnen“, sagt Fahrer Max Schmitt. Heißt: Vorrunde im September/Oktober, Rückrunde ab April. Richtung Juli wären demnach die Play-offs und die Finalspiele.

Wir sollen umgezogen kommen, dürften nicht zusammen duschen und sollen in den verschwitzten Sachen wieder heimfahren.

Max Schmitt, Motoball-Fahrer

In anderen Regionen jagen Motoball-Mannschaften seit einiger Zeit zum Üben schon wieder dem Ball hinterher. Das berichtet Pressesprecherin Jacqueline Janz. Auch die Kuppenheimer dürften wieder trainieren. Theoretisch zumindest – denn die geltenden Hygienevorschriften schrecken die Fahrer ab. „Wir sollen umgezogen kommen, dürften nicht zusammen duschen und sollen in den verschwitzten Sachen wieder heimfahren“, berichtet Fahrer Max Schmitt.

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Zudem müssten sie ihre Ausrüstung vom Knieschoner über den Brustpanzer bis hin zum Helm zu Hause aufbewahren. „Das wäre ein großer Aufwand, das ist es noch nicht wert“, meint Motoballer Max Schmitt. Dazu kommt die finanzielle Seite, wie der zweite Vorstand Hans-Georg Prestenbach erläutert. Benzin, Ersatzteile, all das kostet Geld.

Wir werden auf ein Training verzichten, solange wir nicht wissen, ob überhaupt gespielt wird.

Hans-Georg Prestenbach, zweiter Vorstand des MSC Puma Kuppenheim

„Wir haben nur laufende Kosten und keine Einnahmen. Deshalb werden wir auf ein Training der ersten Mannschaft verzichten, solange wir nicht wissen, ob überhaupt gespielt wird“, sagt der zweite Vorstand Hans-Georg Prestenbach. Sollte der Saisonstart jedoch tatsächlich im September winken, wäre auch Sportler Max Schmitt zum Üben unter Auflagen bereit. „Wenn wir wüssten, dass es wirklich losgeht, dann würden wir das schon machen“, sagt er.

Entscheidung für Saison 2020 soll erst fallen, wenn sämtliche Einschränkungen aufgehoben sind

Bis eine Entscheidung fällt, fließt voraussichtlich noch viel Wasser die Murg hinunter. Laut dem zweiten Vorsitzenden Hans-Georg Prestenbach will sich der Fachausschuss nämlich erst festlegen, wenn sämtliche Einschränkungen aufgehoben sind. Womit sich heimisches Duschen und Umkleiden dann sogleich automatisch erledigen würden.