Wechselspannung und Gleichspannung – AC UND DC: Am Samstag, 5. Januar, kommen die Jungs von „We salute you“ ab 20.30 Uhr in die Badner Halle und versprechen den unvergesslichen AC/DC-Sound von damals.
Wechselspannung und Gleichspannung – AC UND DC: Am Samstag, 5. Januar, kommen die Jungs von „We salute you“ ab 20.30 Uhr in die Badner Halle in Rastatt und versprechen den unvergesslichen AC/DC-Sound von damals. | Foto: Timm Nüchter

AC/DC-Tribute in Rastatt

„Nahezu jeder Song ist pure Energie“

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We salute you (WSY) – das heißt auf Deutsch etwa „wir grüßen euch!“ Im Jahr 1981 veröffentlichte die Rock-Band AC/DC einen gleichnamigen Song: „For Those About To Rock.“ Kein Wunder also, dass sich die international besetzte Tributeband ausgerechnet diesen Namen gegeben hat. Am Samstag, 5. Januar, kommen die Jungs ab 20.30 Uhr in die Badner Halle und versprechen mit ihrem Konzert den unvergesslichen AC/DC-Sound von damals. Unsere Mitarbeiterin Meike Paul sprach nun mit Band-Mitglied Wolf „Baba“ Hail über musikalische Vorlieben, Fankult-Gehabe und einen guten Draht zur Originalbesetzung.

AC/DC hat über 150 Millionen Tonträger verkauft. Macht das ehrfürchtig?

Hail: Natürlich haben wir den größten Respekt vor der Erfolgsgeschichte von AC/DC! Aber abgesehen von unseren beiden sehr jungen Bandmitgliedern, waren wir alle schon sehr früh Fans der Band. Unsere Faszination ist daher nicht mit deren Erfolg verknüpft.

Wann wurde Ihnen klar, dass Sie die Pioniere des Hard-Rocks mit einer Tributeband ehren wollen?

Hail: Drei von uns haben ihren musikalischen Werdegang mit dem Nachspielen von AC/DC begonnen. Somit wären sie ohne diesen Einfluss vermutlich keine Musiker geworden. Diese extreme Form der Verehrung, eine Band gut zu finden und deshalb selbst zum Instrument zu greifen, ist aus der Sicht eines Fans kaum noch steigerungsfähig. Sehr früh also. In unserer Jugend!

Und was macht AC/DC speziell für Sie so einzigartig?

Hail: Nahezu jeder Song ist pure Energie. Es gibt keine politischen Texte und im Prinzip auch kaum langsame Lieder. Die unbändige Energie spürt man, sowohl als Musiker aber natürlich auch als Konzertbesucher – und das ist unbeschreiblich.

Wenn Sie an Ihre Kindheit zurückdenken, was war da damals ausschlaggebend, dass sie sich als Fan bezeichnet haben?

Hail: Jeder von uns hat da seine eigene Geschichte. Ich war in ganz jungen Jahren Fan der Band Kiss. Ich fand als Kind die Verkleidungen wahnsinnig toll, aber natürlich auch die Musik. AC/DC hörte ich auch sehr gerne und irgendwann verschob sich das. Ich bemerkte, dass mir die Musik von AC/DC besser gefiel und die Verkleidungen und die ganze Schminke der Kiss-Bandmitglieder war dann irgendwann nicht mehr so mein Ding.

Bei all der Perfektion, die Sie beim Nachahmen an den Tag legen: Keimt da nicht manchmal der Wunsch, etwas ganz anderes zu machen?

Hail: Wir spielen nicht so viele Konzerte, dass nicht bei jedem auch noch genügend Zeit für andere Beschäftigungen bliebe. Jeder von uns hat Hobbys und spielt auch noch in einer zweiten Band, allerdings hat keins dieser Nebenprojekte die Dimension von WSY. Aber genau dadurch werden wir natürlich geerdet und spielen auch gelegentlich kleine Konzerte mit wenig Publikum und ohne eine Crew von 15 Leuten im Rücken.

Das heißt, es gibt noch andere Musikrichtungen, die Ihnen Spaß machen?

Hail: Absolut. Jeder von uns hört viele Musikrichtungen. Unser Schlagzeuger und ich haben irgendwann einmal Musik studiert. Er arbeitet als Musiklehrer und ist alleine schon deswegen musikalisch sehr offen, und ich habe einen intensiven Bezug zur Gothic Szene, in der ich auch viele Jahre als Begleitmusiker gespielt habe und mit verschiedensten Projekten Plattenverträge hatte.

2016 waren die Jungs nochmal auf Tournee. Auf wie vielen Konzerten waren Sie?

Hail: Jeder von uns war mindestens auf einem Konzert, manche auf mehreren. Allerdings hat uns diese Tournee nicht mehr so begeistert, wie die voran gegangenen. Es wurde schon sehr deutlich, dass durch die Wechsel an Rhythmusgitarre, Drums und zuletzt auch am Gesang der ursprüngliche Spirit stark verloren gegangen ist.

Haben Sie die Musiker schon einmal persönlich getroffen?

Hail: Unser Sänger Grant Foster war bereits sehr oft backstage bei AC/DC und hat mit jedem der früheren Bandmitglieder persönliche Gespräche geführt.

Das heißt, Foster ist mit den Bandmitgliedern befreundet?

Hail: Na ja, zur Crew, die zum großen Teil ebenfalls in England lebt, hat er einen persönlichen Kontakt. Würde er dem Originalsänger Brian Johnson nicht zu ähnlich sein, hätte er ihn womöglich sogar bei der letzten Tour vertreten können. Ein AC/DC-Crew-Mitglied berichtete ihm, dass er im Gespräch war, aber dass Angus Young entschied, die Tour nicht mit einer Kopie von Brian Johnson fortsetzen zu können, als dieser damals erkrankte.

Da war er sicher enttäuscht?

Hail: Das war für Grant natürlich sehr schade, aber irgendwie auch ein großes Kompliment – hinsichtlich unserer Bestrebungen mit WSY so nahe wie möglich ans Original zu kommen.

Können Sie sich auch vorstellen, eigene Songs im AC/DC-Stil zu veröffentlichen?

Hail: Nein. Ich persönlich arbeite zwar als Songschreiber für andere Bands, allerdings hatten wir als WSY keinerlei Ambitionen eigene Songs zu veröffentlichen. Wir haben uns für dieses eine Ziel gesucht und gefunden, und unser Name ist Programm.

Und gibt es noch andere Ziele? Ein Ort vielleicht, an dem Sie mal spielen wollen?

Hail: Bereits seit unserem ersten Live Video, welches an Weihnachten 2017, also ziemlich genau vor einem Jahr, veröffentlich wurde, erhalten wir Anfragen aus der ganzen Welt. Das Problem ist allerdings, dass wir nicht nur den größten Aufwand betreiben, den es bisher je von einer AC/DC Tributeband zu sehen gab, sondern dass dieses ganze Zeug ja auch transportiert werden muss.

Also ein enormer Kostenfaktor?

Hail: Genau! Aktuell sind wir finanziell noch nicht in der Lage, auf jedem Kontinent die gleichen aufwendigen Show-Elemente präsentieren zu können, weil ein Transport per Flugzeug einfach zu teuer wäre. Sollten wir allerdings die komplette Show irgendwann ein zweites Mal bauen lassen, dann wäre wohl Südamerika der erste Kontinent, den wir gerne bespielen würden. Denn hier haben wir bereits sehr viele Fans.

Was glauben Sie: Warum sind auch heute junge Menschen immer wieder von den Rockern begeistert?

Hail: Kurz gesagt, Energie und Lebensfreude. Rockmusik macht glücklich!

Das wird die Rastatter erwarten?

Hail: Absolut! Ganz einfach: World’s biggest tribute to AC/DC!