Kommentar
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Rastatter Stadtgespräch

Auf Herz und Nieren

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Ob Kombibad, Verkehrslärm oder Trinkwasser – immer häufiger ist es in der Region zu beobachten, dass sich die Bürger zu Initiativen zusammenschließen, um sich Gehör zu verschaffen. In Zeiten der überall beklagten Politikverdrossenheit mögen solche Gruppierungen zwar gerade Ausdruck eben dieser Unzufriedenheit mit den Vertretern der etablierten Institutionen sein. Auf der anderen Seite sind sie aber auch Zeichen politischen Engagements par excellence – und daher durchaus begrüßenswert.

Streitfrage Hans-Thoma-Schule

Neuestes Themenfeld ist die Hans-Thoma-Schule: Hier macht nun der Elternbeirat mobil und setzt sich dafür ein, dass die neue Grundschule ohne finanzielle Abstriche gebaut wird. Aus Elternsicht ein völlig nachvollziehbares Verhalten, schließlich will jede Mama und jeder Papa nur das Beste für sein Kind.
Das ist derzeit allerdings nur für etwa 16 Millionen Euro zu haben – und vom Standpunkt der Eltern und der Stadt aus betrachtet mitnichten „das Beste“, sondern „qualitativ hochwertig und durchdacht“ (Elternbeirat) beziehungsweise das bauliche „Pflichtprogramm“ (Stadt).

Vielleicht gibt es ja gar kein Einsparpotenzial?

Das kann zuvorderst die SPD-Fraktion nicht glauben und fragt nach Einsparpotenzial. Es geht an diesem Punkt also bisher keineswegs darum, etwas „schlechtzusparen“, wie die Eltern fürchten, sondern lediglich zu prüfen, ob das Notwendige nicht auch günstiger zu haben ist. Dabei bleibt weiterhin die Option offen, dass am Ende doch die jetzige 16-Millionen-Planung abgesegnet wird. Mit dem einen Unterschied, dass dies nicht unbesehen geschehen sein wird, sondern ordentlich geprüft.

Ein Millionengrab à la BER braucht Rastatt nicht

Und ehrlich gesagt: Genau das sollte doch jeder Bürger von seinen Stadträten erwarten. Peinlichkeiten wie den Hauptstadtflughafen BER oder Stuttgart 21 will sich die Barockstadt sicher nicht aufhalsen.