Im Stuttgarter Haus der Geschichte sind unter anderem Ausstellungsstücke zur Band "The Rocking Stars" aus Rastatt zu sehen | Foto: Wollenschneider

Erinnerung an die 60er-Jahre

Ausstellung zeigt Exponate aus Beständen von Uwe Menze

Von Rainer Wollenschneider

„Denn die Zeiten ändern sich… Die 60er-Jahre in Baden-Württemberg“ heißt die Ausstellung, die noch bis zum 24. Juni im Stuttgarter Haus der Geschichte zu sehen ist und zu der der Muggensturmer Sammler Uwe Menze einiges beigetragen hat. Nach dem Erfolg seines Werks zu Beatgruppen in der Region Rastatt und Karlsruhe 2014, war der Kurator der Stuttgarter Ausstellung vor eineinhalb Jahren an ihn heran getreten mit der Bitte, die geplante Präsentation zu unterstützen.

Menze sammelte mehrere tausend Gegenstände

Das war kein Problem, denn Menze sammelte im Lauf der Jahrzehnte mehrere tausend Tonträger, Druckwerke und Memorabilien zur Rock- und Beatgeschichte. Im Haus der Geschichte befinden sich seine Exponate in guter Gesellschaft: In der Dokumentation, wie die Popkultur der jungen Generation im Südwesten auch Provokation und Protest gegen die Gesellschaft war, finden viele weitere interessante Ausstellungsstücke.

Aufnahme von Jimi Hendrix-Konzert in der Liederhalle

„Neben der Aufnahme aus einem Jimi Hendrix-Konzert in der Stuttgarter Liederhalle finden sich Singles verschiedener baden-württembergischer Bands, Ausschnitte von Amateur- und Nachrichtenfilmen, Plakate, Fotos, Flugblätter und Zeitungsartikel in Bild- und Tonbelegen“, erzählt Menze. Dazu steuerte der Beat-Sammler aus seinen Beständen und über seine Kontakte zu ehemaligen Bandmitgliedern vieles bei.

Ausstellungsstücke zu zwei mittelbadischen Kultbands sind zu sehen

So findet sich vor einer wandfüllenden Bildpräsentation der Rastatter Kultband der Sechziger „The Rocking Stars“ deren originales Bassdrum-Kit. Dass die andere Kultband aus dem Murgtal, „The Ghostmen“, ab 1964 in roten Henkersmasken auftrat, wird auch optisch dokumentiert. Die Band gab dieses Kostüm aber bald auf, da es bei den präsentierten Rock-Rhythmen störte. In Stuttgart findet sich zu den beiden Gruppen, die tausende von Teenies anzogen, einiges. Menze konnte auch zu den Rastatter „Firestones“, diverse Original-Plakate sowie Fotos bis hin zu verzückten Fanbriefen liefern.

Blick auf die Karlsruhe Beatszene der 60er-Jahre

Was die Ausstellung im Haus der Geschichte auch attraktiv macht, ist der Blick auf die Karlsruher Beatszene der 60er-Jahre. Das dortige Stadtarchiv steuerte Exponate bei und es gibt eine Dokumentation zu Uwe von Trotha, dem Sänger der Karlsruher Polit-Rocker „Checkpoint Charlie“.