In Schieflage: Diesen Quader am Eck erwischte es gleich viermal. In Summe touchierten in den vergangenen Wochen sieben Autofahrer die Sandsteine an der Oberen Kaiserstraße. | Foto: Siebnich

Sieben Unfälle in kurzer Zeit

Autofahrer gehen in Rastatt auf Kollisionskurs mit neuen Steinquadern

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Bis die letzte Warnbake aus der Oberen Kaiserstraße verschwunden ist, dauert es noch mehrere Wochen. Zwar sind die Arbeiten an der Umgestaltung nach Monaten der Verzögerung abgeschlossen, doch in der Zwischenzeit kam es schon wieder zu Schäden. Gleich sieben Autofahrer gingen auf Kollisionskurs mit den Steinquadern, die als Alternative zu Pollern Bereiche absperren, die für Fahrzeuge tabu sind. Um weitere Unfälle zu verhindern, hat die Verwaltung inzwischen die Verkehrsführung geändert. Die Steinquader sollen aber bleiben.

Der zuständige Fachbereichsleiter Markus Fraß ging auf das Thema bei der vergangenen Sitzung des Gemeinderats ein. Zuvor hatte sich Stadtrat Manuel Hummel (Grüne) nach der Angelegenheit erkundigt. Die Obere Kaiserstraße war bereits im Oktober vergangenen Jahres offiziell eingeweiht worden. Trotzdem glich das Areal noch lange einer Baustelle.

Es fehlten Markierungen, die Wasserspiele zur Kapellenstraße waren noch nicht fertig, ebenso der Bernhardusbrunnen. Grund der Verzögerungen waren unter anderem Lieferschwierigkeiten bei den Sandsteineinfassungen, sodass sich die Vollendung des 8,5 Millionen Euro teuren Großprojekts bis weit ins Jahr 2020 hinzog.

Stadtverwaltung ändert Verkehrsführung am Parkplatz

Doch es gab weitere Schwierigkeiten. Sieben Autofahrer kamen den neuen Steinquadern zu nah, die den Bernhardusbrunnen flankieren. Noch immer sind entsprechende Schäden in Form von Abplatzungen und deutlichen Schiefständen zu sehen. Die Stadtverwaltung hat reagiert und die Verkehrsführung geändert. Seit zwei Wochen verhindern Poller die Ausfahrt vom Parkplatz in Richtung Bernhardusbrunnen.

Rauf und runter vom Parkplatz geht es seitdem nur noch in Höhe der Stadtkirche St. Alexander. Zusätzlich den Parkplatz verlassen kann man seitlich in Höhe des Bekleidungsgeschäftes NKD. Allerdings fehlen noch die Schilder, um die neue Verkehrsführung auszuweisen.

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Grundsätzlichen Zweifel am Konzept mit den Steinquadern hegt die Verwaltung nicht. Wie Fraß im Gemeinderat erklärte, seien diese erneut unter verkehrsrechtlichen Aspekten überprüft worden. Das Ergebnis: Größe und Abstände seien nicht zu beanstanden. Eigentlich müssten die Autofahrer die Hindernisse erkennen, so Fraß.

Vier beschädigte Quader werden in den nächsten Wochen ersetzt

Trotzdem habe die Stadtverwaltung schon vorgesorgt, um bei weiteren Schäden gewappnet zu sein. Die bislang vier beschädigten Poller werden ersetzt. Bei Kosten von 2.500 pro Stück schlägt das in Summe mit 10.000 Euro zu Buche. Die Stadt kennt laut Fraß in allen Fällen den Verursacher, sodass sie sich das Geld wiederholen kann. Bis die neuen Steine stehen, dauert es allerdings noch einige Zeit.

Laut Fraß beträgt die Lieferzeit aus einem Steinbruch im Elsass „einige Wochen“. In Zukunft soll sich ein Steinmetz darum kümmern, dass zumindest kleinere Schäden wie Abplatzungen zeitnah vor Ort behoben werden.

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Einen Hinweis gab Mathias Köppel (CDU) der Verwaltung mit auf den Weg. Er äußerte die Befürchtung, dass die Einfassung des neuen Brunnens entlang der Kappellenstraße Graffiti-Sprüher anziehen könnte. Er regte an, den Sandstein an dieser Stelle mit einer Beschichtung zu versehen, die es ermöglicht, Schmierereien wieder einfach zu entfernen. Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch bedankte sich für den Vorschlag und sagte zu, die Idee aufgreifen zu wollen.