Vor und hinter der Kamera stehen Mitarbeiter des Landratsamts beim Dreh des Ausbildungsfilms. Hugo Butz, Sachgebietsleiter Ausbildung, mimt im Hintergrund den klischeehaften Beamten. Foto LRA | Foto: LRA

Landratsamt Rastatt

Azubis drehen, schneiden, spielen

Klappe – und Action! Die „Filmstars und Starregisseure“ sind Azubis des Landratsamts Rastatt. Sie haben ein Drehbuch geschrieben, Requisiten besorgt, gefilmt und geschnitten – und selber vor der Kamera gestanden. Herausgekommen ist ein kleiner Werbefilm über die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten beim Landratsamt.

„Das war mal etwas ganz Anderes und hat sehr viel Spaß gemacht“, sind sich Annika Himmel und Rebekka Deer einig. Die beiden Verwaltungsfachangestellten im dritten Ausbildungsjahr haben gemeinsam mit sieben Azubi-Kollegen den Film realisiert. Interessant fand Himmel vor allem, dass sie sich ausführlich mit den verschiedenen Berufen beschäftigen konnte, die man am Landratsamt erlernen kann: Vermessungstechniker, Hygienekontrolleur oder Fachinformatiker Systemintegration sind nur eine kleine Auswahl.

Junge Leute sollen direkt angesprochen werden

„Wir wollen uns als modernes Dienstleistungsunternehmen darstellen“, erklärt Hugo Butz, Sachgebietsleiter Ausbildung, wie dieses ungewöhnliche Projekt zu Stande gekommen ist. „Der demografische Wandel spielt auch bei uns eine Rolle. Wir müssen gucken, dass wir zu Personal kommen.“ Deswegen sollen junge Leute direkt angesprochen werden – vor allem auch über die neuen Medien. Und bisher geht diese Rechnung auf. „Wir haben schon einige Bewerbungen erhalten, die Bezug auf den Film nehmen“, sagt Butz.
„Der Hauptgedanke war, dass wir junge Leute auf die Arbeit beim Landratsamt aufmerksam machen wollen“, erklärt Deer. „Wir haben schnell gemerkt, dass es viele Klischees über die öffentliche Verwaltung gibt.“ Das zeigen die Azubis auch in ihrem Film. In einer sepia-getönten Passage lassen sie die stumpfsinnige Arbeit eines Beamten „von früher“ auferstehen. Diese Rolle hat Butz übernommen. Auch viele Kollegen haben kleine Statisten-Rollen übernommen oder ihre Büros zur Verfügung gestellt. Die Straßenmeisterei aus Bühl hat Schilder und Ampeln für eine Filmsequenz aufgebaut. So waren insgesamt etwa 100 Personen an dem Filmprojekt beteiligt.

Aller Anfang ist schwer

Hilfe haben die Azubis von Filmemacher Anton Jany erhalten, der unter anderem für das ZDF dreht. Er hat die Gruppe angeleitet, ihr Tipps für das Drehbuch und die Regie gegeben. „Das schwerste war der Anfang, bis wir ein Grundgerüst hatten“, sagt Himmel. Dank der guten Planung und Vorbereitung waren letztendlich nur ein Drehtag und einer für den Schnitt notwendig. Insgesamt hat das neunköpfige Team allerdings ein Dreivierteljahr an dem Film gearbeitet – eine Zeit, die die Crew zusammengeschweißt hat. Am Ende haben Jany und sein Cutter Thomas Bitzer-Prill den Film noch etwas nachbearbeitet „mit dem Blick des Profis“.
Gelohnt hat sich der ganze Aufwand auf jeden Fall. „Auch andere Behörden haben bei uns angefragt, wie wir diesen Film gemacht haben, weil sie sich etwas Ähnliches wünschen“, erzählt Simone Weingärtner, Mitarbeiterin im Bereich Ausbildung. Der Film wurde inzwischen mehr als 1 500 Mal bei YouTube angeklickt.