Das Rastatter Landratsamt: Um die Nachfolge von Jürgen Bäuerle haben sich zwei weitere Kandidaten beworben. | Foto: Collet

Wahl zum Landrat in Rastatt

Bäuerle-Nachfolge: Weitere Kandidaten bewerben sich

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Toni Huber bekommt ernsthafte Konkurrenz. Am Mittwoch, 28. November, wurden gleich zwei zusätzliche Bewerber ums Amt des Rastatter Landrats bekannt. Hinter der anonymen Bewerbung, die kürzlich im Landratsamt einging, steckt Knut Bühler, bislang Erster Landesbeamter im Landratsamt Karlsruhe. Auf Anfrage der Badischen Neuesten Nachrichten bestätigte Bühler, dass er es war, der in neutralem Umschlag seine Bewerbung um das höchste Amt im Landkreis Rastatt abgab. Bis zuletzt war gerätselt worden, wer hinter der Bewerbung steckt.

Bühler wirft Hut in den Ring

„Ich wurde aus dem Rastatter Kreistag angesprochen“, erklärt Bühler seinen Schritt. Zeitgleich wurde bekannt, dass auch Heinrich Eiermann, stellvertretender Leiter des Referats Naturschutz und Recht im Regierungspräsidium Karlsruhe, nach der Bäuerle-Nachfolge strebt.
Damit muss sich der Fraktionsvorsitzende der CDU im Kreistag, Toni Huber, mit mindestens zwei Mitbewerbern auseinandersetzen. Huber hatte seine Kandidatur schon vor einiger Zeit bekannt gegeben. Die Wahl wird notwendig, weil Amtsinhaber Jürgen Bäuerle passgenau zu seinem 65. Geburtstag ausscheidet.

Knut Bühler will Landrat in Rastatt werden. Der Erste Landesbeamte aus Karlsruhe hat seinen Hut in den Ring geworfen. Foto: Alábiso | Foto: BNN

Knut Bühler stammt aus Sinsheim im Kraichgau und lebt mit seiner Frau und vier Söhnen in Karlsruhe. Er steht nach eigenen Angaben keiner Partei nahe und tritt als überparteilicher Kandidat auf. Angesprochen wurde er aber sicherlich von Kreisräten, die versuchen, einen Gegenkandidaten zum CDU-Fraktions-Chef aufzubauen. Hierzu wollte Bühler nichts sagen. Er betonte, die Aufgabe im Rastatter Landratsamt sei sehr reizvoll.

Bereit für den nächsten Schritt

„Und ich glaube auch, ich kann dem Kreistag in meiner Person ein interessantes Angebot machen.“ Rastatt sei ein sehr attraktiver Landkreis, vor der Aufgabe ihn zu leiten, habe er aber gehörigen Respekt.
Er sei nicht selbst auf die Idee gekommen, sich um den Posten des Landrats zu bewerben. „Aber ich habe schon vor acht Jahren meinem derzeitigen Chef, dem Karlsruher Landrat gesagt, er darf nicht damit rechnen, dass ich bis zur Pensionierung hier arbeiten werde. Ich bin immer bereit, den nächsten Schritt zu tun.“ Deshalb wolle er jetzt die Chance ergreifen. Den Posten des Rastatter Landrats aber sehe er dann sehr wohl als Krönung seiner Karriere. „Ich werde am Wahltag 55 Jahre alt sein. Ich plane nichts darüber hinaus.“

Ehemaliger Stabsstellenleiter im Landratsamt

Heinrich Eiermann ist 57 Jahre alt und kommt aus Achern. Er war bis 2010 Leiter der Stabsstelle im Büro von Landrat Bäuerle, ehe er ans Karlsruher Regierungspräsidium wechselte. „Ich kenne das Landratsamt Rastatt aus 17-jähriger Tätigkeit sehr gut.“ Am Landkreis schätze er die gute Struktur und die gute Verwaltung.

Auch Heinrich Eiermann will Landrat werden. Der 57-Jährige kommt aus Achern und war Stabsstellenleiter im Büro von Landrat Bäuerle. Foto: privat | Foto: privat

„In Rastatt Landrat zu sein, ist eine sehr interessante Aufgabe.“ Auch Eiermann ist verheiratet und hat vier Kinder, zwei Jungs und zwei Mädchen. Vor rund zehn Jahren bewarb er sich um einen Posten als Beigeordneter der Stadt Rastatt, unterlag aber bei der Wahl. In seinem Bewerbungsschreiben an die Fraktionen nennt er vor allem den Ausbau der digitalen Infrastruktur, die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur und den Ausbau der Pflege als Hauptaufgaben der kommenden Jahre. Auch Eiermann tritt als parteiloser Kandidat an.

Huber wird von CDU ins Rennen geschickt

Damit ist Huber bislang der einzige Kandidat, der von einer Partei ins Rennen geschickt wird. Die von ihm geführte CDU-Fraktion verfügt über 24 der 64 Sitze im Kreistag. Ob es letztlich bei den drei Bewerbern bleibt, oder ob sich doch noch weitere Kandidaten melden, ist spätestens am Dienstag klar. Die Bewerbungsfrist endet am Montag, 3. Dezember, um Mitternacht. Der Besondere Beschließende Ausschuss des Kreistages gibt dann am Dienstag um 13 Uhr die eingegangenen Bewerbungen bekannt. Die Wahl findet am 12. März statt. Amtsinhaber Jürgen Bäuerle wird am 27. April verabschiedet, sein Nachfolger tritt das Amt am 7. Mai an.