RA-Tunnel
Zwei Brücken werden künftig alte und neue Bahntrasse in Niederbühl überspannen. Derzeit sind sie noch ohne Gehweg geplant. | Foto: Deutsche Bahn

Rastatter Tunnel

Bahnbrücke in Niederbühl soll Gehweg erhalten

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Die Niederbühler Fußgänger können vorsichtig aufatmen: Auch für sie soll es in absehbarer Zeit wieder sichere Möglichkeiten geben, die Bahnstrecke gefahrlos zu überqueren. Der Gemeinderat machte sich in seiner Sitzung am Montagabend dafür stark, die Brückenplanung der Bahn über die alte und die neue Trasse so zu verbessern, dass auf jeden Fall auch ein Gehweg Platz findet. Ein solcher war bisher von der Bahn nicht vorgesehen.

Ohne Brücke mit Gehweg bleibt der Süden abgeschnitten

Vor Beginn der Arbeiten am Rastatter Tunnel hatten die Niederbühler drei Möglichkeiten, auf die andere Seite der Gleise zu wechseln: an der Weiherstraße im Süden, an der Hans-Thoma-Straße in der Ortsmitte sowie die Unterführung bei der Mehrzweckhalle im Norden. Während die Weiherstraße dauerhaft geschlossen bleibt, wird die Unterführung im Norden nach Abschluss der Tunnelbauarbeiten, laut Bahn voraussichtlich Mitte 2018, wieder geöffnet werden. Da dieser Weg aber vor allem der Anbindung der Halle sowie des Münchfelds diene, den Menschen im Süden des Orts aber keine Möglichkeit gibt, schnell in den Erholungsraum Oberwald zu spazieren, soll an der Hans-Thoma-Straße besagte Brücke entstehen.

Aug in Aug mit einem Traktor

„Ein Überweg mit Gehweg wird künftig die einzige sichere Möglichkeit sein, zum Reisigplatz, in den Wald oder zur Siedlung zu kommen“, appellierte Ortsvorsteher Klaus Föry eindringlich dafür, die bisherige gehwegfreie Brückenplanung zu überdenken. Mütter mit Kinderwagen, Senioren mit Rollatoren oder Hundebesitzer stünden andernfalls plötzlich Aug in Aug einem Traktor gegenüber.

Schutzstreifen für Fußgänger „nicht vorgesehen“

Die vom Grünen-Chef Roland Walter vorgeschlagene Lösung, einen Fußgängerbereich mit einer gestrichelten Linie abzutrennen, die, so kein Fußgänger unterwegs ist, auch von Autos überfahren werden dürfte, wurde verworfen. „Einen solchen Schutzstreifen sieht das Land Baden-Württemberg leider nicht vor“, erklärte Bauamtsleiter Jürgen Matheis. Er brachte auch die Bankette rechts und links der Fahrbahn ins Spiel, in die sich ein Fußgänger „notfalls retten“ könne.

Bauamt prüft nun neue Ideen

Eine Option, die dann auch Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch nicht behagte: Er schlug daher vor, Platz zu gewinnen, indem die das Geländer eine Leitplankenfunktion erhält. Ortsvorsteher Föry fragte zudem, weshalb überhaupt auf beiden Seiten Bankette vorgesehen seien, wenn doch von Anfang an nur von einem Gehweg die Rede gewesen sei. Nun will das Team von Bauamtschef Matheis prüfen, ob diese Vorschläge umsetzbar sind.